Work hard, play hard – Jahrestreffen der JVM (mit Slot zu digitalem Nachlass)

“Work hard – Play hard” klingt nach 80-Stunden-Wochen, jeder Menge Koks und “American Psycho”. Oder nach Startup-Ausbeutung.

Programmpunkt digitaler Nachlass

Entsprechend gespannt darf man sein, wie die JVM das Jahrestreffen am Samstag, 30.7. unter diesem Motto ausgestalten. (Spoiler: Koks gibt’s keins. Jedenfalls nicht für alle.) Wir wissen zumindest: Dabeisein lohnt sich! Nicht nur, weil die Jungen Verlagsmenschen die beste Truppe ever sind, sondern auch, weil Sabine Landes und ich in den „Round Table-Sessions“ mit unserem Projekt digital.danach Rede und Antwort stehen. Bei digital.danach geht es um das Thema digitaler Nachlass und die Frage, was mit unser aller Daten nach unserem Tod passiert.

Was geht?

Außerdem moderiere ich am Abend das Pub-Quiz im Baal. Alle weiteren Infos, Anmeldemöglichkeit, Anfahrten etc. gibt es im Blog der JVM:

Junge Verlagsmenschen – Jahrestreffen

Ergo: Anmeldebefehl! Jetzt! Kostet für Mitglieder auch nur 25.- und für Nichtmitglieder 35.-. (Spoiler: Die Mitgliedschaft kostet 12.- p.a., die bekommt man also quasi geschenkt, wenn man Mitglied wird und sich dann anmeldet.)

5 Tipps, wie man auf Veranstaltungen twittert und trotzdem nicht das Beste verpasst

Vor ein paar Tagen geisterten Aufrufe durchs Social Web, dass die Leute wieder mehr twittern sollen. Man mag davon halten, was man will, aber für diejenigen, die genauso wenig multitasken können wie ich und sich fragen, wie sie das machen sollen, habe ich ein paar Tipps gesammelt.

Aber von vorn: Ich wurde im Rahmen des Barcamps Nürnberg zu Twitter verführt, da sehr viele Twitterer dort unterwegs waren und ich mich des Gefühls nicht erwehren konnte, dass ich etwas verpasse. Gedacht, getan – am 13. März 2016 habe ich mich also unter dem Namen @keinmultitasker auf Twitter angemeldet. Seitdem twittere ich vor allem auf Veranstaltungen wie der Direttissima oder der re publica.

Ich habe – gemäß meines Namens keinmultitasker – nicht lange gebraucht, um vor einer Frage zu stehen: Wie twittert man auf einer Konferenz anständig, wenn man trotzdem noch zuhören will? Vor allem angesichts der Tatsache, dass man idealerweise nicht nur selbst twittert, sondern auch auf die Tweets anderer Menschen reagiert. Ich konnte zumindest ein paar Taktiken ausmachen, die weiterhelfen:

  1. Vor Beginn der eigentlichen Veranstaltung twittern: Tweets kann man super absetzen, bevor es losgeht: Entweder in der U-Bahn auf dem Weg zum Event (à la „Ich freue mich auf euch alle/das Event/das tolle Essen …“) oder kurz vor Beginn, wenn alle gespannt da sitzen und warten, dass es losgeht (à la „Gleich geht’s los …/ Ungeduldiges Warten auf Redner xy“). Vorteile: Man zeigt Präsenz und hat schon mal was zur Veranstaltung an sich getwittert, ohne dass man dadurch Aufmerksamkeit vom Thema abziehen musste.
  2. Podiumsdiskussionen sind besser als Vorträge: Während Diskussionen fällt es leichter zu twittern. Die Gedanken der Diskutanten kommen weniger geballt und fokussiert, so dass man hier tatsächlich nicht immer die volle Aufmerksamkeit zum Zuhören benötigt. Bei Vorträgen ist man schnell mal raus, wenn man zwei Minuten nicht zuhört, aber bei Diskussionen kann man immer wieder einsteigen. Vorsicht: Wichtige Aussagen werden oft von vielen Zuhörern gleichzeitig geteilt, so dass man dabei oft untergeht. Schnell sein kann helfen oder sich stattdessen auf weniger zentrale Thesen – die letzten Endes oft genug genauso zentral sind – fokussieren.
  3. Beherrscht eure Twitter-Basics: Liken, retweeten, auf Fragen oder Tweets der Kollegen antworten – all das sind probate Mittel, um Aktivität zu zeigen, ohne dass man selbst viel (Kreativ-)Arbeit hat.
  4. Danach ist nicht zu spät: Es ist völlig legitim, sich nicht als Live-Twitterer abzumühen, sondern stattdessen hinterher eine kurze Zusammenfassung oder ein Resümee zu twittern. Das sollte natürlich halbwegs zeitnah passieren, aber hat den Vorteil, dass man sich mittlerweile ein Bild der gesamten Session gemacht hat und oft schlauere Dinge dazu sagen kann als währenddessen.
  5. Und wenn euch mal nichts einfällt, genießt einfach das Event: Zu guter Letzt sollte man sich selbst nicht zu sehr unter Druck setzen. Mal ergibt sich eine Inspiration für einen Tweet ganz unverhofft beim Mittagessen, und mal nicht, weil man viel zu sehr ins Gespräch mit einem guten Bekannten vertieft war. Man kann hinterher immer noch einen ausführlichen Blogartikel über das Event schreiben und diesen teilen. Es gibt Dauer-Twitterer, von denen jeder gewohnt ist, dass alle zwei Stunden etwas Neues kommt, aber es ist meines Erachtens ganz normal, dass viele Menschen eine viel geringere Tweet-Frequenz haben. Ach ja: Heimwegfotos und -tweets inklusive Abschiedsschmerz und/oder Fazit sind auch immer gut.

Habt ihr weitere hilfreiche Erfahrungen gemacht?

Copyright: kris krüg via Flickr cc

CONTENTshift: Fünf Fragen an Dorothee Werner

CONTENTshift (Website), das Accelerator-Programm des Börsenvereins für die Content-Branchen, befindet sich seit April 2016 in der Bewerbungsphase und läuft am 1. Juli an. Wir haben Dorothee Werner, die das Programm auf Seiten des Börsenvereins betreut, fünf Fragen gestellt!

Von wem kam die Idee zum Accelerator „CONTENTshift“ des Börsenvereins?

CONTENTshift: Dorothee Werner, Börsenverein
Dorothee Werner. (c) Börsenverein

Die Idee entstand im Rahmen der Eisbrecher-Tour und der Events des Börsenvereins für den startup-club. Das sind Netzwerkveranstaltungen in ganz Deutschland, bei denen wir Start-ups mit der Buchbranche zusammenführen. Dabei wurde deutlich, dass ein riesiges Interesse auf beiden Seiten besteht. Auf Seiten der Start-ups, weil sie mehr über die Branche erfahren und sich mit den Menschen vernetzen wollen, und auf Seiten der Verlage und Buchhandlungen, die von den Arbeitsweisen kleiner, agiler Teams lernen wollen. Aber auch, weil die Unternehmen sehen, dass notwendige Innovationen oftmals erst durch Start-ups und innovative Kooperationen in die Branche gebracht werden.

Welche Ideen stehen im Fokus – für welche Startups ist es sinnvoll, sich zu bewerben?

Generell möchten wir das nicht allzu weit eingrenzen. Die Branchengrenzen verschwimmen, es wäre töricht mit Abgeschlossenheit darauf zu antworten. Letztlich hängt der Wert eines Start-ups für die Branche aber auch nicht von der ursprünglichen Idee ab, sondern von dem Markt, den die Gründer betreten wollen. Ein Beispiel: Start-ups, die auf NFC- und anderen Lokalisierungs-Technologien aufbauen, sind in den letzten Jahren aus dem Boden geschossen. Ob sie aber Lösungen für Heimwerkermärkte oder für Buchhandlungen entwickeln, ist zunächst zweitrangig. Deswegen ist für uns wichtig, dass sich das Geschäftsmodell unabhängig von der Idee auf das Konzept Inhalte übertragen lässt. Denn im Grunde ist die Buchbranche keine, die nur von papierenen Seiten zwischen einem Deckel abhängt. Vielmehr transportiert sie Inhalte in die vom Kunden gewünschte Form.

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Welche „etablierten Unternehmen“ sollten sich einkaufen – und was bekommen sie dafür?

