Wie geht’s dem Nachwuchs? – Hintergründe zur neuen JVM-Umfrage

Bereits vor zwei Jahren gab es eine Umfrage, die herausfinden wollte, wie es um die Arbeitsbedingungen des Buchbranchen-Nachwuchses bestellt ist. Dennis und ich waren damals mit-verantwortlich und haben hier darüber berichtet. Da es jetzt eine neue Umfrage gibt, haben wir Tobias Mohr, der als Mitglied der AG Nachwuchsrechte im Verein Junge Verlagsmenschen die aktuelle Umfrage koordiniert, zu den Details und Hintergründen befragt.

Alles fließt: Hallo Tobias. Richtet sich die aktuelle Umfrage nur an die Brancheneinsteiger, die seit der Einführung des Mindestlohns am 1.1.2015 ihr Volo und/oder Praktikum absolviert haben?

Foto von Tobias Mohr (Fotograf: Thomas Hartmann)
Tobias Mohr (© Thomas Hartmann)

Tobias Mohr: Der Schwerpunkt liegt tatsächlich auf den Brancheneinsteigern, die seit der Einführung des Mindestlohns ihr Volontariat und/oder Praktikum absolviert haben. Wir wollen in erster Linie wissen, was der Mindestlohn verändert hat und damit eine Vergleichbarkeit zur ersten Nachwuchsumfrage von 2014/2015 herstellen. „Wie geht’s dem Nachwuchs? – Hintergründe zur neuen JVM-Umfrage“ weiterlesen

Work hard, play hard – Jahrestreffen der JVM (mit Slot zu digitalem Nachlass)

“Work hard – Play hard” klingt nach 80-Stunden-Wochen, jeder Menge Koks und “American Psycho”. Oder nach Startup-Ausbeutung.

Programmpunkt digitaler Nachlass

Entsprechend gespannt darf man sein, wie die JVM das Jahrestreffen am Samstag, 30.7. unter diesem Motto ausgestalten. (Spoiler: Koks gibt’s keins. Jedenfalls nicht für alle.) Wir wissen zumindest: Dabeisein lohnt sich! Nicht nur, weil die Jungen Verlagsmenschen die beste Truppe ever sind, sondern auch, weil Sabine Landes und ich in den „Round Table-Sessions“ mit unserem Projekt digital.danach Rede und Antwort stehen. Bei digital.danach geht es um das Thema digitaler Nachlass und die Frage, was mit unser aller Daten nach unserem Tod passiert.

Was geht?

Außerdem moderiere ich am Abend das Pub-Quiz im Baal. Alle weiteren Infos, Anmeldemöglichkeit, Anfahrten etc. gibt es im Blog der JVM:

Junge Verlagsmenschen – Jahrestreffen

Ergo: Anmeldebefehl! Jetzt! Kostet für Mitglieder auch nur 25.- und für Nichtmitglieder 35.-. (Spoiler: Die Mitgliedschaft kostet 12.- p.a., die bekommt man also quasi geschenkt, wenn man Mitglied wird und sich dann anmeldet.)

Lohnt sich das mit den Büchern überhaupt? Event in Düsseldorf

Am 5.9. habe ich die Ehre, im Rahmen einer Veranstaltung der Jungen Verlagsmenschen zu moderieren. Mein etwas provokanter Titelvorschlag „Lohnt sich das mit den Büchern überhaupt?“ wurde leider abgelehnt, sodass die JVM nun unter dem etwas optimistischeren Motto „Weiterkommen mit Büchern? Bewerbung und Einstieg in der Buchbranche“ laden.  Hier die Infos zum Event und die offizielle Einladung:

Am 05. September 2015 bieten wir in Kooperation mit KUBUS (Programm zur Berufsorientierung und Praxisqualifizierung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) eine Veranstaltung an der Universität Düsseldorf zu Bewerbungen und Karriereperspektiven in der Buchbranche an. Studierende, Jobneulinge und Interessierte sind herzlich eingeladen, sich über Einstiegsmöglichkeiten, Bewerbungsstrategien und Berufswege zu informieren.
Weitere Informationen und Anmeldung: https://tinyurl.com/Einstieg-in-die-Buchbranche.Für Mitglieder der Jungen Verlagsmenschen e. V. ist die Teilnahme kostenlos, für alle anderen kostet die Teilnahme 10 € (inklusive Mittagssnack, zzgl. 1,35 € Anmeldegebühr).

