Nur ein kleiner Hinweis in eigener Sache: Unser Projekt „Findet Jonathan“ hat Eingang gefunden in einen sehr lesenswerten Artikel von Dominique Conrad, mit der ich mich auf der FBM12 zwei Stunden lang angeregt über gegenwärtiges und zukünftiges Erzählen unterhalten habe. Außerdem zu Wort kommen Thomas Zorbach (mit der Kampagne zu Untot) und Doro Martin (Das Wilde Dutzend).
Und nebenbei: Unser YouTube-Trailer, der die Aktion begleitete, hat mittlerweile knappe 1000 Klicks. Nicht viel für YouTube – wohl aber für einen Buchtrailer.
I’ve asked around a lot and everyone I’ve talked to since noticing this shocking fact has basically said the same thing: in their experience, they’ve seen more typos in ebooks than in their printed counterparts.
Die Autorin Laura June geht dabei von ihrer Lektüre von „Das Foucault’sche Pendel“ aus, einem meiner Lieblingsbücher. Mir fallen zwei bedeutende Gründe für Typos in eBooks ein:
OCR-Software wie in Laura Junes Fall. Bei OCR-gescannten Dokumenten entfallen nicht nur ab und an Auszeichnungen (ich musste neulich sechs Manuskripte nachträglich und manuell kursivieren), es schleichen sich auch immer wieder Fehler ein.
Man erhält redigierte, aber nicht korrigierte Manuskripte. Beim Kauf von eBook-Lizenzen von Verlagen ist irgend eine Datei inkludiert. Handelt es sich um ein PDF, muss man es erst wieder in eine Ausgangsdatei (DOC, TXT, HTML, …) konvertieren, was zu Fehlern führt. Kriegt man direkt eine sinnvolle Ausgangsdatei, ist das häufig eine nur redigierte, nicht korrigierte Version.
Was macht man da? Möglichst viele eRiginals, also eBook-Originalausgaben produzieren. Oder Korrektoren anheuern – zumindest bei Titeln, die 9$ kosten (wie Junes Eco). Ansonsten betrachte ich, genau wie June, diese Typos als nervige Kinderkrankheiten, aus denen das eBook herauswachsen wird.
Vorab: Teile dieses Blogeintrags haben Züge eines Rants. Ich bitte das freundlich zu beachten.
Illegale Portale haben die besseren Angebote.
Ob Serien, Filme, Musik: Nicht von den Verwertern bereitgestellte Angebote erfreuen sich gewaltiger Beliebtheit. Warum sollte das bei Büchern anders sein? Bislang war die Antwort einfach: Weil sie nicht umfassend als komfortable Digitalprodukte verfügbar waren. Wer will schon mit PDF-Scans arbeiten müssen?
Das ändert sich – zum Glück für alle Beteiligten. eBooks werden ansehnlicher, zumindest teilweise funktionaler und sie decken immer weitere Teile des Programms vieler Verlage ab. Aber leider sind die Angebote, die uns besagte Verlage machen, noch immer unattraktiver als die Alternativen:
[N]ur ein einziger Thread in einem populären Forum (boerse.bz ist unter den Top 100 der meistbesuchten Websites in Deutschland) kann in kurzer Zeit rein rechnerisch mehr E-Books unter das Volk bringen als alle legalen Buchhandels-Portale zusammen (gesamter Absatz in 2011: knapp 5 Mio. E-Books).
Und warum? Da fallen mir vor allem drei Gründe ein:
Weil der Content auf Piraterie-Seiten nicht durch DRM eingeschränkt wird. DRM bestraft den ehrlichen Kunden. Merkt euch das endlich, Verlage!
Weil die „illegalen“ Portale komfortabel sind. Das größte Problem ist beim Filesharing und Streaming, dass mal ein Server oder Torrent tot ist. Dann weicht man aus – dezentralen Strukturen sei Dank. Die legalen Portale verlangen langwierige Anmeldeprozesse. (Ein Argument pro Amazon, denn dort hat man sowieso ein Konto.) Sie verlangen DRM-Software (s.o.).
Weil der Content dort umsonst ist. eBooks sind im Durchschnitt zu teuer. Punkt.
Man lässt die Leute nicht bezahlen
Gucken wir mal über den Tellerrand des Buch-Contents, um Nutzerwünsche zu analysieren: Ich bin bekennender Serienfan. Und ich will keine 9 Monate nach Erstausstrahlung warten, bis meine Lieblingsserie (wenn überhaupt) in schlechter deutscher Synchronisation im Nachtprogramm eines schlechten deutschen Senders läuft, 9 Monate, während derer ich online wie offline Gespräche über eine Episode mitbekomme und an deren Ende ich sowieso schon alle guten Szenen durch Youtube und alle Entwicklungen via Twitter kenne. Ich will die Episode sehen, kurz nachdem sie der US- oder UK-Zuschauer gesehen hat. Alles andere ist lächerlich.
Dafür wäre ich ja auch bereit, zu bezahlen – wenn man mich ließe. Es gibt aber schlicht kein umfassendes oder bezahlbares Angebot der Rechteverwerter, die lieber an halbgaren Lösungen stricken. Im eBook-Segment sieht das ähnlich aus. Die Leute wedeln mit ihrem Geld – und werden es nicht los:
Plattformen wie online-library.ws bieten gegen eine monatliche Grundgebühr (in diesem Fall 39 Dollar) unbegrenzte, werbefreie Downloads hunderttausender DRM-freier E-Books und Hörbücher, freilich ohne Autorisierung der Rechteinhaber. Die Nutzer sind also durchaus bereit, etwas zu zahlen – doch bei legalen Angeboten werden sie durch hohe Preise und lästigen Kopierschutz abgeschreckt. (eBooks News)
Ändert bitte etwas an diesem Zustand.
Warum keine Innovation? Darum!
Projektstand am 19.10.
Oder sucht euch, liebe Autoren, Verleger, Verwerter, Rechteinhaber, andere kreative Ansätze, um euren Content bezahlt an den Mann zu bringen. Wie das HumbleBundle, über das ich auch schon einmal bloggte und über das nun auch der Buchreport schreibt. Bei diesem Ansatz, der bereits erfolgreich für Games und Musik ausprobiert wurde, bestimmt der Kunde, was er für ein Content-Paket bezahlt. Und sogar, wie sein Geld unter Autor, HumbleBundle und karitativen Zwecken aufgeteilt wird.
Tolle Idee – und eine, die beweist, dass Kunden durchaus bereit sind, Geld für Inhalte zu bezahlen. Es funktioniert – über die Masse, wie eine Flatrate-Lösung. Das sollte man auch in Deutschland einmal ausprobieren, oder? Achso – hat schon jemand? Und wurde vom Börsenverein und dem Preisbindungstreuhänder (was für ein Unwort) abgewatscht? So sieht Innovation aus …
„Dass man das Produkt ,Buch‘ weiterdenken muss, ist keine Frage und ein Blick über den Tellerrand der Buchbranche zeigt einem, dass Flatrate-Modelle für Kulturgüter irgendwann die Lösung sein werden“.
Eine Flatrate ist natürlich keine eierlegende Wollmilchsau. Sie hat diverse Probleme, zuvorderst, wie das Verteilungsmodell aussehen soll. Oder dass sie immer an dysfunktionale bürokratische Riesenmaschinen wie die Gema erinnert. Vielleicht sind Abo-Modelle eine bessere Lösung, aber bitte nicht so halbherzig wie Skoobe. FAkt ist: Es muss sich was ändern. Und jeder Tag, der bis dahin verstreicht, treibt mehr Menschen weg von den legalen Vertriebswegen und jeder Tag kostet Geld.
Sascha Lobo kam auch auf einen Plausch über dotbooks, sobooks und die Branche vorbei.
Es war eine schöne Buchmesse 2012. M@rtha wurde mit dem letzten protoTYPE-Treffen zu einem ordentlichen Ende geführt – was daraus wird, muss sich zeigen. Ich hoffe, das Projekt verläuft nicht im Sande. Ich habe diverse nette Leute wiedergesehen, auf dem Twittwoch und dem Twittagessen, auf der Virenschleuder-Verleihung und einfach am Stand auch jede Menge neue nette Leute kennen gelernt. Die Stand-Zusammenarbeit mit GRIN und bilandia war eine Freude, genau wie mit den Kollegen.
Beim AKEP-Award allerdings wurden wir bei dotbooks ziemlich enttäuscht. So schön die erste Frankfurt Digital Night war, so traurig die Tatsache, dass wir nicht mit einer Nominierung bedacht wurden. Und das sage ich weniger als Mitarbeiter, sondern vor allem als Branchenbeobachter: [rant] Meine Favoriten waren innovative Projekte wie eBookmakr und dotbooks, nicht die zehntausendste App, die jeder hinbekommt, wenn er einer Agentur genug Geld dafür bezahlt. [/rant]
Digital ist angekommen.
Immer mehr Deutsche lesen eBooks. Das merkte man an zahllosen Dienstleistern in Halle 4.0, an den omnipräsenten Veranstaltungen zum Thema an den Fachbesuchertagen, aber vor allem an den Reaktionen von Besuchern aller Couleur. An diesen war ich so nah dran wie selten zuvor. Bei dotbooks haben wir ganz direkt mit den Lesern (aka Endkunden), aber auch mit Autoren, Agenten, anderen Verlagsmitarbeitern, „Branchenleuten“ usw. zu tun gehabt. Und digitaler Content war bei Lesern genauso beliebt wie bei Autoren, die in eBooks mehr Zukunft sehen als im Taschenbuch, die die neuen technischen und vor allem verlegerischen Möglichkeiten schätzen: Kurze Novellen, die sich im Print nie lohnen würden, sind genauso möglich wie ellenlange Epen. Und bei dotbooks wagen wir uns nun ja sogar an Lyrik …
Reader gibt es nun bereits ab 10 Euro, und auch das Pricing von eBooks (über das Steffen einen netten kleinen Artikel gebloggt hat) nimmt langsam vernünftige Gestalt an. Mehr und mehr Anbieter verzichten auf den Kauf-Killer DRM. ([eigenwerbung] dotbooks tat das übrigens von Anfang an. [/eigenwerbung]) Man kann den Lernprozessen zusehen – in doppelter Bedeutung, denn leider ist das Wachstum hier noch immer eher langsam. Aber es gibt eines, und das alleine ist ja schon etwas wert.
Und sonst so?
Storydrive und einige andere Veranstaltungen (und persönliche Termine) befassten sich mit dem Thema Transmedia, das mich bekanntlich sehr interessiert. Erzählkosmen, Immersion, die Story-Ökonomie spielten überall eine Rolle, wo es um Inhalte ging. Empfehlungssysteme arbeiten daran, den Wegfall des Sortiments zu kompensieren (und damit natürlich auch zu beschleunigen).
Fazit: Story-Cotent und digitale Form spielten Hand in Hand. Natürlich begegnet man auf dieser Messe vielen Vorreitern und nimmt diese besonders stark wahr – aber insgesamt ist die Branche auf einem gefühlt ganz guten Weg. Jedenfalls, wenn es ihr gelingt, die Themen und Erkenntnisse der Messe in den Alltag zu überführen – und das nicht alles nur Gerede von wenigen, aber einflusslosen Vorreitern war.
Dank der Einreichungen beim AKEP Award stieß ich auf ebookmakr – eine der wenigen Einreichungen, die nicht einfach eineApp/ein enhanced eBook umfasst. ([COMMENT_AKEP] habt ihr gesehen, dass sich auch ein DRM-Projekt beworben hat? Und das, nachdem so ziemlich jeder mitbekommen hat, dass DRM der wesentliche Hemmschuh des digitalen Geschäfts ist? Unfassbar. [/COMMENT_AKEP])
Es handelt sich um ein Portal, das per Web-Interface erlaubt, verschiedenen Content in .mobi zu verwandeln. (Bis dato das einzige Format, künftig soll auch ePub angeboten werden – bis dahin bleibt nur die Umwandlung etwa via Calibre.) Die Basis-Version ist kostenlos, erlaubt aber nur 3 eBooks – für monatliche Gebühren ab 8.- kann man mehr eBooks verwalten und andere Content-Quellen nutzen. Eine Frage, die ich hoffe, auf der Messe loszuwerden: Kann man evtl. auch doc(x) importieren? Von WordPress und Blogger klappt der Import bereits – man macht also mit ebookmakr auch der Lösung PressBooks Konkurrenz.
Ich hatte ein wenig Gelegenheit, in die geschlossene Beta von ebookmakr zu gucken – für sehr simple Projekte, die man idealerweise direkt im Online-Editor eintippt bzw. reinkopiert, reicht das aus. Am Montag startet die Open Beta – und irgendwann wird es dann wohl auch die Version mit ePub-Fähigkeit geben. Ich bin gespannt, ob ebookmakr a) sein Versprechen einlöst, eine Lösung für Selfpublisher zu sein, und b) etwas beim AKEP Award gewinnt. Ich wäre ja fast enttäuscht, wenn nicht.
Fazit: Im Auge behalten, hier könnte eine mächtige Lösung für simplere eBooks entstehen. Und ein interessantes Freemium-Geschäftsmodell ist es außerdem.
Die vm-people haben eine Kampagne für Chicken House entworfen und umgesetzt, die eines meiner Lieblingsthemen zum Gegenstand hat: Zombies!
Vielleicht in Anlehnung an die Zombie-Infoseite der CDC, die eher dazu dient, Katastrophenschutz „spielerisch“ zu trainieren, wurde die Website untot-in-deutschland.de ins (Un-)Leben gerufen. Neben Infotexten und einem Filmprojekt wird hier auch auf ein Abschlussevent Ende November in Köln hingewiesen.
Zombies gehen einfach immer. Seit den 60ern bevölkern sie die Leinwand. The Walking Dead ist ein gewaltiger Serienerfolg (auch wenn ihn die deutsche Medienelite ins Spätprogramm eines Prekariatssenders verpflanzt hat). Zombie Walks finden in größeren und sogar kleineren Städten (Erlangen) statt. Left4Dead stieß auf großen Anklang bei Gamern (habe ich mir sagen lassen). Der Zombie-Kult ist nicht totzukriegen. Die Popkultur liebt Zombies – und genau darum wird diese Kampagne für das Buch „UNTOT – Lauf, solange du noch kannst“ funktionieren. Überflüssig zu sagen, dass ich sie sehr gelungen finde – und schon sehr gespannt auf das Buch bin.
Die Messe (Hashtag: #fbm12 oder #fbf12) steht vor der Tür. Das merkt man daran, dass die Leute ihren Monat mit einer Woche weniger planen, dass alles im Zeichen der Vorbereitung steht, dass gespannte Erwartung herrscht. Und ich merke es daran, dass ich mich täglich wie vorm Schaufenster eines Süßwarenladens fühle (ein schiefes Bild, weil ich nicht unbedingt auf Süßes stehe): Es gibt wieder einmal viel mehr Veranstaltungen als Zeit.
Heute stieß ich dann auf das Infographik-Tool infogr.am – und dachte mir, auch wenn es total unübersichtlich wird: Hübsch sieht mein Programm visualisiert auf jeden Fall aus. Ein bisschen textlastig vielleicht, aber viele visuelle Gestaltungselemente bietet die beta auch noch nicht. Da dort aber keine klickbaren Links angezeigt werden, hier die wichtigsten als Fließtext:
Story Drive: da gehe ich hin, wenn ich mal wirklich nichts anderes zu tun habe … Pressekarte sei Dank!
Blogg-Dein-Buch-Aktion
Wer sich mit mir über Gott, die Welt oder sonstwas unterhalten mag, findet mich z.B. auf dem Twittwoch, dem Twittagessen, und vermutlich beim vm-people-Bembel. Oder ihr kommt mich einfach (idealerweise außerhalb von meinen Veranstaltungen …) am Stand von dotbooks besuchen: Halle 4.0 D1310.
Burgblick heißt Durchblick. Oder so. Wikimedia Commons (Витольд Муратов)
Laut einem carta-Artikel ist meine Heimat spannender Kampfplatz der Zeitungskrise.
In Nürnberg existieren vermutlich seit Menschengedenken die “Nürnberger Nachrichten” und die “Nürnberger Zeitung”. […] Der Verleger [beider Blätter] ein Patriarch im positiven Sinne, die Verlage als Familienunternehmen, die nach außen hin weitgehend hermetisch abgeriegelt waren, und in die man als Außenstehender auch nicht recht reingekommen ist.
Norbayern.de, Gute alte Medienwelt: Ein isolierter Mikrokosmos, überrollt vom Medienwandel. Mal abgesehen davon, dass man beide Zeitungen schon lange nicht mehr lesen kann – und die Alternativen Abendzeitung und BILD will man nicht lesen.