Sechs Unternehmen haben jeweils 10.000 Euro in den Accelerator investiert: Bonnier Deutschland, Holtzbrinck Digital, Thalia, die Thieme Gruppe, StoryDocks und die österreichische MANZ’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung. Diese Unternehmen beteiligen sich, weil sie auf diese Art exklusiv eine große Zahl von Ideen und internationale Start-ups zugeführt bekommen. Sie werden Teil der Jury, die die spannendsten Geschäftsmodelle bewertet. Außerdem unterstützen wir die Unternehmen durch unseren Partner Media Deals bei allen Fragen des Investitionsprozesses. Aber nicht nur die Start-ups profitieren vom Wissen der Investoren. Umgekehrt können die Investoren die unverbrauchten Herangehensweisen und den Input der Gründer auch für ihre eigenen unternehmensinternen Fragestellungen nutzen.

Viele Accelerator-Programme laufen über längere Zeit und schließen mit einem Demo-Day ab. Was soll am Ende des dreimonatigen „Content Shift“ stehen?

Acceleratoren haben grundsätzlich eher eine kürzere Laufzeit als Inkubatoren. Bei CONTENTshift müssen die sich bewerbenden Start-ups die Ideenfindungsphase bereits abgeschlossen haben und ein Geschäftsmodell vorlegen können. Das Programm läuft zur Frankfurter Buchmesse aus. Dort können die verbliebenen fünf Start-ups vor internationalen Investoren pitchen und das Sieger-Start-up wird mit 10.000 Euro prämiert. Außerdem bieten wir den Gründern die Möglichkeit, gemeinsam in einer Start-up-WG zu wohnen und führen sie vor Ort in die Branche ein. Auch eine Messepräsenz für die Jungunternehmer ist garantiert.

Abschließend: Wie zufrieden ist der Börsenverein insgesamt bislang mit den Start-up-Aktionen von protoTYPE bis zur Start-up-Area auf der Frankfurter Buchmesse?

Sehr. Neben protoTYPE, der Konferenz digital*litera und den Eisbrecher-Events gibt es auch den startup club. Und bei allen Projekten und Aktionen spüren wir eine große Offenheit, Neugier und Begeisterungsfähigkeit auf den Seiten der Gründer und der etablierten Branchenunternehmen. Dass Austausch stattfinden muss, damit eine Branche innovativ bleibt, daran zweifelt heute niemand mehr. Und der Erfolg hat unserem Riecher recht gegeben: Aus 16 Projekten bei protoTYPE sind drei echte Unternehmen hervorgegangen – eine gute Bilanz!

Die #rpTEN in 6 Mal 140 Zeichen

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Jeder ist mit technischen Devices ausgestattet und für Pausen lockt das Bällebad 😉

Unsere erste re publica! Wir möchten keinen langen Bericht darüber verfassen, in dem wir ausführlichst von den Essenspreisen, der WLAN-Qualität und ähnlichem berichten, sondern in maximal 140 Zeichen auf drei unserer Lieblingssessions eingehen.

Die Top3-Sessions von Dennis:

  • @wilddueck über #cargokulte
    Ruhig, unterhaltsam, wie immer lehrreich: wir alle sind Anhänger und beschwören Flugzeug-Geister (oder Kreativität durch #designthinking)
    Session und Video: https://re-publica.de/16/session/cargo-kulte
  • Richard Sennett – The City as an Open System
    Modernes Stadtdesign reduziert Komplexität zu sehr: Gruppen separiert, Systeme geschlossen, „all look alike“. Gefährliche Apartheid. #BeOpen
    Session und Video: https://re-publica.de/16/session/city-open-system

Die Top3-Sessions von Hanna:

Und zum Abschluss noch ein kurzes Video, wie es aussieht, wenn man Virtual Reality Sachen testet:

Abwechslungsreicher Auftakt – Rückblick auf die neue Konferenz #dico16

Blick vom ersten Stock in den Vorraum, in dem man sich in den Pausen zum Netzwerken traf.
Blick vom ersten Stock in den Vorraum, in dem man sich in den Pausen zum Netzwerken traf.

Holla – war das ein Auftakt! Die Direttissima (#dico16) hat es gleich beim ersten Mal geschafft, mich – und soweit ich mitbekommen habe, viele weitere Teilnehmer  – von ihrem Format zu überzeugen. Der Blick über den Tellerrand wurde gelobt, die kurzen Speakerslots, die stimmige Organisation … aber von vorn.

