Ein Loblied auf die Metadaten … und andere Anachronismen

Das hier ist ein klassischer Blog-Eintrag, also eher ein Tagebucheintrag denn ein journalistischer Artikel. Muss man heute ja dazu sagen. Es geht um die Leipziger Buchmesse und Metadaten

Die #lbm17

Man hat es vielleicht mitbekommen (vielleicht auch nicht): Letzte Woche war Leipziger Buchmesse. Eigentlich wollte ich dazu einen kurzen Rückblick schreiben – ich war ja schließlich als Presse akkreditiert –, aber ein anderes Thema stiehlt die Show. Daher nur kurz ein paar Notizen:

  • Als Presse kommt man erst um 10 rein. Darüber sollte die Messe mal nachdenken, man kann ja durchaus Termine mit Ausstellern haben …
  • Ach, liebe Messe, liebe Telefonica, so schön es mit euch manchmal ist, mit der Netzanbindung klappt es nicht. (Ich bin bei O2.) Kaum Empfang und erst recht keine mobile Datenverbindung auf dem Gelände
  • Das wäre ja an sich gar nicht so schlimm, aber es gibt kein stabiles WLAN auf der Messe. Verstehe ich auch, sind halt dann irgendwann doch zu viele Clients, trotz des gängelnden „Du brauchst einen Voucher und musst deine Personalien hinterlassen“-Modus. Wie war das noch mit Digitalisierung der Buchbranche und Hofieren von Bloggern und Twitterern …?
  • Ganz und gar nicht lustig ist aber die Abdeckung mit Steckdosen. Es muss ja gar nicht wie auf der re:publica sein, wo auf jeden Besucher vier Steckdosen kommen, aber man sollte zumindest auf dem Messegelände immer in endlicher Zeit eine freie finden. Andererseits: Vielleicht will man uns ja zum Totholz zurückdrängen …?

Rant 2: Verlags-Metadaten

Viel schlimmer ist aber, was mir heute morgen auffiel, als ich ein paar Bücher recherchierte, von denen ich kürzlich Notiz-Fotos in einem Schaufenster machte.

Das erste Buch ist „Reise um die Welt“ von Georg Forster. Der erste Google-Treffer führt zu Amazon. Dort erschrickt man dann ob des Preises: 99 Euro! Wie rechtfertigen die das denn? Gut, 608 Seiten. Aber sonst? Ist das eine Faksimile-Ausgabe?

Leider schweigen sich die Metadaten des Buches dazu aus. Der Verlag könnte vielleicht ein paar Fakten ergänzen und mir erklären, wieso das Buch so viel Wert ist, auch wenn ich es in einem Online-Shop kaufe.

Ach, wie schön wären Metadaten ...Das zweite Buch: „Alphamals A~Z“. Auf der Amazon-Detailseite finde ich leider nur heraus, dass das Buch am 3.10.2017 erscheinen wird. Und frage mich erneut: Wie geht denn das? Es steht doch schon im Laden. Nach dem Googlen bin ich ein bisschen schlauer. Der erste Treffer geht zu Weltbild und enthüllt, dass es sich wohl um die Originalausgabe handeln muss. Na gut, das scheint bei Amazon.de nicht eingepflegt. Oder nicht auffindbar. Da könnte man nachbessern, Amazon …

Und schließlich: Das „Lexikon der Phantominseln“ von Dirk Liesemer. Das ist auffindbar, lieferbar, hat aber auch wieder ein Metadatenproblem – jedenfalls in der mobilen Darstellung.

Denn dort fehlt der Beschreibungstext. Im Bereich „Infos zu diesem Artikel“ findet sich lediglich die hübsche und umfangreiche Pressestimmen-Sammlung, die der Verlag eingepflegt hat, aber leider nicht der Klappentext. Das macht es erstmal reichlich schwer, zu verstehen, was für ein Buch das eigentlich sein soll.

Letztlich fragt man sich schon, wer eigentlich in den Verlagen für die Metadatenpflege verantwortlich ist. Da ist noch eine Menge Luft nach oben – von den „unsichtbaren“ Wirkungen ordentlicher Metadaten mal ganz zu schweigen.

Fazit: Das mit Digitalisierung üben wir noch einmal.

 

 

Link- und Medienliste: Schöne neue Arbeitswelt

Mit der Arbeitswelt in unserer Gesellschaft steht’s nicht zum Besten. Das merkt auch die Buchbranche – Stichwörter: Gender Gap, Nachwuchs-Ausbeutung, befristete Verträge, Mikro-Honorare, einseitige Flexibilisierung (nämlich nur auf dem Überstundenkonto), Zeitarbeit, Automatisierung und „Rationalisierung“.

