Die Zeitungskrise in Nürnberg

Burgblick heißt Durchblick. Oder so. Wikimedia Commons (Витольд Муратов)

Laut einem carta-Artikel ist meine Heimat spannender Kampfplatz der Zeitungskrise.

In Nürnberg existieren vermutlich seit Menschengedenken die “Nürnberger Nachrichten” und die “Nürnberger Zeitung”. […] Der Verleger [beider Blätter] ein Patriarch im positiven Sinne, die Verlage als Familienunternehmen, die nach außen hin weitgehend hermetisch abgeriegelt waren, und in die man als Außenstehender auch nicht recht reingekommen ist.

Norbayern.de, Gute alte Medienwelt: Ein isolierter Mikrokosmos, überrollt vom Medienwandel. Mal abgesehen davon, dass man beide Zeitungen schon lange nicht mehr lesen kann – und die Alternativen Abendzeitung und BILD will man nicht lesen.

Nur zeigt sich in Nürnberg sehr schön das Dilemma, wenn auf allen Seiten die “old school” das Sagen hat. Denn so unterschiedlich, wie sie glauben machen wollen, sind sich die beiden Nürnberger Verleger und der BJV-Vorsitzende gar nicht.  Sie alle glauben immer noch an die Segnungen der guten, alten Analog-Welt. Sie alle sehen immer noch die Zeitung als das publizistische Kerngeschäft, sie alle haben keine nennenswerte Digitalkompetenz. Und sie alle versuchen immer noch, mit Ideen aus der alten Zeit zu Lösungen zu kommen: Einsparen. Oder Verantwortung einfordern. Beides – und die Prognose ist alles andere als gewagt – wird nicht funktionieren, nicht ausreichen.

Eine schöne Analyse, sehr lesenswert – und ein guter Hinweis, die Metropolregion weiter im Blick zu behalten. Wir werden sehen, was die Abwesenheit der Abendzeitung mit sich bringt. Vermutlich merkt es niemand – und alle ehemaligen Leser greifen ab jetzt zur BILD.

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