Zum ersten Mal von der Direttissima gehört habe ich am Anfang des Jahres. Ich fand die Veranstaltung deshalb interessant, weil ich die Möglichkeit sah, viele Leute zu treffen, die ich kenne, aber gleichzeitig der allzu enge Buchfokus dieses Mal fehlen sollte – da ich seit Herbst in einem Fachzeitschriftenverlag arbeite, kann ich damit nämlich nicht mehr viel anfangen. Auch preislich war die Konferenz m.E. so angelegt, dass man sie mal auf gut Glück ausprobieren und auch den Arbeitgeber davon überzeugen konnte.

Als ich dann das finale Programm sah, dachte ich noch, dass das ein ganz schön straffes Programm werden würde. Das hat sich auch bewahrheitet: Es gab jede Menge kurzer Vorträge – was ich als jemand, der lange Vorträge sehr schnell langweilig findet, ziemlich toll fand! Ich konnte dadurch viel kreativen Input mitnehmen und hatte auch viel weniger „Durchhänger-Phasen“ als bei vergleichbaren Veranstaltungen.

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Der quasi namensgebende Vortrag, in dem Bergsteiger Stefan Glowacz vom Weg zum Gipfel erzählte.

Die Vorträge selbst drehten sich um verschiedenste Digital-Themen: von Coworking und Plagiaten über Vernetzung und Empathie im Netz bis hin zu Inszenierung und Hilfe im digitalen Raum. Die Liste der Redner war vielfältig und beinhaltete auch hochkarätige Redner wie Dirk von Gehlen, NeinQuarterly oder Sina Trinkwalder.  Besonders schön fand ich dabei, dass auch für „gesellschaftlich wertvolle“ Beiträge wie „Help!“ oder „Woman in Tech“ Platz geschaffen wurde.

Ich will nicht verhehlen, dass ich am Ende des Tages durchaus ziemlich ausgelaugt war. So viel Input von der Bühne und dazu das regelmäßige Twittern (das zumindest ich nicht gewohnt bin) können einen ziemlich schaffen. Glücklicherweise gab es regelmäßige Kaffeepausen mit leckerer Verpflegung und die Möglichkeit, vor der Alten Kongresshalle frische Luft zu schnappen.

 

Was ich sonst noch positiv fand:

  • der späte Beginn um 10 Uhr – super für Ungern-Frühaufsteher wie mich!
  • die „Beschilderung“ von der U-Bahn aus – ich hätte mich sonst von Google Maps wohl in einem großen Bogen zur Alten Kongresshalle leiten lassen
  • das Programm war auf der Rückseite des Umhängeschilds mit dem Namen  abgedruckt – wahnsinnig praktisch, weil ich sonst auf Events immer noch einen zusätzlichen Zettel mit mir rumschleppe

 

Whisky-Proben für die Diskussion über Emotionen und Genuss - mit und über Whisky.
Whisky-Proben für die Diskussion über Emotionen und Genuss – mit und über Whisky.

Was man beim nächsten Mal – und ja, ich hoffe auf eine Wiederholung – noch verbessern könnte:

  • der Blick über den Tellerrand war mehr eine theoretische Angelegenheit. In den Vorträgen war er vorhanden, bei den Teilnehmern habe ich hauptsächlich alte und neue Bekannte aus der Buchbranche entdeckt und kennengelernt.
  • die Location fürs Abendessen und die Party hatte leider kein laktosefreies Essen, weshalb ich dann schon gegen 21 Uhr abgedampft bin, um mir essbares Essen zu suchen
  • Redner, die ihre Redezeit über die Maßen überziehen, dürfen meiner Ansicht nach ruhig der Bühne verwiesen werden – just my two cents

Die #dico16-Macher im Interview

Direttissima – The Conference ist eine eintägige Konferenz, die am 22.4. von 10–18 Uhr in der Alten Kongreßhalle, München, zum ersten Mal stattfindet: die #dico16. Wir haben die Macher hinter der Konferenz interviewt: Robert Goldschmidt und Felix Wegener von diretissima.

Sagt uns doch bitte eingangs in jeweils einem Satz, wer ihr seid, was ihr macht und worum es bei der #dico16 geht!