„Lohnt sich das mit den Büchern überhaupt? Event in Düsseldorf“ weiterlesen

Netzwerk-Einerlei statt Visionen-Schmiede

Unspektakulär. Ganz nett, aber trotz vieler junger Leute auf einem Fleck fast gänzlich ohne Visionen. Ein Fazit des Jahrestreffens der Jungen Verlagsmenschen in Berlin.

Das war mein erstes Jahrestreffen der Jungen Verlagsmenschen (JVM). Trotz drei Jahren Mitgliedschaft (oder schon länger?) habe ich es bis dato noch nie auf ein Jahrestreffen geschafft. Zum einen, weil ich relativ lange kein Interesse wegen nicht vorhandener Wahrnehmung der überregionalen Vereinsarbeit hatte, zum anderen, weil ich mich immer gefragt habe, ob sich eine längere Fahrt für einen Tag Jahrestreffen lohnt. (Zum Hintergrund: Mein „Heimatverein“ Amnesty International diskutiert bei seiner Jahresversammlung zwei bis drei Tage intensiv und basisdemokratisch alle wichtigen Themen durch. Daher fand ich einen Tag – zur Hälfte sowieso Workshop – inhaltlich einfach extrem knapp bemessen. Und nur zum Netzwerken brauche ich kein Jahrestreffen.) Wie dem auch sei: Die Neugier hat gesiegt.

Bild einer der Folien der Präsentation
Schatzmeisterin Lena Augustin erklärt anhand von Strichmännchen, wie ein Verein funktioniert

Um kurz mal chronologisch zu berichten:

  • Los ging es mit der Satzungsänderung. Hier muss man die unterhaltsame und trotzdem informative Einführung von Schatzmeisterin Lena Augustin in die Funktionsweisen eines Vereins lobend hervorherben. Coole Neuerung in der Satzung: Es können Ehrenmitglieder ernannt werden. Neben Michael Hammerer, der dafür bereits im Gespräch ist, möchte ich an dieser Stelle auch Sascha Lobo vorschlagen.
  • Dann gab es Wahlen – leider ziemlich chaotisch, zum Glück sind fürs nächste Jahr geheime Wahlen geplant. Besonderes „Schmankerl“: Dennis Schmolk, die andere Hälfte dieses netten Blogs, ist zum 2. Vorstand gewählt worden.
  • Da heutzutage keine Konferenz mehr ohne Key-Note auskommt, hatten wir natürlich auch eine. Markus Kühn von FluxFM erzählte uns von Markenkraft. Mitgenommen habe ich: Einfach sein. Treu bleiben. Nachhaltigkeit im Sinne von Werteversprechen ernst nehmen. Und ansonsten nonkonform, ehrlich, konsistent sein und auf keinen Fall etwas auf Marktforschung geben.
  • Anschließend gab es eine Reihe von Workshops; ich war mit meinem zum Thema Crowdfunding nicht ganz zufrieden, aber das lag zum Teil auch daran, dass es einen kurzfristigen Referentenwechsel gab und ich schon relativ viel Vorwissen zu diesem Thema hatte.
  • Unterhaltungsprogramm gab’s auch, und zwar in Person des Poetry-Slammers Paul Gilius. Leider schlugen da dann auch bei mir, die relativ lange durchgehalten hatte, die Auswirkungen der fehlenden Klima-Anlage zu, so dass ich zu diesem Punkt eher wenig sagen kann.
Gemütliches Draußen-sitzen
Es gab tolle Sponsoren-Liegestühle 🙂
  • Zum Abschluss gab’s Gegrilltes (an dieser Stelle großes Lob ans Orga-Team, das einen extrem guten Caterer gefunden und auch sonst ziemlich gute Arbeit geleistet hat) und wer wollte, konnte noch weitergehen in Richtung Kneipe.

Leider hat sich meine Skepsis in einigen Punkten bewahrheitet: Die Zeit, um reine JVM-Themen zu besprechen, war viel zu gering kalkuliert. Zwar nahm die Änderung der Satzung (zurecht!) relativ viel Raum in Anspruch, was nicht jedes Jahr der Fall ist, doch dadurch wurde an allen anderen wichtigen Themen geknappt: den Berichten aus den Städtegruppen, dem Ausblick und den Wünschen, Fragen und Anregungen der Teilnehmer. Was vom Zeitplan her verständlich ist, aber eigentlich nicht sein darf.

