Die österreichische Preispolitik

Ich verstehe nicht, was Bücher in Österreich kosten. Der höhere Preis mag durch Logistik etc gerechtfertigt sein, aber nachdem wir uns in Deutschland schon (zu Recht) darüber aufregen, wenn Bücher „unpsychologische“ Preise wie 10,90 (statt 9,90) haben, scheint es extrem unattraktiv, sie künstlich um 20-40 Cent teurer zu machen. Bestes Beispiel:

Roboter als Konkurrenz für Autoren?

Wie viel Kreativität braucht man, um einen Text zu schreiben, der gern gelesen wird, oder um ein Foto zu schießen, das gern verwendet wird? Diesen Fragen geht Folge Nr. 50 des Elektrischen Reporters nach und landet neben altbekannten Erkenntnissen zu Microstock-Fotografie beim Roboter-Schreiben. In Amerika gibt es bereits mehrere Agenturen, die Sportberichte per Roboter erstellen lassen und anschließend nur noch kurz verbessern – zweifelsohne eine große Zeitersparnis. Zwar fehlt das kreative Element, weshalb sich die Süddeutsche am Ende des Beitrags für den Qualitätsjournalismus ausgesprochen hat, aber angesichts der technischen Entwicklungen ist auch das möglicherweise nur noch eine Frage der Zeit.

Ein Schema für alles

Wenn diese Technologie wirklich gut weiterentwickelt wird, dann müssen sich die Verlage in Zukunft keine Gedanken mehr über Self-Publishing machen, sondern ihre Autoren über die Konkurrenz durch Roboter-Autoren. Sicher nicht für die großen literarischen Werke, aber durchaus für 08/15-Liebes- oder Fantasyromane, die man bereits heute in Massen anbietet und die alle nach einem Schema funktionieren. Eine ähnliche Entwicklung sieht man bereits in der Fotografie: Sehr viele Fotografen, die aufgrund technischen Basiswissens und ausgefeilter Bildsoftware gute Fotos machen können, sind eine immer stärkere Konkurrenz für wenige Top-Fotografen. Warum sollte es nicht auch beim Bücher schreiben dazu kommen?

Zukunftsmusik

Literatur ist ein komplexes Feld – wir haben also noch einige Jahre, um uns mit derartigen Gedanken anzufreunden oder auch nicht. Aber vielleicht wird das 21. Jahrhundert auch als das Jahrhundert der „Underdogs“, die allein aufgrund technischer Möglichkeiten Weltruhm erlangen konnten, in die Geschichte eingehen.

In eigener Sache: Transmediales Erzählen im Blog der Jungen Verlagsmenschen

© Dominique Conrad

Nur ein kleiner Hinweis in eigener Sache: Unser Projekt „Findet Jonathan“ hat Eingang gefunden in einen sehr lesenswerten Artikel von Dominique Conrad, mit der ich mich auf der FBM12 zwei Stunden lang angeregt über gegenwärtiges und zukünftiges Erzählen unterhalten habe. Außerdem zu Wort kommen Thomas Zorbach (mit der Kampagne zu Untot) und Doro Martin (Das Wilde Dutzend).

Und nebenbei: Unser YouTube-Trailer, der die Aktion begleitete, hat mittlerweile knappe 1000 Klicks. Nicht viel für YouTube – wohl aber für einen Buchtrailer.

"Druck"fehler in eBooks

Eine spannende Beobachtung macht The Verge:

I’ve asked around a lot and everyone I’ve talked to since noticing this shocking fact has basically said the same thing: in their experience, they’ve seen more typos in ebooks than in their printed counterparts.

Die Autorin Laura June geht dabei von ihrer Lektüre von „Das Foucault’sche Pendel“ aus, einem meiner Lieblingsbücher. Mir fallen zwei bedeutende Gründe für Typos in eBooks ein:

  • OCR-Software wie in Laura Junes Fall. Bei OCR-gescannten Dokumenten entfallen nicht nur ab und an Auszeichnungen (ich musste neulich sechs Manuskripte nachträglich und manuell kursivieren), es schleichen sich auch immer wieder Fehler ein.
  • Man erhält redigierte, aber nicht korrigierte Manuskripte. Beim Kauf von eBook-Lizenzen von Verlagen ist irgend eine Datei inkludiert. Handelt es sich um ein PDF, muss man es erst wieder in eine Ausgangsdatei (DOC, TXT, HTML, …) konvertieren, was zu Fehlern führt. Kriegt man direkt eine sinnvolle Ausgangsdatei, ist das häufig eine nur redigierte, nicht korrigierte Version.