Wir sind die Inhaber der neuen Marketing- und Web-Agentur DIRETTISSIMA im Münchner Westend. Als eines unserer ersten Projekte veranstalten wir am 22.04.2016 die gleichnamige Konferenz für die Verlags- und Medienbranche.

Konferenzen gibt es viele, und jedes Mal, wenn man eine Ankündigung liest oder eine Einladung erhält, fragt man sich: Wofür braucht es jetzt ganz konkret diese Konferenz auch noch? Daher die Frage: Was erwartet die Besucher auf der direttissima, was sie nirgendwo anders bekommen? Was ist der wichtigste Mehrwert?

www.raimund-verspohl-portraits.com
www.raimund-verspohl-portraits.com

Wir haben gesehen, dass die meisten Veranstaltungsformate sehr auf die eigene Branche oder auf ein dezidiertes Thema konzentriert sind. Dabei werden andere Arbeits- und Lebenswelten angeschnitten oder über Keynotes aufgegriffen.
Wir wollen hierbei einen Schritt weitergehen und die Vielfältigkeit aller Branchen vorstellen. Es gibt unzählige Innovationsen- und Lösungsansätze für Probleme der Gegenwart. Diese entwickeln sich aber je nach Branche in unterschiedlichen Zeiten, Ausprägungen und Problemfeldern. Dass man voneinander lernen kann ist unbestritten. Wir möchten mit der DIRETTISSIMA eine Konferenz für die Verlags- und Medienbranche etablieren, die auf Branchendurchlässigkeit setzt und die Themen von Außen einholt.

Ihr wollt ganz gezielt die Buchbranche in der Themen- und Referentenwahl verlassen. Trotzdem sind mit Wibke Ladwig, Leander Wattig, Dirk von Gehlen und anderen die „alten Hasen“ unter den Buch- und Presse-Digitalos vertreten. Was ist euer Plan für den Brückenschlag über die Branchen hinweg?

Das auch Branchen-bekannte Referenten mit an Bord sind stützt nur unsere Idee und Denkweise. Denn die Perspektive muss auch für die vielen Teilnehmer aus anderen Branchen möglich sein. Die Auswahl der Speaker und somit die perfekte Mischung ist für eine – erstmalig durchgeführte – Konferenz auch immer ein spannender Prozess. Durch die Vielfältigkeit – auch bei bereits bekannten Referenten – der neuen Themen unterscheidet sich die DICO und versucht mit viel Austausch und Nähe den erwähnten Brückenschlag.

„Die #dico16-Macher im Interview“ weiterlesen

Lohnt sich das mit den Büchern überhaupt? Event in Düsseldorf

Am 5.9. habe ich die Ehre, im Rahmen einer Veranstaltung der Jungen Verlagsmenschen zu moderieren. Mein etwas provokanter Titelvorschlag „Lohnt sich das mit den Büchern überhaupt?“ wurde leider abgelehnt, sodass die JVM nun unter dem etwas optimistischeren Motto „Weiterkommen mit Büchern? Bewerbung und Einstieg in der Buchbranche“ laden.  Hier die Infos zum Event und die offizielle Einladung:

Am 05. September 2015 bieten wir in Kooperation mit KUBUS (Programm zur Berufsorientierung und Praxisqualifizierung an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) eine Veranstaltung an der Universität Düsseldorf zu Bewerbungen und Karriereperspektiven in der Buchbranche an. Studierende, Jobneulinge und Interessierte sind herzlich eingeladen, sich über Einstiegsmöglichkeiten, Bewerbungsstrategien und Berufswege zu informieren.
Weitere Informationen und Anmeldung: https://tinyurl.com/Einstieg-in-die-Buchbranche.Für Mitglieder der Jungen Verlagsmenschen e. V. ist die Teilnahme kostenlos, für alle anderen kostet die Teilnahme 10 € (inklusive Mittagssnack, zzgl. 1,35 € Anmeldegebühr).

„Lohnt sich das mit den Büchern überhaupt? Event in Düsseldorf“ weiterlesen

Wohin auf der Leipziger Buchmesse?

