Ich hoffe natürlich, auch 2022 das Fest der Liebe im Kreis meiner Familie feiern zu können. Aber man weiß ja nie was kommt. Bis dahin sind die Kinder groß, mit ihrem eigenen Leben beschäftigt und die Technik ist bestimmt noch fortgeschrittener als heute. Vor 10 Jahren war ein Video-Telefon (fast) noch Utopie, doch vielleicht hört sich die Ausrede 2022 schon so an: „Mensch Mama, es reicht doch, wenn wir holofonieren!“
Mein Lebensgefährte wird ahnen, dass ich das anders sehe und tröstender Weise Unsummen für mein Geschenk ausgeben. Unterm umweltfreundlichen Plastikbaum finde ich dann den neuen Datenanzug fürs Holofon, mit dem man ein echtes Shake-Hands oder sogar eine Umarmung simulieren kann. Die früher obligatorisch unterm Baum liegenden Bücher verschicke ich direkt an die Reader der Beschenkten. Ein paar Kredits in einer mir heute noch unbekannten Währung werde ich wohl auch mitschicken.
Nur eins, da bin ich mir ganz sicher, wird sich nicht ändern: Wann immer ich in der Weihnachtszeit das Radio einschalte, wird daraus „Last Christmas“ von Wham erklingen. Und wer weiß, wenn das läuft und der Datenanzug anfängt zu kribbeln und drücken, vielleicht ist es dann fast wieder wie früher …
Danke an Luise Schitteck, Buchhändlerin, für die Antwort auf unsere Adventskalenderfrage!
2022 gibt es in der Adventszeit keine Kalender mehr zu kaufen, die sind bereits Ende September ausverkauft.
Während die Konsumtempel immer wildere Weihnachtsthemen erfinden („Weihnachten bei den Maya“ drängt sich im Weltuntergang-Jubiläumsjahr 2022 ja förmlich auf) und immer früher damit beginnen, diese unter die Leute zu bringen, wird das private Weihnachten bescheidener, besinnlicher.
Weihnachten 1992.
Da die Geschäfte das ganze Jahr hindurch 24/7 geöffnet haben, ist es ein Highlight, dass in den Adventswochen die Läden wie früher, „in der guten alten Zeit“, bereits um 20:00 schliessen und ausnahmsweise mal alle einen ruhigen Abend auf dem Weihnachtsmarkt (äh ja, die müssen immer noch länger arbeiten, sorry) oder zu Haus in der warmen Stube verbringen. Diejenigen, die nicht in der Nähe und physisch greifbar sind, werden dabei über Videotelefonie eingebunden, gerne auch in einer Konferenzschaltung durch mehrere Wohnzimmer hindurch.
Und vielleicht sieht man sich gemeinsam einen Film an. „Scrooged“ ist zu einem Weihnachtskultfilm durch alle Alterklassen geworden und wird gleichberechtigt neben „It’s a wonderful life“ von den Streaming-Diensten beworben. Und Eines wird sich auch in zehn Jahren natürlich nicht geändert haben, im medialen wie im richtigen Leben: Früher war mehr Lametta!
Diesmal haben wir keine Kampagne, auch keine Idee, sondern ein Instrument: LitVideo schaltet seine Trailerdatenbank für Blogger frei. Das heißt: Man kann ab jetzt Buchtrailer, die bei LitVideo in der Datenbank liegen, direkt auf einer Seite ansehen und sich Embed-Codes holen.