Nur zeigt sich in Nürnberg sehr schön das Dilemma, wenn auf allen Seiten die “old school” das Sagen hat. Denn so unterschiedlich, wie sie glauben machen wollen, sind sich die beiden Nürnberger Verleger und der BJV-Vorsitzende gar nicht. Sie alle glauben immer noch an die Segnungen der guten, alten Analog-Welt. Sie alle sehen immer noch die Zeitung als das publizistische Kerngeschäft, sie alle haben keine nennenswerte Digitalkompetenz. Und sie alle versuchen immer noch, mit Ideen aus der alten Zeit zu Lösungen zu kommen: Einsparen. Oder Verantwortung einfordern. Beides – und die Prognose ist alles andere als gewagt – wird nicht funktionieren, nicht ausreichen.
Eine schöne Analyse, sehr lesenswert – und ein guter Hinweis, die Metropolregion weiter im Blick zu behalten. Wir werden sehen, was die Abwesenheit der Abendzeitung mit sich bringt. Vermutlich merkt es niemand – und alle ehemaligen Leser greifen ab jetzt zur BILD.
Freitag und Samstag standen ganz im Zeichen von Innovation protoTYPE: Wir trafen uns im Haus des Buches in Frankfurt, um unsere Gruppenprojekte voranzutreiben (wofür leider nur wenig Zeit blieb) und uns ganz einfach wiederzusehen.Der erste Abend war dann auch vor allem eine gemütliche Runde, in der wir bei Äppelwoi und gutem Essen im Metropol versuchten, die Branche zu retten – oder zumindest ihre Probleme besser zu verstehen. Mal wieder.
Am Samstag trafen wir uns dann nach allgemeiner Routenplanung des weiteren Projektverlaufs zu zwei Seminaren. Eine Teilgruppe übte sich im Präsentieren (schon in Vorbereitung auf die großen Abschlußpräsentationen auf der Book Fair 2012), die andere (incl. mir) erarbeitete mit dem Designer und Referenten Andreas Jacobs Kreativtechniken. Ich kann das Seminar „Von grauen Zellen zu bunten Ideen“ nur empfehlen, es macht Spaß und führt in verschiedene Methoden ein, die den (Arbeits-)Alltag bunter, schöner und kreativer gestalten. Mal sehen, ob sich davon etwas in meinen Alltag integrieren lässt … Alle Fotos bei Facebook und Flickr.
Stephan Porombka beim Buchreport (wo sich übrigens kein Link auf seine einzige Webpräsenz findet) im Interview:
[M]an wird wohl entwickeln müssen, was der Soziologe Dirk Baecker Unsicherheitskompetenz nennt. Denn das Entscheidende an den kommenden Veränderungen wird sein: Sie stellen keine Stabilität mehr her.
Das dürfte sich schwer gestalten, denn
[das größte Problem der Verlage] wird sein, sich möglichst flexibel auf die ständig wechselnden Bedingungen einzustellen. Das ist natürlich wahnsinnig schwer. Vor allem, weil im gesamten Literaturbetrieb die Strukturen alt und die Rollenmodelle extrem festgeschrieben sind.
Tradition und Angst sind und bleiben vorerst wohl die bestimmenden Faktoren in der Branche. Das ist nicht zu ändern, höchstens daran zu rütteln. Sie verhindern Kreativität, Flexibilität und die eingangs erwähnte „Unsicherheitskompetenz“, also die Fähigkeit, mit Unsicherheit zu planen und umzugehen. Sie verhindern Experimente, die nötig sind, um neue Formen und Formate zu finden (und natürlich neue Inhalte), sei es in Sachen Produktentwicklung, Marketing, Werbung.
Interessant sind in diesem Zusammenhang auch die Feststellungen zur Suhrkamp-Blog-Aktion zu Clemens Setz:
Da wird behauptet, hier gebe es bis zur Buchmesse täglich reichlich Zusatzmaterial zum Buch. Aber was passiert auf der Seite? Es tröpfelt nur. Aber keine Literatur, sondern Marketingaktionen: Hey, macht bei unserem Gewinnspiel mit! Kommt zu den Lesungen! Lest einen Auszug aus dem Roman und kauft es dann!
Das ist ein gutes Beispiel für falsche Ansprache der Zielgruppe. Andererseits muss man sich fragen, ob die Zielgruppe tatsächlich über den Kanal eines Blogs erreicht wird. Und wiederum andererseits wird sie das nie sein, wenn man nicht eines Tages damit anfängt. Dann organisiert sich die „Fan-Gemeinde“ woanders im Netz – was nicht das Ziel sein kann, wenn man als Verlag in die Fan-Autor-Beziehung eintreten will.