Die Leipziger Buchmesse steht schon fast wieder vor der Tür und es gibt ein paar Veranstaltungen aus dem Fachprogramm, die man sich unbedingt in den Kalender eintragen sollte. Mich trefft ihr leider nicht auf allen an, da ich voraussichtlich nur am Freitag auf der Messe bin.

Fehlt was? Ergänzt gern in den Kommentaren, wenn es spannende Veranstaltungen gibt, die mir durchgerutscht sind! (Sind wahrscheinlich jede Menge …)

Event-Marathon in München – ein Rückblick

Ein ereignisreiches Wochenende liegt hinter uns! Die Lange Nacht des eBooks, das eBook-Camp und der Recruiting Day – letztere fanden leider zeitgleich statt. Wir möchten kurz von einem Teil der Veranstaltungen berichten:

Lange Nacht des eBooks

Freitag, 17 Uhr, Hanser Box (Dennis)

Jo Lendle präsentierte sympathisch offen und ehrlich die ersten Erfahrungen des Verlags mit der HanserBox. Die Key facts: Bislang ist das Projekt, wie seit ehedem geplant, ein Plus-Minus-Null-Geschäft. Die Auflagen entsprechen eher denen eines Lyrikverlags – während die ersten „großen“ eBooks sechsstellige Auflagen erreichen. Lendle verbucht das Projekt unter „Research & Development“ – und ist in diesem Sinne ganz zufrieden. Mein Fazit, auch danach: Eine spannende Idee, um Autoren kleine Formate anzubieten, aber sicher keine heilsbringende Geschäftsidee. Die hat Hanser vielleicht auch gar nicht nötig.

Freitag, 19 Uhr, Chance eBook! (Hanna)

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Der Zuschauerraum füllte sich stetig

Die Autoren Tanja Kinkel und Albrecht Mangler sprachen mit zwei dotbooks-Vertretern über die Möglichkeiten des digitalen Publizierens. Viele Aussagen der Autoren waren vorhersehbar bzw. entsprachen dem Klischee, das man von den beiden hatte. Auf der einen Seite Tanja Kinkel als „klassische“ Autorin, die ihre Bücher in ihrer Anfangszeit noch handschriftlich verfasst hat und jetzt am Computer schreibt, auf der anderen Seite Newcomer Albrecht Mangler, der nicht nur beruflich die technischen Möglichkeiten ausreizt, sondern seiner „Schreibtätigkeit“ per Sprachapp in der U-Bahn nachgeht.  So ging es dann mit einigen ähnlichen Themen mäßig spannend weiter und als keine Fragen mehr zu klären waren, hat der gute alte Content  mal wieder gesiegt: Es gab Kurz-Lesungen der beiden Autoren. Vielleicht würde ich die Veranstaltung etwas positiver beschreiben, wenn ich mehr verstanden hätte: Die Akustikverhältnisse waren sehr ausbaufähig, was ich insbesondere deswegen grenzwertig finde, weil das anscheinend im Vorjahr auch schon der Fall war.

Freitag, 20:30 Uhr, Von Leseflatrates & Selfpublishern – Die Zukunft des digitalen Lesens (Hanna)

Weil die Akustiverhältnisse aufgrund der gestiegenen Besucherzahl noch grauenvoller waren als bei der vorigen Veranstaltung, habe ich meine Begleiter in eine andere Location geschleppt – unter ihnen auch Dennis, so dass auch er nichts berichten kann. Aber wir haben viele Leute gesehen, die wir kannten ;-).

Recruiting Day

Erstes Mal (Hanna)

Dennis Blick von der Bühne
Dennis‘ Blick von der Bühne

Ich war dieses Jahr zum ersten Mal auf dem Recruiting Day – und fand es eigentlich ganz okay, dafür dass ich kein großer Fan von Jobmessen bin. Das unangefochtene Buzzword der Veranstaltung war „Leidenschaft“, so dass sich eine Allrounderin schon zu der Nachfrage genötigt sah, was man denn macht, wenn man, typisch Allrounder, keine spezifische Leidenschaft hat, sondern alles ein bisschen macht. Allgemein fand ich schade, dass nur so wenige Verlage vertreten waren – das erklärt auch, warum sich nach der Hälfte der Veranstaltung das Publikum halbiert hatte. Aber es waren nichtsdestotrotz viele interessante Menschen dort, so dass man tolles Networking betreiben konnte. Nur eines hat sich komisch angefühlt: Anders als beim gestrigen eBook-Camp hatten fast alle Leute bei den Workshops ihre Handys komplett in der Tasche. Das Gefühl von „jeder checkt gerade seine Nachrichten oder twittert noch“ hat gefehlt und alles war ein Stück konservativer. Aber das ist angesichts des Veranstaltungsformats auch nicht verwunderlich.

Viele, viele Gespräche (Dennis)

(c) JVM/Presse
(c) JVM/Presse

Als Vorstandsmitglied der JVM und Mitreferent eines Workshops waren für mich die Vorzeichen gesetzt: Ich habe vor allem unglaublich viel geredet, von der Orga am Morgen über die Begrüßung auf der Bühne und Rekrutierungsgespräche am Stand bis zur Verabschiedung all der netten Menschen, die viel gearbeitet haben, um den Recruiting Day möglich zu machen. Die unterschiedlichsten Leute aus dem Publishing waren an den Ergebnissen unserer Nachwuchsumfrage interessiert, die wir auf der #LBM15 präsentieren werden.

Ich habe viele (größtenteils interessante) Menschen getroffen, aber leider vom Programm (außer unserem eigenen Workshop, in dem wir mit den Teilnehmern über Bewerbungsgespräche redeten) nichts mitbekommen. Daher kann ich nur mein „Ausstellerfazit“ ziehen: Es hat sich gelohnt, hat viel Spaß gemacht – und mich zuhause den Schlaf der Gerechten schlafen lassen!

Fazit

Sehr praktisch, dass wenigstens alle Veranstaltungen in München stattgefunden haben (zumindest, wenn man dort wohnt). Trotz einiger Schwächen hat sich alles irgendwie gelohnt, und sei es nur wegen der anderen Leute, die man treffen konnte.

In näherer Zukunft gibt es übrigens folgende Veranstaltungen in München, die in eine ähnliche Richtung gehen:

Netzwerk-Einerlei statt Visionen-Schmiede

Unspektakulär. Ganz nett, aber trotz vieler junger Leute auf einem Fleck fast gänzlich ohne Visionen. Ein Fazit des Jahrestreffens der Jungen Verlagsmenschen in Berlin.

Das war mein erstes Jahrestreffen der Jungen Verlagsmenschen (JVM). Trotz drei Jahren Mitgliedschaft (oder schon länger?) habe ich es bis dato noch nie auf ein Jahrestreffen geschafft. Zum einen, weil ich relativ lange kein Interesse wegen nicht vorhandener Wahrnehmung der überregionalen Vereinsarbeit hatte, zum anderen, weil ich mich immer gefragt habe, ob sich eine längere Fahrt für einen Tag Jahrestreffen lohnt. (Zum Hintergrund: Mein „Heimatverein“ Amnesty International diskutiert bei seiner Jahresversammlung zwei bis drei Tage intensiv und basisdemokratisch alle wichtigen Themen durch. Daher fand ich einen Tag – zur Hälfte sowieso Workshop – inhaltlich einfach extrem knapp bemessen. Und nur zum Netzwerken brauche ich kein Jahrestreffen.) Wie dem auch sei: Die Neugier hat gesiegt.

Bild einer der Folien der Präsentation
Schatzmeisterin Lena Augustin erklärt anhand von Strichmännchen, wie ein Verein funktioniert

Um kurz mal chronologisch zu berichten:

  • Los ging es mit der Satzungsänderung. Hier muss man die unterhaltsame und trotzdem informative Einführung von Schatzmeisterin Lena Augustin in die Funktionsweisen eines Vereins lobend hervorherben. Coole Neuerung in der Satzung: Es können Ehrenmitglieder ernannt werden. Neben Michael Hammerer, der dafür bereits im Gespräch ist, möchte ich an dieser Stelle auch Sascha Lobo vorschlagen.
  • Dann gab es Wahlen – leider ziemlich chaotisch, zum Glück sind fürs nächste Jahr geheime Wahlen geplant. Besonderes „Schmankerl“: Dennis Schmolk, die andere Hälfte dieses netten Blogs, ist zum 2. Vorstand gewählt worden.
  • Da heutzutage keine Konferenz mehr ohne Key-Note auskommt, hatten wir natürlich auch eine. Markus Kühn von FluxFM erzählte uns von Markenkraft. Mitgenommen habe ich: Einfach sein. Treu bleiben. Nachhaltigkeit im Sinne von Werteversprechen ernst nehmen. Und ansonsten nonkonform, ehrlich, konsistent sein und auf keinen Fall etwas auf Marktforschung geben.
  • Anschließend gab es eine Reihe von Workshops; ich war mit meinem zum Thema Crowdfunding nicht ganz zufrieden, aber das lag zum Teil auch daran, dass es einen kurzfristigen Referentenwechsel gab und ich schon relativ viel Vorwissen zu diesem Thema hatte.
  • Unterhaltungsprogramm gab’s auch, und zwar in Person des Poetry-Slammers Paul Gilius. Leider schlugen da dann auch bei mir, die relativ lange durchgehalten hatte, die Auswirkungen der fehlenden Klima-Anlage zu, so dass ich zu diesem Punkt eher wenig sagen kann.
Gemütliches Draußen-sitzen
Es gab tolle Sponsoren-Liegestühle 🙂
  • Zum Abschluss gab’s Gegrilltes (an dieser Stelle großes Lob ans Orga-Team, das einen extrem guten Caterer gefunden und auch sonst ziemlich gute Arbeit geleistet hat) und wer wollte, konnte noch weitergehen in Richtung Kneipe.

Leider hat sich meine Skepsis in einigen Punkten bewahrheitet: Die Zeit, um reine JVM-Themen zu besprechen, war viel zu gering kalkuliert. Zwar nahm die Änderung der Satzung (zurecht!) relativ viel Raum in Anspruch, was nicht jedes Jahr der Fall ist, doch dadurch wurde an allen anderen wichtigen Themen geknappt: den Berichten aus den Städtegruppen, dem Ausblick und den Wünschen, Fragen und Anregungen der Teilnehmer. Was vom Zeitplan her verständlich ist, aber eigentlich nicht sein darf.

Denn 1.: Wie soll ein Vorstand vernünftig arbeiten, wenn er die Wünsche der anderen Vereinsmitglieder nur aus lockeren Gesprächen in der Kaffeepause oder in der Kneipe kennt? Und 2. hat sich damit ein großer Mehrwert, den ich mir durch die Teilnahme erhofft hatte – nämlich überregionalen Einblick in die JVM-Arbeit und Infos, was in den anderen Städten läuft – in Luft aufgelöst. Netzwerken kann ich in München quasi jederzeit und Workshops besuchen auch, dafür brauche ich kein Jahrestreffen mit 6-stündiger Anfahrt.

Ich finde es wichtig, dass sich eine Organisation hinterfragt. Dass sie regelmäßig zurückblickt und resümiert, aber natürlich auch überlegt, wie sie sich in Zukunft verhalten soll. Ein Jahrestreffen ist eine gute Gelegenheit, um sich in einer großen Runde darüber auszutauschen, wer man als Verein ist und was sich die Mitglieder wünschen und erhoffen. Das stärkt außerdem das Gruppengefühl und die Verbundenheit mit dem Verein selbst. Die Veranstaltung hätte meinem Gefühl nach auch jede andere x-beliebige Branchenveranstaltung sein können: Nette Menschen, größtenteils weiblich, man plaudert ein bisschen und tauscht sich aus.

Dadurch, dass dieser besagte JVM-Teil gestrichen wurde, kam mein Gesamtbild „Unspektakulär“ zustande. Ich bin sicher, dass bei einer Ausblick- und Wünsche-Diskussion herausgekommen wäre, was die jungen Verlagsmenschen beschäftigt: Ob wir uns zum Beispiel in Junge Publishingmenschen umbenennen sollten, weil ein immer größerer Teil unserer Mitglieder gar nicht mehr in klassischen Verlagen arbeitet, ob wir zum Thema Mindestlohn bei Volontariaten Stellung nehmen wollen und sollen (ich finde: ja!), oder ob es Themen gibt, die bislang noch niemand auf dem Schirm hatte. Ob Löhne, Weiterbildungen, Arbeitszeitmodelle oder was auch immer – ein Jahrestreffen muss der Ort sein, wo man sich für die Zukunft aufstellt. Und damit auch ein Ort für Visionen. Die haben hier gefehlt.