Zehn freie, quelloffene Evernote-Alternativen im Vergleich

Nicht jeder Wandel ist einer zum Guten: Auch Evernote macht wieder Sorgen. Vergleich einiger Evernote-Alternativen

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Quo Vadis, Lebensmittellieferer? #kundensicht #rewe #etc

Eine persönliche Randbemerkung zur Diskussion, die bei Exciting Commerce und anderen schon länger geführt wird: Wie steht es um den Lebesmittellieferbetrieb in Deutschland? Ich habe mir als langjähriger Kunde mal ein paar Gedanken gemacht (und aufgeschrieben).

Warum überhaupt online?

Vielleicht muss man das in Zeiten von Zalando und Amazon Prime gar nicht erklären, aber ich versuche es trotzdem: Ich bestelle Lebensmittel online, weil wir kein Auto haben, am Stadtrand wohnen (ca. 15 Minuten Fußweg zum nächsten Tengelmann Rewe oder Edeka) und unseren monatlichen Lebensmittelverbrauch ganz gut kalkulieren können. Großeinkäufe verbieten sich offline also, haben aber ihren Sinn. Ergo: Lassen wir liefern.

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Link- und Medienliste: Schöne neue Arbeitswelt

Mit der Arbeitswelt in unserer Gesellschaft steht’s nicht zum Besten. Das merkt auch die Buchbranche – Stichwörter: Gender Gap, Nachwuchs-Ausbeutung, befristete Verträge, Mikro-Honorare, einseitige Flexibilisierung (nämlich nur auf dem Überstundenkonto), Zeitarbeit, Automatisierung und „Rationalisierung“.

Viele kluge Menschen schreiben das Internet voll mit klugen Sachen über Arbeit. Damit die nicht einfach so verloren gehen, gibt es hier eine (zukünftig wohl sehr lange!) Liste mit Links zu diesen Dokumenten oder auch zu Quellen, die regelmäßig über „Arbeiten im 21. Jahrhundert“ schreiben. Wenn Klassiker fehlen oder ich etwas Neues nicht mitbekomme: Immer her damit 🙂

Anleitung: In ruhigen Minuten oder bei großer Frustration über den aktuellen Job einfach mal ein bisschen schmökern. (Bevorzugt während der Arbeitszeit.)

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Pokémon Go: Warum spielt man das?

Ich bin ja generell medienkritisch, mag keine Hypes, habe Angst vor Dingen, die „jeder tut“, und verweigere mich kategorisch diesen ganzen „Trends“. So wie Pokémon Go (Wikipedia).

Aber die Timelines sind voll, die Medien auch – von BILD über Spiegel (Beta) bis heise -, und ich wette, dass diese Release-Wochen als schwarze Periode in die Geschichte einiger Volkswirtschaften eingehen werden.

Menschen fingen sich Malware, weil die Geoverfügbarkeit eingeschränkt war, Menschen rennen auf der Suche nach Pokemon in Raubüberfälle. Das hat schon hysterische Züge. Und auch Datenschutz, Jugendschutz, Akku-Hunger und Datenvolumen sind thematisiert worden: Wir hatten nun also innerhalb einer Woche (seit Erstveröffentlichung am 6.7.) eine vollwertige Netzdebatte (auch wenn einige Medien nicht so recht wissen, was sie sagen sollen). Da ist was im Busch.

Also hab ich auch mal reingespielt.

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Evernote: Neue Preise, unzufriedene Kunden

Evernote ändert die Pricing-Tiers, schränkt Gratis-User ein und macht Premium teurer. Das lehrt uns ein paar Sachen:

Evernote ist schon recht wichtig

Ich nutze Evernote für so gut wie alles – von Freewrite-Dokumenten über die tägliche Aufgabenplanung bis hin zu Notizen und Web-Clippings. Ich habe da ein halbes Jahrzehnt an Informationen drin. Mich nervt, dass es keinen funktionalen Linux-Client gibt, aber vom Web-Clipper bis zur Android-App, von der Feedly-Integration bis zur Synchronisation von 5+ Geräten, funktioniert Evernote einfach. Ich bin langjähriger Premium-Nutzer und ganz zufrieden.

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Work hard, play hard – Jahrestreffen der JVM (mit Slot zu digitalem Nachlass)

“Work hard – Play hard” klingt nach 80-Stunden-Wochen, jeder Menge Koks und “American Psycho”. Oder nach Startup-Ausbeutung.

Programmpunkt digitaler Nachlass

Entsprechend gespannt darf man sein, wie die JVM das Jahrestreffen am Samstag, 30.7. unter diesem Motto ausgestalten. (Spoiler: Koks gibt’s keins. Jedenfalls nicht für alle.) Wir wissen zumindest: Dabeisein lohnt sich! Nicht nur, weil die Jungen Verlagsmenschen die beste Truppe ever sind, sondern auch, weil Sabine Landes und ich in den „Round Table-Sessions“ mit unserem Projekt digital.danach Rede und Antwort stehen. Bei digital.danach geht es um das Thema digitaler Nachlass und die Frage, was mit unser aller Daten nach unserem Tod passiert.

Was geht?

Außerdem moderiere ich am Abend das Pub-Quiz im Baal. Alle weiteren Infos, Anmeldemöglichkeit, Anfahrten etc. gibt es im Blog der JVM:

Junge Verlagsmenschen – Jahrestreffen

Ergo: Anmeldebefehl! Jetzt! Kostet für Mitglieder auch nur 25.- und für Nichtmitglieder 35.-. (Spoiler: Die Mitgliedschaft kostet 12.- p.a., die bekommt man also quasi geschenkt, wenn man Mitglied wird und sich dann anmeldet.)

CONTENTshift: Fünf Fragen an Dorothee Werner

CONTENTshift (Website), das Accelerator-Programm des Börsenvereins für die Content-Branchen, befindet sich seit April 2016 in der Bewerbungsphase und läuft am 1. Juli an. Wir haben Dorothee Werner, die das Programm auf Seiten des Börsenvereins betreut, fünf Fragen gestellt!

Von wem kam die Idee zum Accelerator „CONTENTshift“ des Börsenvereins?

CONTENTshift: Dorothee Werner, Börsenverein
Dorothee Werner. (c) Börsenverein

Die Idee entstand im Rahmen der Eisbrecher-Tour und der Events des Börsenvereins für den startup-club. Das sind Netzwerkveranstaltungen in ganz Deutschland, bei denen wir Start-ups mit der Buchbranche zusammenführen. Dabei wurde deutlich, dass ein riesiges Interesse auf beiden Seiten besteht. Auf Seiten der Start-ups, weil sie mehr über die Branche erfahren und sich mit den Menschen vernetzen wollen, und auf Seiten der Verlage und Buchhandlungen, die von den Arbeitsweisen kleiner, agiler Teams lernen wollen. Aber auch, weil die Unternehmen sehen, dass notwendige Innovationen oftmals erst durch Start-ups und innovative Kooperationen in die Branche gebracht werden.

Welche Ideen stehen im Fokus – für welche Startups ist es sinnvoll, sich zu bewerben?

Generell möchten wir das nicht allzu weit eingrenzen. Die Branchengrenzen verschwimmen, es wäre töricht mit Abgeschlossenheit darauf zu antworten. Letztlich hängt der Wert eines Start-ups für die Branche aber auch nicht von der ursprünglichen Idee ab, sondern von dem Markt, den die Gründer betreten wollen. Ein Beispiel: Start-ups, die auf NFC- und anderen Lokalisierungs-Technologien aufbauen, sind in den letzten Jahren aus dem Boden geschossen. Ob sie aber Lösungen für Heimwerkermärkte oder für Buchhandlungen entwickeln, ist zunächst zweitrangig. Deswegen ist für uns wichtig, dass sich das Geschäftsmodell unabhängig von der Idee auf das Konzept Inhalte übertragen lässt. Denn im Grunde ist die Buchbranche keine, die nur von papierenen Seiten zwischen einem Deckel abhängt. Vielmehr transportiert sie Inhalte in die vom Kunden gewünschte Form.

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Welche „etablierten Unternehmen“ sollten sich einkaufen – und was bekommen sie dafür?

Sechs Unternehmen haben jeweils 10.000 Euro in den Accelerator investiert: Bonnier Deutschland, Holtzbrinck Digital, Thalia, die Thieme Gruppe, StoryDocks und die österreichische MANZ’sche Verlags- und Universitätsbuchhandlung. Diese Unternehmen beteiligen sich, weil sie auf diese Art exklusiv eine große Zahl von Ideen und internationale Start-ups zugeführt bekommen. Sie werden Teil der Jury, die die spannendsten Geschäftsmodelle bewertet. Außerdem unterstützen wir die Unternehmen durch unseren Partner Media Deals bei allen Fragen des Investitionsprozesses. Aber nicht nur die Start-ups profitieren vom Wissen der Investoren. Umgekehrt können die Investoren die unverbrauchten Herangehensweisen und den Input der Gründer auch für ihre eigenen unternehmensinternen Fragestellungen nutzen.

Viele Accelerator-Programme laufen über längere Zeit und schließen mit einem Demo-Day ab. Was soll am Ende des dreimonatigen „Content Shift“ stehen?

Acceleratoren haben grundsätzlich eher eine kürzere Laufzeit als Inkubatoren. Bei CONTENTshift müssen die sich bewerbenden Start-ups die Ideenfindungsphase bereits abgeschlossen haben und ein Geschäftsmodell vorlegen können. Das Programm läuft zur Frankfurter Buchmesse aus. Dort können die verbliebenen fünf Start-ups vor internationalen Investoren pitchen und das Sieger-Start-up wird mit 10.000 Euro prämiert. Außerdem bieten wir den Gründern die Möglichkeit, gemeinsam in einer Start-up-WG zu wohnen und führen sie vor Ort in die Branche ein. Auch eine Messepräsenz für die Jungunternehmer ist garantiert.

Abschließend: Wie zufrieden ist der Börsenverein insgesamt bislang mit den Start-up-Aktionen von protoTYPE bis zur Start-up-Area auf der Frankfurter Buchmesse?

Sehr. Neben protoTYPE, der Konferenz digital*litera und den Eisbrecher-Events gibt es auch den startup club. Und bei allen Projekten und Aktionen spüren wir eine große Offenheit, Neugier und Begeisterungsfähigkeit auf den Seiten der Gründer und der etablierten Branchenunternehmen. Dass Austausch stattfinden muss, damit eine Branche innovativ bleibt, daran zweifelt heute niemand mehr. Und der Erfolg hat unserem Riecher recht gegeben: Aus 16 Projekten bei protoTYPE sind drei echte Unternehmen hervorgegangen – eine gute Bilanz!

Echte Fans und echte Ausbrecher: Ein Interview mit Chris Guillebeau zu #bornforthisbook

Chris Guillebeau ist Entrepreneur, NYT-Bestseller-Autor, Weltreisender (er hat alle Länder der Erde besucht). Am 5. April erscheint sein neues Buch „Born for this“ auf Englisch bei Crown Business. Über eine deutschsprachige Version geht es auch im Interview. Deutsche Ausgaben von Chris‘ Büchern erscheinen unter anderem bei meinem alten Arbeitgeber mvg-Verlag („Die Kunst, anders zu leben„).

418-K2XHl8L._SX329_BO1,204,203,200_Who exactly needs this book – and why do they need it? Who did you have in mind when you wrote „Born for This“ – freelancers, employees wishing to break free, entrepreneurs?

This book is for anyone who wants to “level up” — to make a massive difference in their life and work. As I mention in the introduction, if your job sucks, gaining the right to leave early one Friday a month won’t help. If you’re in debt or need more money, a 4% raise won’t do it.

The goal is to help people gain the tools and resources they need to thrive in their careers, whether by working for themselves or as part of a larger company or organization.

 

What’s the one message every reader should get after reading the book?

Most successful people make active choices, not passive ones. Sure, there’s more than one path you can go down—but the more you learn about yourself and apply those lessons to your job search or business-building plan, the better off you will be.

One of the most interesting ideas in the book is, that we are all more or less self-employed, especially in times of uncertain jobs, the „working poor“ and non-linear career paths. What’s the single most important skill people should have, get or train these days, in your opinion?

In the book I make the distinction between “hard skills” (what you learn in school) and “soft skills” (what’s needed to stand out in the workplace). People often focus on improving their hard skills, like learning new software or gaining a particular certification, but it’s just as important to build up your soft skills.

The art of follow-through is especially important—learn to be that person everyone trusts to see something through. When you say you’re going to do something, make sure you actually do.

How do you choose your partners in business – for example, why did you publish your book with Crown Business? How do you choose assistants, editors and co-founders for your ideas?

I’m not necessarily that strategic. I work with a very small group of people—fewer than 10 on a regular basis. Of course, the community is much larger, but those are the ones I work with consistently and every day. Crown Business has been a strong partner for years and in the U.S. at least, I think they’re the best at what they do. My assistant got the job after she volunteered to complete a menial task for free. She did a great job on it and so I said … “Want to do more and actually get paid?”

A similar question: Someone comes to you and asks: „I’m past 50 now and still wasn’t able to do anything with my life but sell my time and energy to an employer, is there still hope?“ – What do you say?

There are a lot of people in my community who are facing that situation. So the first thing I’d say is “You are not alone.” Having a “second act” can be very powerful. Past age 50, you may feel that you don’t have the technological skills of a younger generation. But these are things that anyone can learn. What you do have is life experience and wisdom. Your goal is to transfer that experience and wisdom into the second act.

You recruited a small army of your own to help promote the book, your „street team“. What qualifies people for this quest – and what do you expect from them?

I’m not sure it’s a proper “quest”—mostly I just need help! My books have been successful in the past not because of some big marketing effort, but because regular people have told others about them. I always want people to take action on the ideas in my books, not just read them for entertainment. So the Street Team is critical to that effort.

Are you going to come to Europe, and especially relevant to the readers or „Alles fließt“: will there be a German edition of #BornforthisBook?

Absolutely! I don’t know the timing yet but there will definitely be a German version and I’d love to tour in Europe to meet readers. As soon as I have dates, we’ll post them on BornforThisBook.com.

Header foto: Chris Guillebeau @Flickr

Die #dico16-Macher im Interview

Direttissima – The Conference ist eine eintägige Konferenz, die am 22.4. von 10–18 Uhr in der Alten Kongreßhalle, München, zum ersten Mal stattfindet: die #dico16. Wir haben die Macher hinter der Konferenz interviewt: Robert Goldschmidt und Felix Wegener von diretissima.

Sagt uns doch bitte eingangs in jeweils einem Satz, wer ihr seid, was ihr macht und worum es bei der #dico16 geht!

Wir sind die Inhaber der neuen Marketing- und Web-Agentur DIRETTISSIMA im Münchner Westend. Als eines unserer ersten Projekte veranstalten wir am 22.04.2016 die gleichnamige Konferenz für die Verlags- und Medienbranche.

Konferenzen gibt es viele, und jedes Mal, wenn man eine Ankündigung liest oder eine Einladung erhält, fragt man sich: Wofür braucht es jetzt ganz konkret diese Konferenz auch noch? Daher die Frage: Was erwartet die Besucher auf der direttissima, was sie nirgendwo anders bekommen? Was ist der wichtigste Mehrwert?

www.raimund-verspohl-portraits.com
www.raimund-verspohl-portraits.com

Wir haben gesehen, dass die meisten Veranstaltungsformate sehr auf die eigene Branche oder auf ein dezidiertes Thema konzentriert sind. Dabei werden andere Arbeits- und Lebenswelten angeschnitten oder über Keynotes aufgegriffen.
Wir wollen hierbei einen Schritt weitergehen und die Vielfältigkeit aller Branchen vorstellen. Es gibt unzählige Innovationsen- und Lösungsansätze für Probleme der Gegenwart. Diese entwickeln sich aber je nach Branche in unterschiedlichen Zeiten, Ausprägungen und Problemfeldern. Dass man voneinander lernen kann ist unbestritten. Wir möchten mit der DIRETTISSIMA eine Konferenz für die Verlags- und Medienbranche etablieren, die auf Branchendurchlässigkeit setzt und die Themen von Außen einholt.

Ihr wollt ganz gezielt die Buchbranche in der Themen- und Referentenwahl verlassen. Trotzdem sind mit Wibke Ladwig, Leander Wattig, Dirk von Gehlen und anderen die „alten Hasen“ unter den Buch- und Presse-Digitalos vertreten. Was ist euer Plan für den Brückenschlag über die Branchen hinweg?

Das auch Branchen-bekannte Referenten mit an Bord sind stützt nur unsere Idee und Denkweise. Denn die Perspektive muss auch für die vielen Teilnehmer aus anderen Branchen möglich sein. Die Auswahl der Speaker und somit die perfekte Mischung ist für eine – erstmalig durchgeführte – Konferenz auch immer ein spannender Prozess. Durch die Vielfältigkeit – auch bei bereits bekannten Referenten – der neuen Themen unterscheidet sich die DICO und versucht mit viel Austausch und Nähe den erwähnten Brückenschlag.

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Medienwandel: Das Telefon nervt!

Telefonieren nervt mich. Nicht immer – es gibt Sachen, die lassen sich in 5 Minuten am Telefon klären, würden aber stundenlangen Mailkrieg bedeuten. Es gibt Sachen, die bergen bei schriftlicher Kommunikation großes Konfliktpotenzial, während die Umstände ein persönliches Treffen nicht zulassen. In einer „Telefonkonferenz“ (oder einem Hangout) lässt sich auch oft besser brainstormen als via Mail, Chat, Messenger.

Aber meistens nervt das Telefon, besonders, wenn ein spontaner Anruf den Workflow zerschießt oder man sich mehrfach verpasst und aneinander vorbei telefoniert. Eine Mail kann ich in beiden Fällen genau dann beantworten, wenn ich Zeit und Muße dafür habe. Das sehe zum Glück nicht nur ich so, sondern auch z.B. Frank Krings (Pressemann der Frankfurter Buchmesse):

Selbst auf dem Telefon bildet sich eine Staubschicht. Denn Telefonieren ist für mich einer der unhöflichsten Kommunikationskanäle. Man bimmelt andere Menschen aus ihrem Workflow heraus um JETZT – genau JETZT – eine Information zu bekommen.

Oder der ZEIT-Autor Stefan Schmitt, der uns einen schönen Anti-Telefon-Rant zu Weihnachten schenkte:

Dies wird keine Kritik der ständigen Erreichbarkeit, kein Always-online-Lamento. Im Gegenteil, ich mag den Fortschritt und hätte gern mehr davon. Telefonieren aber ist rückständig, eine Kulturtechnik des letzten Jahrhunderts.

Eine der schönsten Argumentationssammlungen zum Thema bietet aber mein Lieblingsprovider Uberspace (auf deren Server auch Alles fließt läuft):

Wenn du Fragen hast, wende dich per Mail an uns. Mails können wir demjenigen im Team zuweisen, der am meisten Ahnung vom angefragten Thema hat; wir können Vorgänge von einem Kollegen zum anderen übergeben, ohne dass der alles nochmal fragen muss; wir können dir auch Jahre später eine früher mal gegebene Antwort erneut raussuchen. Manchmal müssen wir schlicht auch einfach erst etwas prüfen oder nachschlagen, bevor wir dir eine fundierte Antwort geben können – die kommt in den allermeisten Fällen in unter 24 Stunden.

Aber es gibt noch mehr Gründe, warum wir auf Telefonsupport verzichten: URLs lassen sich nur wahnsinnig schlecht am Telefon diktieren, und Screenshots verschicken sich per Mail auch viel besser, als dass sie sich mündlich erklären lassen. Zu guter Letzt ist Telefonsupport bei der Größe unseres Teams schlicht und einfach schwer zu bewältigen und ein Callcenter oder ähnliches kommt uns aus den oben genannten Gründen nicht in die Tüte.

Seien wir doch mal ehrlich: Wer telefoniert heutzutage noch, wenn es auch anders ginge?

  • Verliebte
  • Beste Freundinnen (wobei mir diese Welt als Mann recht verschlossen bleibt)
  • Drückerkolonnen in Telefonzentren
  • Tech-Support-Mitarbeiter, aber nur, wenn die Kunden keinen besseren Weg geboten bekommen oder zu alt sind
  • Hotel-Rezeptionen, die das als „Service“ missverstehen (und einen zwingen, Mailadressen falsch zu buchstabieren)
  • Meine Oma

Selbst meinen Eltern habe ich Mail als Standard-Kanal antrainiert.

Also: Mut zur Mail!

Update 16.06.2016:
Das Thema „Telefonschwäche“ ist gar nicht so selten, wie man diesem Blogpost, dem Reblog bei Edition f und auch älteren Artikeln bei z.B. SPON entnehmen kann.