Die Aktion (auf die ich via Facebook aufmerksam wurde) klingt insgesamt nach einer guten Idee: Blogger (die ja dank Lovelybooks, Blogg dein Buch etc. insgesamt gerade breit angesprochen werden) sind gute Verbreiter, Mundpropagandisten, denen die Leser vertrauen. Sie mit Rezensionsexemplaren, Zusatzmaterial, Hintergrundinfos und gut aufbereitetem multimedialen Content zu versorgen, liegt im Interesse aller Branchenteilnehmer – und daher auch im Interesse LitVideos als Dienstleister. LitVideo schreibt:
Der Grund, warum wir jetzt gezielt Blogger ansprechen, ist folgender: Unsere Trailer-Datenbank, in der wir Buchtrailer sammeln um sie dann automatisch in die Onlineshops einzustellen, wird jetzt auch für Blogger geöffnet. Das bedeutet, Blogger könen unseren Bestand durchsuchen und jeden Buchtrailer in ihr Blog einbinden. Die Sortierung nach VLB-Daten (Themen/Genres, EVT) macht das ganze im Vergleich zu Youtube sehr übersichtlich.
Dem kann ich nur zustimmen: Das Portal ist sehr übersichtlich und die Navigation fällt einfach. Bei YouTube bleibt allerdings einiges besser:
Es gibt bei YouTube alten Embed-Code. Bei LitVideo kann ich nur zwischen iFrame und einem Standbild wählen, das dann mit einem Player verlinkt ist. Letzteres finde ich unattraktiv (wenn auch ressourcenschonend), iFrame können nicht alle Blogging-Plattformen einbinden. (WordPress.com zum Beispiel nicht.)
Ich kann bei YouTube die Player-Größe automatisch anpassen. Das Alles fließt-Theme ist nicht breit genug für viele der üblichen Bildgrößen, weshalb ich Bilder gerne auf ca. 430 Pixel Breite herunterbreche. Das geht bei YouTube automatisch: Ich gebe Width=430 ein, und die Height wird vom System berechnet. LitVideo kann das nicht, da müsste ich die Sachen per Hand rechnen.
Es gibt einen Copy-Button. Bei LitVideo muss ich mühsam mit der Maus den ganzen Code markieren und kopieren. Eine banale Kleinigkeit, aber es nervt.
Es ist YouTube. Ziemlich offensichtlich, aber ich mag die Sicherheit einer riesigen Plattform, die schnellen Ladezeiten etc.
Ich denke, einige dieser Nachteile wird das Portal demnächst überwinden, es ist ja noch in einer Beta-Phase.
Etwas merkwürdig finde ich die Aussage, das ganze sei „für die Blogger kostenfrei“, da man sich ja „über die Verlage“ finanziere. Davon gehe ich als Multiplikator natürlich sowieso aus, wie ich schon in meiner Bachelorarbeit ausführte. ([Eigenwerbung] Die gibt es jetzt übrigens bei GRIN zu bestellen. [/Eigenwerbung]
Zum Abschluss probieren wir doch das Einbetten einmal mit dem Trailer zu „Er ist wieder da“ von Timur Vermes. Zuerst als Video:
Und nun als „Platzhalter mit Link“:
Klick auf das Bild öffnet Trailer in neuem Fenster
Die Suche nach Geschenken wird jedes Jahr schwieriger, da man bereits alles hat, was man zum Leben braucht. Schaut man sich die Gaben unter dem Weihnachtsbaum an, so finden wir dort ausschließlich Luxusgüter. In Zukunft werden wir also mehr und mehr Energie darauf verwenden DAS einmalige, kreative und ausgefallene Geschenk zu finden. 2022 haben wir jedoch das Glück mit 3D-Druckern jedes beliebige Produkt selbst herzustellen. Wir müssen uns nur noch die Ideen besorgen.
Created by JBFromOZ
Diese werden kostenfrei über Internet-Tauschbörsen wie Thingiverse und TPB gehandelt und einfach heruntergeladen. Eine spezielle Software wird es uns ermöglichen das Modell am Tablet nachzubearbeiten und zu individualisieren. Das größte Problem werden wir dann lediglich mit unseren Frauen haben, denen der selbst kreierte Schmuck nicht gefällt. In gewisser Weise bleibt also doch alles irgendwie beim Alten.