Viele kluge Menschen schreiben das Internet voll mit klugen Sachen über Arbeit. Damit die nicht einfach so verloren gehen, gibt es hier eine (zukünftig wohl sehr lange!) Liste mit Links zu diesen Dokumenten oder auch zu Quellen, die regelmäßig über „Arbeiten im 21. Jahrhundert“ schreiben. Wenn Klassiker fehlen oder ich etwas Neues nicht mitbekomme: Immer her damit 🙂

Anleitung: In ruhigen Minuten oder bei großer Frustration über den aktuellen Job einfach mal ein bisschen schmökern. (Bevorzugt während der Arbeitszeit.)

„Link- und Medienliste: Schöne neue Arbeitswelt“ weiterlesen

Pokémon Go: Warum spielt man das?

Ich bin ja generell medienkritisch, mag keine Hypes, habe Angst vor Dingen, die „jeder tut“, und verweigere mich kategorisch diesen ganzen „Trends“. So wie Pokémon Go (Wikipedia).

Aber die Timelines sind voll, die Medien auch – von BILD über Spiegel (Beta) bis heise -, und ich wette, dass diese Release-Wochen als schwarze Periode in die Geschichte einiger Volkswirtschaften eingehen werden.

Menschen fingen sich Malware, weil die Geoverfügbarkeit eingeschränkt war, Menschen rennen auf der Suche nach Pokemon in Raubüberfälle. Das hat schon hysterische Züge. Und auch Datenschutz, Jugendschutz, Akku-Hunger und Datenvolumen sind thematisiert worden: Wir hatten nun also innerhalb einer Woche (seit Erstveröffentlichung am 6.7.) eine vollwertige Netzdebatte (auch wenn einige Medien nicht so recht wissen, was sie sagen sollen). Da ist was im Busch.

Also hab ich auch mal reingespielt.

„Pokémon Go: Warum spielt man das?“ weiterlesen

Medienwandel: Das Telefon nervt!

Telefonieren nervt mich. Nicht immer – es gibt Sachen, die lassen sich in 5 Minuten am Telefon klären, würden aber stundenlangen Mailkrieg bedeuten. Es gibt Sachen, die bergen bei schriftlicher Kommunikation großes Konfliktpotenzial, während die Umstände ein persönliches Treffen nicht zulassen. In einer „Telefonkonferenz“ (oder einem Hangout) lässt sich auch oft besser brainstormen als via Mail, Chat, Messenger.

Aber meistens nervt das Telefon, besonders, wenn ein spontaner Anruf den Workflow zerschießt oder man sich mehrfach verpasst und aneinander vorbei telefoniert. Eine Mail kann ich in beiden Fällen genau dann beantworten, wenn ich Zeit und Muße dafür habe. Das sehe zum Glück nicht nur ich so, sondern auch z.B. Frank Krings (Pressemann der Frankfurter Buchmesse):

Selbst auf dem Telefon bildet sich eine Staubschicht. Denn Telefonieren ist für mich einer der unhöflichsten Kommunikationskanäle. Man bimmelt andere Menschen aus ihrem Workflow heraus um JETZT – genau JETZT – eine Information zu bekommen.

Oder der ZEIT-Autor Stefan Schmitt, der uns einen schönen Anti-Telefon-Rant zu Weihnachten schenkte:

Dies wird keine Kritik der ständigen Erreichbarkeit, kein Always-online-Lamento. Im Gegenteil, ich mag den Fortschritt und hätte gern mehr davon. Telefonieren aber ist rückständig, eine Kulturtechnik des letzten Jahrhunderts.

Eine der schönsten Argumentationssammlungen zum Thema bietet aber mein Lieblingsprovider Uberspace (auf deren Server auch Alles fließt läuft):

Wenn du Fragen hast, wende dich per Mail an uns. Mails können wir demjenigen im Team zuweisen, der am meisten Ahnung vom angefragten Thema hat; wir können Vorgänge von einem Kollegen zum anderen übergeben, ohne dass der alles nochmal fragen muss; wir können dir auch Jahre später eine früher mal gegebene Antwort erneut raussuchen. Manchmal müssen wir schlicht auch einfach erst etwas prüfen oder nachschlagen, bevor wir dir eine fundierte Antwort geben können – die kommt in den allermeisten Fällen in unter 24 Stunden.

Aber es gibt noch mehr Gründe, warum wir auf Telefonsupport verzichten: URLs lassen sich nur wahnsinnig schlecht am Telefon diktieren, und Screenshots verschicken sich per Mail auch viel besser, als dass sie sich mündlich erklären lassen. Zu guter Letzt ist Telefonsupport bei der Größe unseres Teams schlicht und einfach schwer zu bewältigen und ein Callcenter oder ähnliches kommt uns aus den oben genannten Gründen nicht in die Tüte.

Seien wir doch mal ehrlich: Wer telefoniert heutzutage noch, wenn es auch anders ginge?

  • Verliebte
  • Beste Freundinnen (wobei mir diese Welt als Mann recht verschlossen bleibt)
  • Drückerkolonnen in Telefonzentren
  • Tech-Support-Mitarbeiter, aber nur, wenn die Kunden keinen besseren Weg geboten bekommen oder zu alt sind
  • Hotel-Rezeptionen, die das als „Service“ missverstehen (und einen zwingen, Mailadressen falsch zu buchstabieren)
  • Meine Oma

Selbst meinen Eltern habe ich Mail als Standard-Kanal antrainiert.

Also: Mut zur Mail!

Update 16.06.2016:
Das Thema „Telefonschwäche“ ist gar nicht so selten, wie man diesem Blogpost, dem Reblog bei Edition f und auch älteren Artikeln bei z.B. SPON entnehmen kann.

Buchmenschen und ihr Medienkonsum – Sachbuch oder Roman? [Teil IV]

Hier ist der vierte und letzte Teil unserer kleinen Umfrage zum Medienkonsum von jungen Buchmenschen.

Frage IV: Sachbuch oder Roman?

DennisDennis Schmolk #Blogger #Genussmensch #Digitalfetischist: Schwierig. Beide Formen sind geeignet, persönliche Überzeugungen und Wahrnehmungen zu zerstören und moralisch desorientierend zu wirken. (Ich finde das etwas Gutes.) Wenn mich aber eines Tages eine fundamentalistische Sekte, die sich an die Macht putscht, zwingt, auf eine zu verzichten, dann wohl eher auf Sachbücher. So sehr mich dieses Jahr Nicholas Taleb, Daniel Kahnemann und Yuval Harari beeindruckt haben, auf Sheas/Wilsons Illuminatus!, Ecos „Foucaultsches Pendel“ und Walter Moers ganz allgemein könnte ich nicht verzichten.

 

 

 

 

Stephan_Stephan Brünig #schlumischlumpfig #Routinegegner #Wortspieler: Schwierig! Schenkt man einer Statistik des Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V. von 2014 Glauben, dominiert die Belletristik mit 33,8 Prozent den Anteil am Gesamtumsatz, das Sachbuch liegt weit abgeschlagen mit 9,3 Prozent dahinter. In den Jahren seit meinem lesefähigen Alter hat sich mein Geschmack verändert. Bis zur Allgemeinen Hochschulreife habe ich Romane förmlich verschlungen, nicht zuletzt durch die strengen Auflagen im Deutschunterricht, der fast ausschließlich aus Literaturarbeit bestand. Mit Beginn der kaufmännischen Berufsausbildung verlagerte sich dann der Schwerpunkt, Sachbücher im Bereich Politik, Gesellschaft und Wirtschaft drängten sich in den Vordergrund. Seither ändern sich die Anforderungen an meine Arbeit ständig und verlangen mir eine regelmäßige Weiterbildung ab, für die ich zum großen Teil Sachbücher einsetze. Zugegeben, so ein Sachbuch mit Spannungssteigerung, Höhepunkt, Wendung und Happy End wäre schon schön. Aber keine Angst, gänzlich habe ich die Romane noch nicht aus meiner Freizeit verbannt, sie liefern eine gute Abwechslung zum faktenreichen Alltag.

 

Hanna-Hanna Hartberger #Bloggerin #Organisationsgenie #gehtnichtgibtsnicht: Früher eindeutig Roman, momentan immer noch eher Roman, aber die Tendenz geht immer stärker in Richtung „beides“. Abgesehen davon gelingt es mir außerhalb von Urlauben nur schlecht, komplette Bücher zu lesen.

 

 

 

 

 

 

Kristin_Kristin Schenk #Buchwissenschaft #Sherlock #Sortiment: Ich bin ein totaler Roman-Leser, von Historischem über Fantasy, Jugendbücher und Unterhaltung lese ich durch die Bank (fast) alles. Bei Sachbüchern interessieren mich höchstens biografische oder historische Themen. Beim Lesen selbst schwanke ich zwischen Print-Buch und eReader. Wenn ich gar nichts dabei hab, nutze ich auch schon mal die Thalia eBook App auf meinem Smartphone. Heute gibt es ja zum Glück viele Möglichkeiten.

 

 

Maulwurf-AndreKrteček und André Pleintinger #Projektmanagement #Fachverlage #Verlagspraxis #Bergsport: Hier gibt es eine klare Antwort: Roman!

Krtečeks Top 5:
1. Robert Schneider „Schlafes Bruder“
2. Antonio Tabucchi „Erklärt Pereira“
3. Bernhard Schlink „Der Vorleser“
4. Charles Simmons „Salzwasser“
5. Julián Ayesta „Helena oder das Meer des Sommers“

Das sind die Bücher, die der kleine Projektmanager sogar zwei- bis dreimal lesen musste! Aber es gibt noch so viel mehr! Die Barcelona-Reihe von Carlos Ruiz Zafón habe ich geradezu verschlungen. Die Polt-Krimis von Alfred Komarek lassen mich zur Ruhe kommen. Kurzgeschichten von Frank O’Connor heben meine Laune. Gegenwartsliteratur von Steven Uhly amüsiert mich.
Alle anderen Autoren und Bücher mögen mir verzeihen, dass ich sie in meiner Aufzählung vergessen habe.

 

Die weiteren Fragen und Antworten werden in den kommenden Wochen jeweils donnerstags veröffentlicht bzw. sind hier nachzulesen:

– Frage I: Zeitung oder Zeitschrift?

– Frage II: Was sind deine Lieblings-Apps?

– Frage III: Serie oder Film?

 

Fotocredit Beitragsbild (ganz oben): Brenda Clarke via Flickr cc, Fotocredit Stephan Brünig: Heise Medien GmbH & Co. KG/Lena Ewald

Buchmenschen und ihr Medienkonsum – Serie oder Film? [Teil III]

Weiter geht’s mit dem dritten Teil unserer kleinen Umfrage zum Medienkonsum von jungen Buchmenschen.

Frage III: Serie oder Film?

Maulwurf-AndreKrteček (mit André Pleintinger) #Projektmanagement #Fachverlage #Verlagspraxis #Bergsport: Zwar wurde ich bereits 1957 geboren, trotzdem bin ich ein Kind der 80er Jahre. Groß geworden bin ich also mit so großartigen Serien wie MacGyver, Das A-Team, Ein Colt für alle Fälle und Doogie Howser. Als waschechter bayerischer Stenz genieße ich nach wie vor die Folgen von Monaco Franze und Kir Royal. Sonntag Mittag war für mich stets Arbeit angesagt. Mein Kollege André Pleintinger durfte mich jedoch immer bei seinem Schnitzel in Die Sendung mit der Maus bewundern.
Der kleine Projektmanager steht weniger auf Hollywood-Blockbuster und würde sich auch nie als Serien-Junkie bezeichnen, der keine Folge von Game of Thrones & Co. verpasst. Ähnlich wie sein Kollege André Pleintinger mag er deutsches Kino und atmosphärische Filme: Gegen den Wind , Auf der anderen Seite, Soul Kitchen – alle Streifen von Fatih Akin haben’s ihm angetan. Mar adentro, Beautiful Girls, aber auch der Dokumentarfilm Das Herz von Jenin dürfen in seiner Aufzählung nicht fehlen. Gerne outet er sich auch als bekennender Anhänger des österreichischen Films, so hat er bei den Verfilmungen der Brenner-Romane von Wolf Haas viel gelacht (und kaum geweint!). Bei Alfred Komareks Simon Polt-Krimis hat er sich in das niederösterreichische Weinviertel geträumt und dabei die ein oder andere Flasche Grüner Veltliner geleert (zusammen mit seinem Kollegen und Freund André Pleintinger).

 

DennisDennis Schmolk #Blogger #Genussmensch #Digitalfetischist:  Inzwischen eher Serien. Ich war früher großer Filmfan, aber etwa 2009 hat sich das durch Lost geändert, und dann gab es kein Halten mehr. Ich gucke inzwischen nur noch wenige Spielfilme, ein oder zwei pro Monat; dazu kommen zwei oder drei Dokumentationen. Serien aber gehören zum wöchentlichen Pflichtprogramm – ohne Game of Thrones, Better Call Saul, Hannibal, Homeland, The Walking Dead, True Detective und co. komme ich nicht durch den Alltag. Eine der Serien läuft zum Glück immer. Anmerkund: Laut episodecalendar.com habe ich in meinem Leben über drei volle Monate nur mit Serien verbracht. Mindestens.

Unbenannt

 

 

 

Kristin_Kristin Schenk #Buchwissenschaft #Sherlock #Sortiment: Im Durchschnitt ist mein Verhältnis da bei 70/30 von Serie zu Film. TV sehe ich fast gar nicht mehr, höchstens ab und an noch ausgewählte Sendungen. Stattdessen konzentriere ich mich mittlerweile auf die Auswahl, die es bei Prime und Netflix gibt. Serien finde ich hauptsächlich interessanter, da man sie auch besser in seine Freizeit einbauen kann (eine kurze Folge lässt sich häufiger einfach in den Alltag einbauen, als ein 2,5 Stunden Film). In Serien werden Themen außerdem oft  deutlich interessanter und detailreicher umgesetzt.

 

 

Hanna-Hanna Hartberger #Bloggerin #Organisationsgenie #gehtnichtgibtsnicht: Serie! Passt besser in einen vollgestopften Zeitplan und stellt nicht jeden Abend aufs Neue die Frage, welchen Film ich denn ansehen will. Ganz abgesehen davon gibt es sooo viele richtig gute Serien …

 

 

 

 

 

Stephan_Stephan Brünig #schlumischlumpfig #Routinegegner #Wortspieler: Als rast- und ruheloser Single bevorzuge ich den (Spiel)Film. Nach sieben oder acht Stunden Büroarbeit am Tag unterliege ich nach Feierabend dem Unternehmungsdrang. Fahrrad fahren durch Wald und Wiesen, Schwimmen im Hallen- oder Freibad, Freunde treffen. Gerade im Sommer locken die schattigen Biergärten. Ehe ich mich da versehe, habe ich die berüchtigte „Todeszone Vorabend“ verlassen und erreiche mit etwas Glück noch den Blockbuster zur Primetime. Allerdings gilt hier: nicht jeden Abend! Eine Serie ist eine Abfolge von zusammenhängenden filmischen Werken im Fernsehen, die in regelmäßigen Abständen an festen Sendeplätzen ausgestrahlt werden. Die Begleitung einer Serie von der Pilotfolge bis zum Staffelfinale bedeutet für mich eine zwingende Bindung an die regelmäßigen Sendetermine. Zahlreiche Alternativen heben heutzutage die Bindung an die Sendezeit auf, u.a. ermöglichen Streamingdienste wie Netflix und YouTube größtenteils preiswertes und unabhängiges Sehvergnügen. Eines können sie jedoch nicht: Mein Durchhaltevermögen steigern, die Serienhandlung bis zum Schluss über einen unbestimmten Zeitraum zu verfolgen. Der Film hingegen serviert mir kompakt in etwa zweistündiger Länge – exklusive Werbung – Spannung, Spaß, Unterhaltung und (meistens) ein Happy End.

 

Die weiteren Fragen und Antworten werden in den kommenden Wochen jeweils donnerstags veröffentlicht bzw. sind hier nachzulesen:

– Frage I: Zeitung oder Zeitschrift?

Frage II: Was sind deine Lieblings-Apps?

– Frage IV: Sachbuch oder Roman?

Fotocredit Beitragsbild (ganz oben): alvaroprieto via Flickr cc, Fotocredit Stephan Brünig: Heise Medien GmbH & Co. KG/Lena Ewald

Buchmenschen und ihr Medienkonsum – Was sind deine Lieblings-Apps? [Teil II]

Weiter geht’s mit dem zweiten Teil unserer kleinen Umfrage zum Medienkonsum von jungen Buchmenschen.

Frage II: Was sind deine Lieblings-Apps?

Kristin_Kristin Schenk #Buchwissenschaft #Sherlock #Sortiment: Die App, die ich am meisten nutze, ist die Bahn App, die würde ich aber kaum als meine Lieblingsapp bezeichnen. Gleich danach kommt meine Google Music App, WhatsApp, um Nachrichten zu verschicken, und auch schon Facebook. Zwischendurch nutze ich auch gerne Instagram und Mini-Spiel Apps wie z.B. Sudoku Master. Nicht zu vergessen auch die „Out of Milk“ App, mein digitaler Einkaufszettel (handgeschriebene verliere oder vergesse ich gerne).

 

Maulwurf--AndreKrteček und André Pleintinger #Projektmanagement #Fachverlage #Verlagspraxis #Bergsport: Wie mein Kollege und Mentor André Pleintinger nutze ich mein Smartphone vor allem beruflich. Zur Selbstorganisation benutze ich E-Mail- und Termin-Apps sowie Evernote. Sehr häufig verwende ich die Apps der sozialen Netzwerke und Messenger-Apps: Facebook, Twitter, XING, LinkedIn und WhatsApp dürfen auf meinem Handy nicht fehlen, damit ich meine Erfahrungen mit Euch teilen kann. Ganz wichtig sind Nachrichten-Apps, da ich oft unterwegs bin: SZ.de, Zeit Online, Spiegel Online, NZZ.ch, der Standard und natürlich Flipboard informieren den kleinen Projektmanager. Die Bahn-App zeigt mir die nächste Route und sagt mir, wenn es wieder mal länger dauert (Geheule vorprogrammiert!).
Vielleicht habt Ihr schon bemerkt, dass ich gerne fotografiere und Musik höre, deshalb findet Ihr die Apps Instagram und Spotify auf meinem Samsung S5.

 

Hanna-Hanna Hartberger #Bloggerin #Organisationsgenie #gehtnichtgibtsnicht: Neben den üblichen Kommunikationstools sind das Instagram, Feedly, Calm und OkCupid.

 

 

 

Stephan_Stephan Brünig #schlumischlumpfig #Routinegegner #Wortspieler: Eine Frage, vor der ich mich anfangs noch sehr gefürchtet habe, da sie ein unweigerliches Outing nach sich zieht. Mittlerweile zeigt sich mein Puls mit 60-80 Schlägen pro Minute davon unbeeindruckt, wenn ich sage: Ich habe kein Smartphone. In Freundeskreisen gelte ich darum manchmal als angestaubte Antiquität. Nicht haben bedeutet aber nicht unbedingt nicht mögen. Hätte ich ein Smartphone oder Tablet, würde ich garantiert mehrmals in der Woche die mobilen Apps der Deutschen Bahn nutzen, da ich viel auf den Schienen unterwegs bin und gerade in streikreichen Zeiten so noch eine Gewährleistung bekomme, mein Ziel trotzdem zu erreichen. Einen festen Stammplatz im Store bekäme ebenfalls die BringMeBack-App, eine Anwendung, die verlorene bzw. verlegte Wertgegenstände wie Haustürschlüssel, Handys u.s.w. in kurzer Zeit durch Ortung von codierten Aufklebern schnell wiederfindet. Hier befürchte ich allerdings bei mir eine zunehmende Abhängigkeit.

 

DennisDennis Schmolk #Blogger #Genussmensch #Digitalfetischist: Evernote. Feedly. Cyanide & Happiness.

 

 

 

Die weiteren Fragen und Antworten werden in den kommenden Wochen jeweils donnerstags veröffentlicht bzw. sind hier nachzulesen:

– Frage I: Zeitung oder Zeitschrift?

– Frage III: Serie oder Film?

– Frage IV: Sachbuch oder Roman?

Fotocredit Beitragsbild (ganz oben): Jason Howie via Flickr cc, Fotocredit Stephan Brünig: Heise Medien GmbH & Co. KG/Lena Ewald

Buchmenschen und ihr Medienkonsum – Zeitung oder Zeitschrift? [Teil I]

Studien und Berichte über Medienkonsum und Medienkonsum, wie man ihn tatsächlich erlebt und wahrnimmt, sind ja immer so eine Sache. Wir haben uns daher mal ein paar Buchmenschen (und -tiere) gesucht, denen wir jeweils dieselben vier Fragen gestellt haben – und deren Antworten teils erstaunlich ähnlich und teils erstaunlich verschieden waren.

Frage I: Zeitung oder Zeitschrift?

Stephan_Stephan Brünig #schlumischlumpfig #Routinegegner #Wortspieler: So ganz unvoreingenommen kann ich darauf nicht antworten, arbeite ich doch mittlerweile schon 15 Jahre in der Zeitschriftenbranche. Ich nutze neben Sachbüchern auch viele Zeitschriften, um mein Wissen zu erweitern. Überwiegend liegt hier der Schwerpunkt auf Publikumsmagazin, Special-Interest und Fachmagazin. Diese Gewohnheit hat sich ebenfalls mit dem Einstieg ins Berufsleben eingestellt. Zu Schulzeiten war ein tägliches Studium der Tageszeitung Pflicht, im Fach Arbeit und Wirtschaft, später dann in der Betriebs- und Volkswirtschaftslehre, ließen die Lehrer unangekündigte Tests über das Tagesgeschehen schreiben. Hin und wieder lasse ich mich heute noch zu einem Test- oder Schnupperabo einer überregionalen Tageszeitung hinreißen, um schon nach ein oder zwei Wochen frustriert festzustellen, dass ich vorbildlich jede Ausgabe gesammelt habe, um sie dann später in Ruhe zu lesen, wenn ich Zeit dazu habe. Und heutzutage ist nichts älter als die Tageszeitung von heute. Rundfunk und tägliche Newsletter per eMail haben sich stattdessen fest in meinem Alltag etabliert. Zeitschriften sind meiner Meinung nach eine ideale Ergänzung zum Sachbuch. Ich bekomme fundierte Informationen zu einem bestimmten Thema oder zu einem bestimmten Schwerpunkt, muss aber nicht ein Jahr oder länger auf ein Buch dazu warten.

 

Kristin_Kristin Schenk #Buchwissenschaft #Sherlock #Sortiment: Beides nutze ich kaum. Meistens höre ich eher klassisches Radio. Wenn doch lese ich so gut wie nie komplette Zeitungen oder Zeitschriften, sondern nur einzelne Artikel, die ich meist online entdeckt habe und die mich interessieren. Dazu nutze ich besonders oft mein Smartphone.

 

 

 

 

Maulwurf-AndreKrteček und André Pleintinger #Projektmanagement #Fachverlage #Verlagspraxis #Bergsport: Zu meinem Alltag gehört intensive Zeitungslektüre. Dabei dürfen die Süddeutsche Zeitung, die FAZ und die ZEIT nicht fehlen. Auch Newsletter und Blogposts spielen eine wichtige Rolle bei der täglichen Informationsbeschaffung. Ich habe bemerkt, dass sich mein Leseverhalten gewandelt hat, mittlerweile lese ich vor allem elektronisch, um mich zu informieren. Am Wochenende darf es allerdings gerne gedruckt sein. Dann genieße ich es, in der aktuellen ZEIT, in der Wochenendausgabe der SZ oder in der FAS zu rascheln. Als Outdoor-Begeisterter stöbere ich gern in schönen Bergsport-Magazinen.

 

 

DennisDennis Schmolk #Blogger #Genussmensch #Digitalfetischist: Zeitschriften sind tot. Dachte ich immer. Da gucke ich ab und an mal rein, wenn mir am Bahnhof langweilig ist oder ich wieder zu viel Zug fahre. Tja. Dann fiel mir auf, dass ich doch einige Zeitschriften regelmäßig lese. Und zwar:

1. Dummy Magazin.
Preis: 6.- (4 p.a.)
Auflage: 45.000
ZG: „Laut einer repräsentativen Umfrage unter 1.500 Lesern im Juli 2012 sind DUMMY-Leser eher jung und eher aus der Großstadt (Berlin, Hamburg, München, Köln, Düsseldorf, Wien, Leipzig, Frankfurt – in dieser Reihenfolge).  20 Prozent sind zwischen 18 und 24, über die Hälfte zwischen 25 und 34. Und, Frauen haben einfach den besseren Geschmack: 54,3 Prozent sind weiblich.“
Warum: Unterhält. Ohne Ende, aber leider immer viel zu kurz.

2. t3n.
Preis: 9.80 (4 p.a.)
Auflage: 33.100
ZG: „t3n richtet sich an professionelle Anwender und Entscheider der IT- und Internet-Branche.“
Warum: Weil die Zeitschrift die Themen aufgreift, die mich interessieren, und vor allem immer gute Hinweise auf Themen enthält, die mich interessieren sollten.

3. brand eins.
Preis: 8.50 (12 p.a.)
Auflage: ca. 100.000
ZG: „31 Prozent der Leser weiblich, 60 Prozent jünger als 49 Jahre, 78 Prozent stehen im Beruf und 69 Prozent haben Abitur, 59 Prozent eine Hochschulausbildung. brand eins-Leser sind urban – mehr als ein Viertel von ihnen lebt in Millionenstädten und 45 Prozent lassen sich den mobilen Kosmopoliten zuordnen, die sich für andere Länder und Kulturen interessieren, mindestens eine Fremdsprache sprechen und die sich als weltoffen und offen für Neues bezeichnen. Rund 63 Prozent der brand eins-Leser sind Selbstständige, Freiberufler oder leitende Angestellte und 18 Prozent haben ein Haushaltsnettoeinkommen von mehr als 6.000 Euro.“
Warum: Einfach etwas anders. Gute Themen, gute Haltung.

4. Effilee.
Preis: 9.80 (4 p.a.)
Auflage: 30.000
Warum: Weil es kein spannenderes Thema als Genuss gibt und weil die Effilee darüber hinaus das spannendste anthropologische Interview enthielt, das ich 2014 gelesen habe (mit Peter Kubelka).
Funfact: Auf Nachfrage in einem Kommentar auf der Impressumsseite erklären die Macher den Titel des Magazins: „Der Begriff Effi­lee stammt aus dem Fran­zö­si­schen: Als »effilé« wird Geflü­gel bezeich­net, das gerupft, aber mit Kopf, Füßen und Inne­reien in den Han­del kommt. In Frank­reich ist das noch häu­fig anzu­tref­fen. Der Vor­teil liegt zum einen in der län­ge­ren Halt­bar­keit und zum ande­ren darin, dass man Rück­schlüsse auf die Hal­tung zie­hen kann. Anders als Käfig­hüh­ner haben Tiere, die im Freien auf­ge­zo­gen wur­den, näm­lich ansehn­li­che, gesunde Füße.“

 

Hanna-Hanna Hartberger #Bloggerin #Organisationsgenie #gehtnichtgibtsnicht: Zeitschriften! brand eins und t3n! Erstere nur in print und meist auf Zugfahrten, zweitere Online und als Print-Abo. Zeitungen rangieren in meiner persönlichen Wertungsliste stark dahinter, weil ich mit Zeitschriften viel stärker meine Interessen und Leidenschaften abdecken kann. Ich lese Zeitungen in Print-Form, wenn sie sowieso rumliegen und ich sie nicht extra kaufen muss. Online konsumiere ich einzelne Artikel, die mir oft über soziale Netzwerke empfohlen werden.

 

 

Die weiteren Fragen und Antworten werden in den kommenden Wochen jeweils donnerstags veröffentlicht bzw. sind hier nachzulesen:

– Frage II: Was sind deine Lieblings-Apps?

– Frage III: Serie oder Film?

– Frage IV: Sachbuch oder Roman?

 

Fotocredit Beitragsbild (ganz oben): Dennis Skley via Flickr cc, Fotocredit Stephan Brünig:  Heise Medien GmbH & Co. KG/Lena Ewald

Mein Feierabend gehört mir! – Ergebnisse eines Micro-Barcamps zur schönen neuen Arbeitswelt

Foto von Gräsern
Beim Barcamp umgeben von Natur. © Hanna Hartberger

Auch dieses Jahr haben wir wieder ein Barcamp im Freundeskreis veranstaltet, von uns liebevoll Prackenbach-Camp genannt. Im Gegensatz zum Vorjahr haben wir das Barcamp-Prinzip nicht ganz eingehalten, weil wir uns schon zwei Wochen zuvor auf die Sessions geeinigt hatten – was aber daran lag, dass ein Teil unserer Themen der Vorbereitung bedurfte und wir (mit mir waren wir zu fünft) gut genug vernetzt sind, um trotzdem entsprechende Diskussion und Abstimmung sicherzustellen.

Es gibt viele Arbeitswelten

Eine der Sessions drehte sich um die moderne Arbeitswelt. Wir haben festgestellt, dass wahre Welten zwischen den Arbeitsbedingungen in verschiedenen Unternehmen liegen – wo das Start-up selbstverständlich Laptops für immer und überall zur Verfügung stellt, hat das etablierte Unternehmen bereits Probleme damit, die Arbeitszeiterfassung flexibler zu gestalten.

Foto eines Bahnsteigs
Unterwegs. © Hanna Hartberger

Interessanter Punkt: Viele Arbeitnehmer wollen aber auch überhaupt nicht, dass die Grenzen zwischen Arbeit und Privatleben aufgeweicht werden – und das werden sie mit einem Laptop, der überall hin mitgenommen wird, oder privater Nutzung von Sozialen Netzwerken in der Arbeitszeit unweigerlich. Vor ein paar Monaten wurde in diesem Zusammenhang auch ein Plädoyer veröffentlicht, Zugfahrten zur Inspiration und Erholung und nicht fürs gehetzte Arbeiten zu verwenden.

Keine Vermischung von Arbeit und Freizeit

Am wichtigsten ist meiner Meinung nach die Abgrenzung zwischen Arbeit und Freizeit. Ob das jetzt dadurch geschieht, dass der geschäftliche Social-Media-Account am Wochenende eben im Wochenende ist, dass nach Feierabend keine Geschäftsmails mehr beantwortet werden (können/müssen/dürfen) oder dass man seine 40-Stunden-Woche einhält, ist abhängig von Mensch und Unternehmen. Ohne geht aber nicht. Leider bleibt vor lauter Technikbegeisterung dieser Aspekt oft genug auf der Strecke – es dauert mit dem tollen Tablet ja nur fünf Minuten, abends mal schnell die Mails zu kontrollieren. Die Unternehmen finden das gut, Identifikation und Einsatz müssen heutzutage schließlich stimmen. Dass etwas auf der Strecke bleibt, merkt man oft erst, wenn es zu spät ist.

Wie sind eure Meinungen und Erfahrungen zu dem Thema?

Warum wir nicht mehr vergessen können und uns erinnern müssen

Gnädiges Vergessen?

Das Thema „Vergessen oder Erinnern?“ beschäftigt die Menschen. Nachdem es jahrhundertelang schwierig war, Erinnerungen überhaupt zu konservieren, sind wir heute angesichts technologischer Entwicklungen ins andere Extrem gerutscht: Was von dem, was wir konservieren können, sollen wir konservieren? Die British Library setzt momentan auch im Internet auf Vollständigkeit, denn frühere Instanzen wie Verlage sind spätestens seit dem Beginn von Self-Publishing sowieso nicht mehr vorhanden. Anders als die Deutsche Nationalbibliothek bezieht sie auch Facebook-Postings und Tweets ein. Und steht vor dem gewaltigen Problem, dass die Menge an Geschriebenem immer mehr zunimmt.

Wichtige vs. unwichtige Inhalte

Philippe Wampfler hat in einem Gastbeitrag auf Netzpiloten, in dem es auch allgemein um die Zukunft von Social Media geht, vorgeschlagen, eine Trennung von Inhalten einzuführen:

Schon allein die Möglichkeit, im Internet vergänglich und nicht-vergänglich kommunizieren zu können, könnte eine Differenz beleben, die für das Funktionieren unserer Erinnerung, für den Wert von Bildern und anderen Medien und für unser Erleben der Realität entscheidend ist.

Diese Trennung wäre in der Tat ein sinnvoller Ausweg, da große Teile der täglichen Kommunikation belanglos sind. Das war früher nicht anders, jedoch mit dem Unterschied, dass diese alltägliche Kommunikation nicht archiviert wurde bzw. man entscheiden konnte, ob man sie archivieren will oder nicht (Beispiel: E-Mail). Heute haben Nutzer keine Entscheidungshoheit mehr, und beispielsweise Facebook dokumentiert jeden noch so kurzen Nachrichtenwechsel, den man jemals mit einer Person hatte. Das entspricht natürlich insofern dem heutigen Kommunikationsstil, als dass man ein Gespräch jederzeit wieder aufgreifen und weiterführen kann – Ähnliches hat auch Dennis in seinen Gedanken zu nonlinearer Belletristik angesprochen. Aber die meisten dürften bereits jetzt merken, wie unübersichtlich Vieles wird.

Priorisierungsmechanismen

Ich spekuliere darauf, dass auch bei interaktiv(st)en Diensten zwar nicht wieder Lösch-, aber zumindest Priorisierungsmechanismen eingeführt werden. Einfach weil viele Nutzer überfordert sein werden, allein bei ihren eigenen Beiträgen den Überblick zu behalten. Facebook hat Derartiges ja bereits in Ansätzen eingeführt, nämlich dass nur bestimmte Beiträge angezeigt werden. Besser ist es natürlich, wenn kein Algorithmus die Wichtigkeit eines Ereignisses bewertet, sondern der Nutzer selbst, wie es zum Beispiel bei Flipboard der Fall ist. Das bedeutet zwar Aufwand für den Nutzer, heißt aber auch, dass er über sein Erinnern und Vergessen selbst entscheiden kann.