Denn 1.: Wie soll ein Vorstand vernünftig arbeiten, wenn er die Wünsche der anderen Vereinsmitglieder nur aus lockeren Gesprächen in der Kaffeepause oder in der Kneipe kennt? Und 2. hat sich damit ein großer Mehrwert, den ich mir durch die Teilnahme erhofft hatte – nämlich überregionalen Einblick in die JVM-Arbeit und Infos, was in den anderen Städten läuft – in Luft aufgelöst. Netzwerken kann ich in München quasi jederzeit und Workshops besuchen auch, dafür brauche ich kein Jahrestreffen mit 6-stündiger Anfahrt.

Ich finde es wichtig, dass sich eine Organisation hinterfragt. Dass sie regelmäßig zurückblickt und resümiert, aber natürlich auch überlegt, wie sie sich in Zukunft verhalten soll. Ein Jahrestreffen ist eine gute Gelegenheit, um sich in einer großen Runde darüber auszutauschen, wer man als Verein ist und was sich die Mitglieder wünschen und erhoffen. Das stärkt außerdem das Gruppengefühl und die Verbundenheit mit dem Verein selbst. Die Veranstaltung hätte meinem Gefühl nach auch jede andere x-beliebige Branchenveranstaltung sein können: Nette Menschen, größtenteils weiblich, man plaudert ein bisschen und tauscht sich aus.

Dadurch, dass dieser besagte JVM-Teil gestrichen wurde, kam mein Gesamtbild „Unspektakulär“ zustande. Ich bin sicher, dass bei einer Ausblick- und Wünsche-Diskussion herausgekommen wäre, was die jungen Verlagsmenschen beschäftigt: Ob wir uns zum Beispiel in Junge Publishingmenschen umbenennen sollten, weil ein immer größerer Teil unserer Mitglieder gar nicht mehr in klassischen Verlagen arbeitet, ob wir zum Thema Mindestlohn bei Volontariaten Stellung nehmen wollen und sollen (ich finde: ja!), oder ob es Themen gibt, die bislang noch niemand auf dem Schirm hatte. Ob Löhne, Weiterbildungen, Arbeitszeitmodelle oder was auch immer – ein Jahrestreffen muss der Ort sein, wo man sich für die Zukunft aufstellt. Und damit auch ein Ort für Visionen. Die haben hier gefehlt.

"Mehr Katzen in Führungspositionen!" [Adventskalender]

Ich wünsche mir zu Weihnachten, dass es keine Schreibblockaden mehr gibt. Jeder, der muss, soll oder will, sollte auch schreiben können. Kein stundenlanges Starren auf den Bildschirm (wahlweise das gute alte Blatt Papier), kein Prokrastinieren, keine Ideenlosigkeit, kein Ideenklau und kein tagelanges Feilen am ersten Satz. Im Interesse aller Autoren, Blogger, Journalisten, Studenten, Texter und sonstiger Schreiberlinge! Wer weiß, wie viele gute Romane uns schon durch die Lappen gegangen sind, weil so ein mieser kleiner Schreibblockadenwicht sich im Kopf des potenziellen Autors eingenistet hatte. Damit soll jetzt Schluss sein. Ich will, dass alle Menschen ihr kreatives Potenzial voll entfalten können. Nicht, dass ich alles lesen will, was dabei heraus kommt… Aber es geht, wie so oft, ums Prinzip.

Ich wünsche mir außerdem mehr Katzenliteratur. Literatur über und von Katzen! Eine Katze für jeden Verlag. Einen Katzenkalender für jeden Verlag. Und dass YouTube wieder ausschließlich für seinen ursprünglichen Zweck verwendet wird: Katzenvideos. Ich bin außerdem für mehr Katzen in Führungspositionen!

Abgesehen davon, was soll man dieser Branche wünschen? Ich mache mir keine Sorgen um das Buch und seine Zukunft im digitalen Zeitalter. Das wäre ungefähr so, wie wenn man sich um die Zukunft der Erde sorgt. Dabei ist es der doch schnurzpiepegal, ob wir uns das Klima hier versauen. Sicher, man hat sich in den ersten Jahren etwas schwer getan mit der Digitalisierung und dem ganzen E-Book-Thema. Aber ist das nicht immer so, wenn ein neues Mitglied in die Familie kommt? Man muss sich halt erst daran gewöhnen, dass man die Aufmerksamkeit der Eltern nun teilen muss. Neuland will eben erst erkundet werden, bevor man sich dort ansiedelt. [Anmerkung der Autorin: Dieser Absatz wurde mit so wenig Sarkasmus wie möglich formuliert.]

Fot Lena AugustinVielleicht sollte ich meinen Wunsch, gemäß meiner Rolle als Fast-Absolventin, auch lieber dem Nachwuchs widmen? Aber ach, das Thema ist irgendwie auch schon durch und man verfällt viel zu leicht entweder in wütende Raserei oder in gequältes Jammern. Und das passt doch irgendwie nicht zu Weihnachten. Fassen wir also zusammen: Wenn sich nichts ändert, dann heißt es bald „Ich wollte mal was mit Büchern machen“.

Apropos, vielleicht sollte ich was mit Büchern und Internet machen. Was könnte man…? Ich hab’s, ich verkaufe Bücher über das Internet. Die Leute wählen sie online aus und ich schicke sie ihnen dann direkt nach Hause. Bis morgen. Ohne Lieferkosten. Und das Ganze braucht noch einen Namen, einen guten, starken Namen, der die Größe dieser Idee ausdrückt. Vielleicht benenne ich es nach einem riesigen Fluss. Vielleicht was mit A…

Da ich eh kein großer Weihnachtsfan bin und Wünsche doch auch immer irgendwie etwas Passives haben, wünsche ich der Branche lieber keine Wünsche mehr zu haben, sondern mehr Ideen. Ideen, bei denen der Kunde, nennen wir ihn Leser, im Fokus steht und nicht (oder nur indirekt) die Rettung eines Formats, einer Tradition oder eines antiquierten Geschäftsmodells.

Lena Augustin, Masterandin an der HTWK Leipzig, hat gerade ihre Arbeit zu „Markenführung in Buchverlagen“ abgegeben und ist deshalb außergewöhnlich gut gelaunt. Das könnte auch so bleiben, wenn sie bald eine spannende Aufgabe in einem Verlag findet. Außerdem steht sie total auf ihren Job als Schatzmeisterin im Vorstand der Jungen Verlagsmenschen, weil sie auf einmal viel mehr analoge Post bekommt. Bücher gehen digital. Briefe auch, aber nur doof.  XingTwitter

Bücherschau ohne E-Bücher. Oder: Was sich in München literarisch gerade so tut

Bild von Dennis Schmolk vor Vorsicht-Buch-Konstruktion
E-Book-Experte Dennis Schmolk wird vom überdimensionalen Print-Buch nicht nur gefesselt, sondern beinahe auch stranguliert …

Am Samstag war ich mit zwei Freunden auf der Münchner Bücherschau – die Eröffnung hatte ich leider verpasst. Ich war zum ersten Mal dort, hatte keine Ahnung, was mich genau erwarten würde, und war angenehm überrascht: Viele verschiedene Bücher in einer Umgebung, die wirklich dazu einlud, sich hinzusetzen und in Ruhe zu stöbern. Noch schöner fand ich, dass das (kostenlose) Angebot angenommen wurde und man nicht nur auf das klassische Bildungsbürgertum, sondern ein relativ gemischstes Publikum stieß.

Was fehlt? Natürlich die E-Books!

Abbildung einer Postkarte mit Bücherwünschen
Postkarte für Bücherwünsche

Aber natürlich konnte man auch hier früher oder später einen nicht allzu unerwarteten Wermutstropfen finden: Von E-Books keine Spur. Überall waren praktische Postkarten und Stifte, auf die man Bücherwünsche schreiben konnte, aber auf diesen war lediglich der Verweis auf (physische) Buchhandlungen zu finden. Das heißt, dass man zwar dazu angehalten wurde, seine Buchwünsche zu notieren, allerdings wurde man anschließend zu einer „realen“ Buchhandlung gelotst – etwaige Hinweise auf Online-Shops oder Online-Filialen von Händlern gab es nicht. Eine Spur in Richtung E-Books gab es lediglich in Form eines Sony-Readers im Eingangsbereich. Und natürlich kann man argumentieren, dass die Uhren in Bayern etwas langsamer laufen und hier halt alles etwas länger dauert, aber ich frage mich, wie lange diese Verleugnungsphase noch anhalten wird. Da die Veranstaltung vom Bayerischen Landesverband des Börsenvereins ausgerichtet wurde, finde ich das besonders kritisch – natürlich hat er in diesem Fall nur begrenzte Möglichkeiten der Gestaltung, da sich die Unternehmen selbst anmelden und um ihren Auftritt kümmern, aber vielleicht hätte bereits ein wenig gezielte Werbung in Richtung E-Book-Verlage etwas geändert.

Netzwerken in München

Ich möchte die Gelegenheit eines Artikels mit Lokalbezug außerdem zu einer kurzen Werbeeinblendung nutzen und auf die neu konstituierte Junge Verlagsmenschen Gruppe in München hinweisen. Da ich im Orgateam bin, würde ich mich freuen, wenn unsere nächsten Veranstaltungen (Weihnachtsfeier, Exkursionen, Diskussionsrunden …) alle überfüllt sind. Wer Interesse hat, kann sich hier unverbindlich für den Newsletter eintragen: https://jungeverlagsmenschen.de/ort/muenchen

"Der Buchbranche fehlt der Coolness-Faktor"

Wir haben zu unserer Blogparade Die “Neuen” – Aus- und Weiterbildung in der Buchbranche eine Reihe (zahlenmäßig und vor allem inhaltlich) erfreulicher Beiträge erhalten. Um das entsprechend zu würdigen, fassen wir hier zusammen, lesen nach und bedanken uns bei allen Teilnehmern und Beiträgern!

Ein schönes Mosaik: Diese Beiträge erntete unsere Blogparade.
Ein schönes Mosaik.

Azubis als Umdenker und Kommunikationsverbesserer

Postwendend nach unserem Aufruf beteiligte sich die künftige Medienkauffrau Anna-Lena Wingerter. Dafür vielen Dank! Anna-Lena hebt als Alleinstellungsmerkmal der Azubis die intime Kenntnis mit dem ausbildenden Haus hervor und plädiert für eine bessere Nutzung dieser Ressource.

Tigerenten 2.0

Frank Krings hat sich entschieden, nicht nur seinen früheren Tigerenten-Artikel für die Blogparade zu recyceln, sondern einen frischen Tipp zu geben: Nachwuchs, biete dem Unternehmen etwas, was es noch nicht hat! Er selbst zeigt sich in den Kommentaren etwas enttäuscht von der geringen Online- und Social-Media-Affinität vieler Nachwuchskräfte.

„Ich lese gerne“ reicht nicht!

Luise Schitteck hat ihr neues (lesenswertes!) Blog gleich genutzt, unserer Blogparade einen Beitrag beizusteuern. Sie moniert, dass Auszubildende, mit denen sie Workshop-Erfahrung gesammelt hat, sehr häufig in den Bereichen eReading und eCommerce unzureichend ausgebildet werden. Die Liebe zum Papier reicht eben einfach nicht.

„Berufsleben ist das, was ihr daraus macht!“

Dagmar Eckhardt alias GeschichtenAgentin hat viele Jahre Erfahrung als Ausbilderin. In ihrem Artikel beleuchtet sie, welche Eigenschaften gute Berufsanfänger haben oder entwickeln sollten: Neugierde, Weitblick, Eigeninitiative. Außerdem berichtet sie, welche Fortbildungen und Erfahrungen ihr besonders geholfen haben.

„Und was wird morgen aus uns?“

Hilke-Gesa Bußmann beklagt, dass der digitale Wandel zu häufig gar nicht oder ohne den Nachwuchs passiert. Sie moniert außerdem, dass Nachwüchsler vor dem Mitmischen in etablierten Organisationen wie dem AKEP viele Hürden überwinden müssen. Hilke wünscht sich ein stimmiges Bild der Buchbranche, zusammengesetzt aus Nachwuchs und alten Hasen.

Eine Kritik und Vision für junge Verleger

Charlotte Reimann berichtet als JVM-Städtegruppensprecherin ähnliches wie Frank Krings: Der Nachwuchs hat noch zu viele Vorbehalte gegenüber sozialen Medien und verkennt insbesondere deren Chancen, an etablierten Branchenstrukturen zu rütteln. Zur besseren Vernetzung und Auffindbarkeit von Buch(nachwuchs)-Blogs schlägt sie weiterhin vor, „1) eine Buchbranchen-Bloggergruppe zu gründen, die sich gegenseitig mit Rat und Tat zur Seite steht, und 2) auf der JVM-Website ein Blogroll mit allen Nachwuchsbloggern einzurichten, um die Wahrnehmung bestehender Blogs zu verbessern“.

„Lehrjahre sind keine Herrenjahre“

Last but not least: Mit spannenden und zitierwürdigen Ansichten beehrte uns auch Steffen Meier, der gefühlt drei Minuten vor der Deadline seinen Beitrag einreichte. Warum fehlt es der Branche an Coolness? Warum beweist sie keine Kreativität in den Arbeitsmodellen und -bedingungen, gerade für die viel vertretenen Frauen? Kurz: Was hat die und was hätte die Branche ihrem Nachwuchs zu bieten, wenn es nicht Geld ist?

Praktikum – Praktikum – Volo – Assistenz?

Keinen eigentlichen Beitrag, sondern eine kommentierende Zusammenfassung liefert uns Alena Dausacker von type:area. Sie greift Steffen Meiers These von der Un-Coolness der Branche auf und führt sie u.a. auf verkrustete universitäre Strukturen zurück. Und sie spricht einen wichtigen Punkt an: „Es kann nicht sein, dass man für ein Praktikum in der Branche bereits ein Praktikum in der Branche braucht – das widerspricht dem genuinen Sinn eines Praktikums.“

Die Zuspätgekommenen

Aufgrund vereinzelter Nachfragen entschlossen wir uns zum Ablauf der eigentlichen Deadline, noch eine „Nachzüglerphase“ einzuräumen.

Im Curriculum des Nachwuchses muss „Gender“ enthalten sein

Darüber sind wir froh, denn so erreichte uns noch Frauke Ehlers Beitrag „Ein Curriculum mit Gender-Perspektive„. Frauke knüpft an Steffens Überlegungen zur „weiblichen Branche“ an und stellt vor, was die BücherFrauen auf diesem Gebiet leisten.

Es ist schwierig, wahrgenommen zu werden

Jakob Jochmann ist neu in der Buchbranche – allerdings kein Nachwuchs, sondern ein Quereinsteiger: „Mir selbst geht es als Unternehmer mit eigenem Kapital (ich finanziere mich mit angespartem Geld aus meiner Zeit bei einer Unternehmensberatung) natürlich etwas anders als dem Nachwuchs, der sich erst noch um bezahlte Stellen oder gar unbezahlte Praktika balgen muss. Meine Probleme sind eher, als potentieller Geschäftspartner überhaupt von den Alteingesessenen wahrgenommen zu werden und Verständnis für meine neue Perspektive zu gewinnen.“

Fazit

Wir haben bekommen, was wir wollten: Einen guten Überblick und viele Einblicke in die Situation von Leuten, die in der Branche Fuß fassen wollen. Zwischenzeitlich tagte ein Nachwuchsparlament und wählte eine neue Doppelspitze. Das heißt: Es bleibt spannend. Wir danken allen Teilnehmern und Lesern und freuen uns schon auf die nächste Blogparade!

In eigener Sache: Transmediales Erzählen im Blog der Jungen Verlagsmenschen

© Dominique Conrad

Nur ein kleiner Hinweis in eigener Sache: Unser Projekt „Findet Jonathan“ hat Eingang gefunden in einen sehr lesenswerten Artikel von Dominique Conrad, mit der ich mich auf der FBM12 zwei Stunden lang angeregt über gegenwärtiges und zukünftiges Erzählen unterhalten habe. Außerdem zu Wort kommen Thomas Zorbach (mit der Kampagne zu Untot) und Doro Martin (Das Wilde Dutzend).

Und nebenbei: Unser YouTube-Trailer, der die Aktion begleitete, hat mittlerweile knappe 1000 Klicks. Nicht viel für YouTube – wohl aber für einen Buchtrailer.

Ein knapper Rückblick aufs Jahrestreffen der Jungen Verlagsmenschen

Das Jahrestreffen der Jungen Verlagsmenschen bei CPI in Ulm war spannend. Nicht nur, weil wir beim Verlassen des Geländes nach einigen Fläschchen Oxx eine wohl Rowling-begründete Sicherheitsprozedur über uns ergehen lassen mussten. Wegen des Eröffnungsvortrags von Sebastian Stude, der vor allem auf Sascha Lobos „Allgemeine Feststellungen“ Bezug nahm, die zur Gründung von sobooks führten.

Natürlich auch wegen des Programms (u.a. ein spannender Vortrag von @MiriamHofheinz über eBooks, der sich allerdings vorrangig an Einsteiger in die Materie richtete). Und wegen einer begrüßenswerten Entscheidung: Die bislang ziemlich unübersichtliche Website beim Börsenblatt soll generalsaniert werden. Das ist dringend nötig, denn bislang ist man über Facebook deutlich besser informiert als über die Website.

Am spannendsten waren aber natürlich die Gespräche beim Essen und in den obligatorischen Raucherpausen – Gespräche mit alten und neuen Bekannten, über alte Leidenschaften (Papier!) und neue Märkte. Mein persönliches Fazit: Eine nette kleine Veranstaltung, deren geplante Neuauflage ich gern wieder besuchen werde.