Während die Supermärkte den Advent bis in den September ausweiten, verknappen wir ihn auf 12 Tage. Wir haben sehr spontan diversen Leuten eine Frage gestellt:
Wie feiern wir 2022 Weihnachten? Wie verbringen wir die Adventszeit, was schenken wir, wie verbringen wir das Fest und was machen wir zum Jahreswechsel?
Andrea Schaufler @ Wikimedia Commons
Sofern Glück und die kurzfristige Planung mitspielen, erscheinen von heute bis zum 23. täglich Antworten auf diese Frage.
Aus Liebe zu meinem Hobby Rollenspiel muss ich heute einen kurzen Absatz aus einem Blogpost von Stina Leicht zitieren, die gerade Charles Stross‘ Blog pflegt. Sie schreibt darüber, wie ihr das Hobby (gerade als Spielleiterin in der frühen, noch stärker männlich dominierten RPG-Phase) für ihr kreatives Schaffen weitergeholfen hat:
Regarding writing, RPGs taught me a great deal about story pacing, characters, and dialog. When you have immediate feedback from players, it’s easy to see when you’re boring them. They start chatting with one another. They text their friends. You can see by their expressions whether or not you’ve got their attention. I think it’s a good thing for all writers to experience. […]
Sie geht noch auf weitere Life Lessons ein, die ihr das Rollenspiel beigebracht hat. Also los, ihr Kreativen der Welt, probiert es mal aus!
Die aktuellste Zamonien-Website: der-schrecksenmeister.de. (Achtung, Flash und Sound!)
Ich bin großer Liebhaber des Kontinents Zamonien von Walter Moers. Ich verbringe dort gerne einmal einen kleinen Urlaub oder gucke nur kurz nach den neuesten Entwicklungen. Ich liebe es, mich in Zamonien aufzuhalten, und ich habe auch selbst schon User Generated Content zu diesem Erzählkosmos beigetragen.
Die Frage, die ich mir immer wieder stelle: Warum wird es mir nicht erlaubt, mehr Zeit in Zamonien zu verbringen? Zamonien wird nicht transmedial erzählt, aber um einen Erzählkosmos mit richtigem Kanon handelt es sich dennoch, wie spätestens das nun erschienene Out-of-Cosmos-Lexikon „Zamonien“ beweist.
Zur Transmedialität fehlen Interaktion und weitere Kanäle, etwa Videos (abgesehen von alten „Käpt’n Blaubär“-Episoden). Aber Zamonien ist ein Erzählkosmos, verstreut über diverse Bücher, ein Musical, von Nutzern generierte Websites, eine Zeitung. Warum erwähne ich nur nutzergenerierte Seiten? Weil alle offiziellen Seiten (und vor allem Communitys) mittlerweile eingestampft oder in die Hände der Fans übergegangen sind:
Die Zamonien-Seite
Im Jahr 2000 gründete der Eichborn-Verlag zu Marketingzwecken die Seite „zamonien.de“ (Informationen über den „Kontinent“, ein Forum, ein Gästezimmer), die bis zum 10. Dezember 2007 existierte und vom Eichborn Verlag unterhalten wurde (anders als die Nachtschule). Da der Piper Verlag auch an solchem Marketing kein Interesse hat, wurden auf der Seite bis heute nur die zwei beim Eichborn-Verlag erschienenen Zamonien-Bücher beworben und seit dem Verlagswechsel ist abgesehen von den Gastbeiträgen in Forum und Gästebuch kein aktueller Beitrag mehr geleistet worden. Mittlerweile wurde die Seite in eine Weiterleitung auf den allgemeinen Verlagsblog umgewandelt (wie viele andere unaktuelle Bewerbungsseiten des Eichbornverlags auch).