Was macht man da? Möglichst viele eRiginals, also eBook-Originalausgaben produzieren. Oder Korrektoren anheuern – zumindest bei Titeln, die 9$ kosten (wie Junes Eco). Ansonsten betrachte ich, genau wie June, diese Typos als nervige Kinderkrankheiten, aus denen das eBook herauswachsen wird.

Marketing der Woche (KW 43): AOK Baden-Württemberg

„1 x Bauch kraulen, bitte.“ – wie schön! Das macht Lust auf Wellness, Entspannung … Und dann geht’s weiter mit „Das Leben ist ein Ponyhof.“ – besser kann’s gar nicht kommen. Inwieweit die AOK diese Versprechen einhält – es geht um den AOK-PrivatService – mag mal dahingestellt sein, die beiden Postkarten sind ansprechend. Die dritte („Ich brauch’s richtig.“) kann leider nicht ganz mithalten, weil sie zu unspezifisch ist und in mehrere Richtungen ausgelegt werden kann, wovon die eine nichts beinhaltet, was ich mit der AOK in Verbindung bringen möchte.

Ausbaufähige Landing-Page

Auf der Rückseite der Karten wird dann sowohl ausgeschrieben als auch per QR-Code auf www.mehr-aok.de verwiesen. Diese Seite ist nett gemacht, aber im Grunde etwas langweilig und uninspiriert. Aus objektiven Gesichtspunkten kann man wenig dagegen einwenden, da dort große Bilder sind und ein Imagefilm, und der Seitenaufbau locker gestaltet ist. Trotzdem schrillten bei mir beim ersten Seitenbesuch alle Alarmglocken für „Werbeseite“ auf – was sich auch nicht mehr gewandelt hat. Für Menschen, die sich sowieso schon mit dem Thema befassen und überzeugt werden sollen, möglicherweise eine gute Sache, sofern sie sich nicht von der Heftigkeit der Werbebotschaft abschrecken lassen. Für Menschen wie mich, die einfach mal neugierig geschaut haben, was es da gibt, war das zu viel des Guten – viel AOK, viel glückliche Menschen … da sehne ich mir die Anti-Glückskekse von der Buchmesse zurück, wo man „Das Glück ist weg“ lesen konnte (beworben wurde das Anti-Glücksbuch, das ich hier leider nicht mehr bewerben kann, da der Glückskeks gegessen und der Zettel verschwunden ist).

Wie man mit eBook-Piraterie auch umgehen kann: Humble Bundle und Flatrate-Lösungen

Vorab: Teile dieses Blogeintrags haben Züge eines Rants. Ich bitte das freundlich zu beachten.

Illegale Portale haben die besseren Angebote.

Ob Serien, Filme, Musik: Nicht von den Verwertern bereitgestellte Angebote erfreuen sich gewaltiger Beliebtheit. Warum sollte das bei Büchern anders sein? Bislang war die Antwort einfach: Weil sie nicht umfassend als komfortable Digitalprodukte verfügbar waren. Wer will schon mit PDF-Scans arbeiten müssen?

Das ändert sich – zum Glück für alle Beteiligten. eBooks werden ansehnlicher, zumindest teilweise funktionaler und sie decken immer weitere Teile des Programms vieler Verlage ab. Aber leider sind die Angebote, die uns besagte Verlage machen, noch immer unattraktiver als die Alternativen:

Download-Foren weitaus attraktiver als Amazon & Co

[N]ur ein einziger Thread in einem populären Forum (boerse.bz ist unter den Top 100 der meistbesuchten Websites in Deutschland) kann in kurzer Zeit rein rechnerisch mehr E-Books unter das Volk bringen als alle legalen Buchhandels-Portale zusammen (gesamter Absatz in 2011: knapp 5 Mio. E-Books).

Und warum? Da fallen mir vor allem drei Gründe ein:

  • Weil der Content auf Piraterie-Seiten nicht durch DRM eingeschränkt wird. DRM bestraft den ehrlichen Kunden. Merkt euch das endlich, Verlage!
  • Weil die „illegalen“ Portale komfortabel sind. Das größte Problem ist beim Filesharing und Streaming, dass mal ein Server oder Torrent tot ist. Dann weicht man aus – dezentralen Strukturen sei Dank. Die legalen Portale verlangen langwierige Anmeldeprozesse. (Ein Argument pro Amazon, denn dort hat man sowieso ein Konto.) Sie verlangen DRM-Software (s.o.).
  • Weil der Content dort umsonst ist. eBooks sind im Durchschnitt zu teuer. Punkt.

Man lässt die Leute nicht bezahlen

Gucken wir mal über den Tellerrand des Buch-Contents, um Nutzerwünsche zu analysieren: Ich bin bekennender Serienfan. Und ich will keine 9 Monate nach Erstausstrahlung warten, bis meine Lieblingsserie (wenn überhaupt) in schlechter deutscher Synchronisation im Nachtprogramm eines schlechten deutschen Senders läuft, 9 Monate, während derer ich online wie offline Gespräche über eine Episode mitbekomme und an deren Ende ich sowieso schon alle guten Szenen durch Youtube und alle Entwicklungen via Twitter kenne. Ich will die Episode sehen, kurz nachdem sie der US- oder UK-Zuschauer gesehen hat. Alles andere ist lächerlich.

Dafür wäre ich ja auch bereit, zu bezahlen – wenn man mich ließe. Es gibt aber schlicht kein umfassendes oder bezahlbares Angebot der Rechteverwerter, die lieber an halbgaren Lösungen stricken. Im eBook-Segment sieht das ähnlich aus. Die Leute wedeln mit ihrem Geld – und werden es nicht los:

Plattformen wie online-library.ws bieten gegen eine monatliche Grundgebühr (in diesem Fall 39 Dollar) unbegrenzte, werbefreie Downloads hunderttausender DRM-freier E-Books und Hörbücher, freilich ohne Autorisierung der Rechteinhaber. Die Nutzer sind also durchaus bereit, etwas zu zahlen – doch bei legalen Angeboten werden sie durch hohe Preise und lästigen Kopierschutz abgeschreckt. (eBooks News)

Ändert bitte etwas an diesem Zustand.

Warum keine Innovation? Darum!

Projektstand am 19.10.

Oder sucht euch, liebe Autoren, Verleger, Verwerter, Rechteinhaber, andere kreative Ansätze, um euren Content bezahlt an den Mann zu bringen. Wie das HumbleBundle, über das ich auch schon einmal bloggte und über das nun auch der Buchreport schreibt. Bei diesem Ansatz, der bereits erfolgreich für Games und Musik ausprobiert wurde, bestimmt der Kunde, was er für ein Content-Paket bezahlt. Und sogar, wie sein Geld unter Autor, HumbleBundle und karitativen Zwecken aufgeteilt wird.

Tolle Idee – und eine, die beweist, dass Kunden durchaus bereit sind, Geld für Inhalte zu bezahlen. Es funktioniert – über die Masse, wie eine Flatrate-Lösung. Das sollte man auch in Deutschland einmal ausprobieren, oder? Achso – hat schon jemand? Und wurde vom Börsenverein und dem Preisbindungstreuhänder (was für ein Unwort) abgewatscht? So sieht Innovation aus …

Enno Lenze:

„Dass man das Produkt ,Buch‘ weiterdenken muss, ist keine Frage und ein Blick über den Tellerrand der Buchbranche zeigt einem, dass Flatrate-Modelle für Kulturgüter irgendwann die Lösung sein werden“.

Eine Flatrate ist natürlich keine eierlegende Wollmilchsau. Sie hat diverse Probleme, zuvorderst, wie das Verteilungsmodell aussehen soll. Oder dass sie immer an dysfunktionale bürokratische Riesenmaschinen wie die Gema erinnert. Vielleicht sind Abo-Modelle eine bessere Lösung, aber bitte nicht so halbherzig wie Skoobe. FAkt ist: Es muss sich was ändern. Und jeder Tag, der bis dahin verstreicht, treibt mehr Menschen weg von den legalen Vertriebswegen und jeder Tag kostet Geld.

Marketing der Woche (KW 42): EnBW

Postkarte mit dem Slogan "ich bin kein Vegetarier. Aber meine Steckdose."

Vielleicht war ich etwas langsam von Begriff, aber mir war wirklich nicht klar, worauf der Slogan hinauswollte, nämlich auf das Naturstrom-Angebot der EnBW. Und das mag ich prinzipiell gern, weil ich beim Umdrehen der Karte einen „Ah…“-Effekt hatte.

Der Spruch ist auf Identifikation, auf Vergleich mit sich selbst angelegt. Möglicherweise wird die Zielgruppe Vegetarier davon abgeschreckt, aber nicht einmal das glaube ich, da Vegetarismus als etwas Positives dargestellt wird. Wahrscheinlich ist es mehr die Harcore-Anti-Vegetarier-Fraktion, die kein Interesse fürs Umdrehen der Karte aufbringt. Da beide Gruppen aber keinen allzu großen Anteil in der hiesigen Bevölkerung ausmachen, wird die breite Masse – unabhängig von Alter, Geschlecht oder Herkunft – direkt angesprochen. Funktioniert gut!

 

Digital ist angekommen. Ein knapper Messerückblick

Sascha Lobo kam auch auf einen Plausch über dotbooks, sobooks und die Branche vorbei.

Es war eine schöne Buchmesse 2012.  M@rtha wurde mit dem letzten protoTYPE-Treffen zu einem ordentlichen Ende geführt – was daraus wird, muss sich zeigen. Ich hoffe, das Projekt verläuft nicht im Sande. Ich habe diverse nette Leute wiedergesehen, auf dem Twittwoch und dem Twittagessen, auf der Virenschleuder-Verleihung und einfach am Stand auch jede Menge neue nette Leute kennen gelernt. Die Stand-Zusammenarbeit mit GRIN und bilandia war eine Freude, genau wie mit den Kollegen.

TimSarah und ich.

Beim AKEP-Award allerdings wurden wir bei dotbooks ziemlich enttäuscht. So schön die erste Frankfurt Digital Night war, so traurig die Tatsache, dass wir nicht mit einer Nominierung bedacht wurden. Und das sage ich weniger als Mitarbeiter, sondern vor allem als Branchenbeobachter: [rant] Meine Favoriten waren innovative Projekte wie eBookmakr und dotbooks, nicht die zehntausendste App, die jeder hinbekommt, wenn er einer Agentur genug Geld dafür bezahlt. [/rant]

Digital ist angekommen.

Immer mehr Deutsche lesen eBooks. Das merkte man an zahllosen Dienstleistern in Halle 4.0, an den omnipräsenten Veranstaltungen zum Thema an den Fachbesuchertagen, aber vor allem an den Reaktionen von Besuchern aller Couleur. An diesen war ich so nah dran wie selten zuvor. Bei dotbooks haben wir ganz direkt mit den Lesern (aka Endkunden), aber auch mit Autoren, Agenten, anderen Verlagsmitarbeitern, „Branchenleuten“ usw. zu tun gehabt. Und digitaler Content war bei Lesern genauso beliebt wie bei Autoren, die in eBooks mehr Zukunft sehen als im Taschenbuch, die die neuen technischen und vor allem verlegerischen Möglichkeiten schätzen: Kurze Novellen, die sich im Print nie lohnen würden, sind genauso möglich wie ellenlange Epen. Und bei dotbooks wagen wir uns nun ja sogar an Lyrik …

Sandra Henke zwischen Tim Sonderhüsken und Beate Kuckertz.

Reader gibt es nun bereits ab 10 Euro, und auch das Pricing von eBooks (über das Steffen einen netten kleinen Artikel gebloggt hat) nimmt langsam vernünftige Gestalt an. Mehr und mehr Anbieter verzichten auf den Kauf-Killer DRM. ([eigenwerbung] dotbooks tat das übrigens von Anfang an. [/eigenwerbung]) Man kann den Lernprozessen zusehen – in doppelter Bedeutung, denn leider ist das Wachstum hier noch immer eher langsam. Aber es gibt eines, und das alleine ist ja schon etwas wert.

Und sonst so?

Storydrive und einige andere Veranstaltungen (und persönliche Termine) befassten sich mit dem Thema Transmedia, das mich bekanntlich sehr interessiert. Erzählkosmen, Immersion, die Story-Ökonomie spielten überall eine Rolle, wo es um Inhalte ging. Empfehlungssysteme arbeiten daran, den Wegfall des Sortiments zu kompensieren (und damit natürlich auch zu beschleunigen).

Fazit: Story-Cotent und digitale Form spielten Hand in Hand. Natürlich begegnet man auf dieser Messe vielen Vorreitern und nimmt diese besonders stark wahr – aber insgesamt ist die Branche auf einem gefühlt ganz guten Weg. Jedenfalls, wenn es ihr gelingt, die Themen und Erkenntnisse der Messe in den Alltag zu überführen – und das nicht alles nur Gerede von wenigen, aber einflusslosen Vorreitern war.

Frankfurter Buchmesse: Verlage auf dem Rückzug?

Die Verlage sind auf dem Rückzug – das war tatsächlich mein Eindruck auf der Frankfurter Buchmesse, allerdings nicht im negativen Sinn. Sie ziehen sich zurück, um mehr auf die vor- und nachgelagerten Akteure in der Wertschöpfungskette einzugehen: den Autor und/oder den Kunden. Diese Position konnte man an vielen Stellen heraushören: Zum Beispiel bei der Diskussion „Der Weg zum Kunden“, wo es unter anderem darum ging, dass Verlage sich gegenüber Self-Publishing-Angeboten positionieren müssen, indem sie sich für die (professionellen) Autoren attraktiv darstellen. Oder beim Vortrag „Making the most of your story: What’s transmedia really worth?“, in dem die gute (= mitreißende, packende, fesselnde …) Story als Voraussetzung aller weiteren Überlegungen angenommen wurde, da ohne diese kein Leser mitgenommen werden kann. Oder auch bei der Diskussion „protoTYPE meets Hochschule“, in der betont wurde, dass der Kunde bei Innovationen stets im Mittelpunkt stehen muss.

Wandel des Kulturverlegers

Auf den ersten Blick scheint diese Haltung, sich gegenüber seinen Autoren ebenso wie gegenüber seinen Lesern als möglichst attraktiver Partner zu präsentieren, selbstverständlich. Bedenkt man jedoch, dass auch heute viele Verleger noch als Kulturverleger agieren – also die Inhalte, die sie als kulturell wichtig erachten, versuchen, einem breiten Publikum nahezubringen – ist das ein gravierender Wandel. Das Selbstverständnis, das sich unter anderem aus der Annahme, Bücher seien ein Kulturgut und keine Ware, speist, gerät langsam, aber sicher ins Wanken. Und hier kommt die Digitalisierung ins Spiel: Für die Autoren gibt es dank fortschreitender Technologisierung die Möglichkeit, alle Schritte bis zur Buchveröffentlichung selbst durchzuführen – ob sie es wollen oder nicht, ist eine andere Diskussion. Für die Leser gibt es die Möglichkeit, sich zwischen zahllosen Bücher für ein paar zu entscheiden – um hier herauszustechen braucht man vor einem guten Marketing erst einmal ein Buch, das den Leser wirklich interessiert. Im zweiten Schritt kommen dann E-Books, Social Media etc. Die Notwendigkeit auf Verlagsseite, ein attraktiver Partner zu sein, steigt stetig.

Wie funktioniert der Wandel am besten?

Wie sich dieser Wandel (= Innovationen) am besten gestalten lässt, wurde vor allem in der ProtoTYPE-/Hochschule-Diskussion ausgeführt: Durch Lust! Ggf. noch durch Notwendigkeit, aber keinesfalls aus Angst oder aus Druck. Das klappt eigentlich nur dann, wenn der Verleger diesen Prozess nicht blockiert. Im Idealfall resultiert daraus eine Begeisterung, die für digitale Produkte ebenso stark ist wie für Print-Produkte – im Fachjargon spricht man dann vom „sexy epub“.