Die Nachtschule
Nach dem Erfolg von Walter Moers‘ Roman „Die 13½ Leben des Käpt’n Blaubär“ wurde im Jahr 2000 die auch im Roman vorkommende Nachtschule als Ergänzung zur Zamonien-Seite vom Eichborn-Verlag im Internet gegründet. […] Als Nachtschüler kann man Hausaufgaben bewältigen, chatten (in der „Raucherecke“) oder in einem Forum (der „Dunkelkammer“) diskutieren. […] Als Walter Moers im Jahr 2003 den Verlag wechselte, verlor Eichborn das Interesse an der Nachtschule. Um das Angebot weiterhin zu erhalten, gründeten die Nachtschüler den Nachtschulverein und unterhalten die Nachtschule seitdem selbst.
Außerdem gibt es noch ein Zamonien-Wiki – natürlich wiederum ohne verlegerische Unterstützung, als reines Fan-Projekt.
Ich verstehe wie gesagt nicht, warum mir die Möglichkeit nicht gegeben wird, mehr Zeit mit Zamonien (und damit Verlagsprodukten) zu verbringen. Ich bin gerne bereit, dafür zu bezahlen – ich habe bislang alle Romane erworben, außer dem Labyrinth der Träumenden Bücher, das ich bei einem Freund las und zu enttäuscht war, um es meiner Sammlung hinzuzufügen.
Was ich mir erwarten würde: Mehr Publikationen rund um die Welt. Das oben erwähnte Lexikon ist ein guter Anfang, ich hoffe, davon kommt mehr. Schöne, runde Artikel, die Autorin Anja Dollinger ganz im Stil Walter Moers‘ hält und die Erzählwelt zusammenfasst und bereichert. Walter Moers oder der Knaus Verlag dürften mich aber auch gerne mit einem Rollenspielsystem, einem Computerspiel (von mir aus einem Browsergame), einem ARG, einem Brett- oder Kartenspiel, oder etwas ganz anderem unterhalten. Es wird Zeit, Leute! Knüpft an die Aktivitäten von Eichborn an.
Joscha Sauer, der Autor von NICHTLUSTIG, sammelt Geld für eine Trickserie, die uns todessehnsüchtige Lemminge, Herrn Riebmanns Hahn, Yetis und den Tod endlich auch bewegt auf die Geräte bringt. Finanzierungskonzept: Eine selbst gestrickte Crowdfunding-Seite.
Ziel dieser Aktion ist es, bis zum Jahresende 100.000 Euro zu sammeln, um die erste Folge NICHTLUSTIG fertigstellen zu können. Aber wir wollen dort nicht aufhören. Wenn wir es schaffen, mehr Geld zusammen zu kriegen, hier oder durch andere Investoren, dann machen wir natürlich weitere NICHTLUSTIG-Folgen und im Idealfall eine komplette Serie.
Kein Paypal, kein Kickstarter, kein Amazon Checkout:
Wir erfassen nicht mehr als Daten als nötig! Wir stellen Dir für Deinen Unterstützungsbeitrag eine ordentliche Rechnung aus und senden Dir diese als pdf zu.
Ich vermute, die Idee kann klappen. Die NICHTLUSTIG-App, die alle (?) Cartoons versammelt, läuft ja auch auf Spendenbasis und scheint sich zu finanzieren. Kein Wunder bei der Fangemeinde: 55.000 Follower, 280.000 Likes und immerhin 2.000 Youtube-Abonnenten.
https://www.nichtlustig.tv/
Ich bin mir übrigens sicher, dass die Aktion in den Staaten auf Kickstarter durchgezogen würde, nicht auf einer eigenen Seite mit umständlicher Abrechnung. In Sachen Crowdfunding haben wir noch einiges nachzuholen …
Ich verstehe nicht, was Bücher in Österreich kosten. Der höhere Preis mag durch Logistik etc gerechtfertigt sein, aber nachdem wir uns in Deutschland schon (zu Recht) darüber aufregen, wenn Bücher „unpsychologische“ Preise wie 10,90 (statt 9,90) haben, scheint es extrem unattraktiv, sie künstlich um 20-40 Cent teurer zu machen. Bestes Beispiel: