Marketing ist Krieg – und ganz in diesem Sinne zeigt folgende Infographik den Unterschied zwischen Massen- und gezieltem Marketing anhand von regulären Streitkräften und Special Forces:
Dein eBook liest dich!
For centuries, reading has largely been a solitary and private act, an intimate exchange between the reader and the words on the page. But the rise of digital books has prompted a profound shift in the way we read, transforming the activity into something measurable and quasi-public.
Reading wird digital und social – und bietet damit auch deutlich bessere Tracking- und Analysemöglichkeiten. Damit gibt es eine weitere Feedbackschleife von der Mediennutzung zur Produktpolitik.
Mit diesem Hinweis auf den sehr lesenswerten Artikel „Your eBook is reading you“ beim Wall Street Journal verabschiede ich mich ins Wochenende!
Findet Jonathan: Transmedia Storytelling im Selbstversuch
Schade, daß es nun anscheinend vorbei ist. Hat wirklich Spaß gemacht! Sollte sich was Neues ergeben bin ich auf jeden Fall diesmal von Anfang an dabei. („Findet Jonathan„-Spielerin)
Alles Schöne muss irgendwann zu Ende gehen … ein Trost, wenn man denn hinterher sagen kann, dass es sich gelohnt hat. Von unserem Alternate Reality Game (über das wir an früherer Stelle bereits berichteten) können wir das guten Gewissens sagen. Unser Trailer hat bislang über 700 Klicks erhalten, unser ARG auf Facebook brachte es auf eine wöchentliche Reichweite von bis zu 1.000 Usern.
Aktive Spieler
Was uns besonders gefreut hat: Die 90-9-1-Regel haben wir getoppt. Wenn man die 9%- und die 1%-Gruppe zusammenfasst, sind das normalerweise 10% – wir sind hier auf phänomenale 11,25% gekommen – also überdurchschnittlich viele aktiv-produktive User. Auch an anderer Stelle hat sich die Aktivität der Spieler gezeigt. Im Zuge von Recherchen über die letzten Aktivitäten des verschwundenen Jonathan (rechts im Bild, gemeinsam mit Nick, einem seiner engen Freunde) wurde die von uns „gegründete“ Brauerei Wilder Tann immer wieder angeschrieben und um Informationen gebeten. Und unsere fiktive Privatdetektivin wurde abschließend sogar vor dem mysteriösen Ikarus gewarnt.
Weiter geht’s …
… auf Lovelybooks. Unabhängig vom ARG machen wir auf Lovelybooks eine Leserunde. Die Freiexemplare für die Testleser sind leider schon weg, aber die Beteiligung an der Diskussion über das Buch ist natürlich trotzdem möglich. Hier wollen wir auch nochmal über den Buchtrailer diskutieren, mit dem wir bewusst gewohnte Wege verlassen wollten. Wir sind gespannt auf die Meinungen, wie uns das gelungen ist!
Das Team
„Wir“, das sind „Die Erzähler“, bestehen aus Sabine Hafner, Dennis Schmolk und mir, Hanna Hartberger. Als Buchwissenschafts-Absolventen und Social-Media-Junkies haben wir uns gefreut, mit KOSMOS einen starken und aufgeschlossenen Partner für unser erstes ARG gefunden zu haben. Unsere Spieler hoffen auf viele weitere – und wir auch!
Linktipps: Zwischen Gruppendynamik und Nostalgie
Abgesehen davon aber könnten Trolle manchmal sogar stimulierend auf Diskussionen wirken. „Man muss nur akzeptieren, dass nicht alle Nutzer sich mit konstruktiven, wohlabgewogenen Argumenten einbringen wollen.“ [Jan-Hinrik Schmidt, Soziologe]
In einem nicht uninteressanten Zeit-Artikel geht’s um Trolle – ihre Wirkung auf Diskussionen, ihre Ziele und den Umgang mit ihnen. Spannend ist auch der Ansatz, Trollen unter gewissen Voraussetzungen als künstlerischen Akt zu sehen. Zwar ist das meiner Ansicht nach in vielen Fälle zu viel des Guten, aber der grundsätzliche Ansatz des Artikels ist gut.
Schönheit von E-Book-Readern
Man hätte sich für das E-Book etwas völlig Neues ausdenken können, etwas nie Dagewesenes. Etwas Ball- oder Bohnenförmiges, etwas Leuchtendes, Singendes, Schwebendes, Tanzendes. Schade nur, dass unsere Gesellschaft nichts Neues will und nur das Alte für Kultur hält.
In ungefähr diesem Ton gibt es eine grandiose Cicero-Glosse, die treffsicher auf unsere Schwächen im Umgang mit E-Books und E-Book-Readern eingeht: Warum kommen wir auf die Idee, dass wir beim „Umblättern“ von E-Book-Seiten Raschelgeräusche brauchen? Und warum braucht unser E-Book-Reader eine Hülle, die an ein altes Buch erinnert? Der Artikel schlägt äußerst charmant den Ausweg vor, derartige Geräte doch mit Stolz (und zeitgemäß) zu verwenden.
Facebook: Was alles nervt
Lifehacker, eine Produktivitätsseite, fragt seine Leser: „What Are Your Biggest Facebook Problems and Annoyances?“ Zu den wichtigsten, drängendsten oder skurrilsten Problemen soll es Antworten und Abhilfe geben. Schon die Problemschilderungen sind sehr interessant zu lesen, etwa:
Facebook’s feed algorithm is horrid, and the „Most Recent“ sorting strategy isn’t really what it claims to be. I wish there was a firm way to opt out of their algorithm and go back to the way it used to be. I’m currently using a third party social messenger (Trillian) to circumvent their algorithm.
Und ganz allgemein nervt natürlich die Überflutung mit Inhalten, die durch die angebotenen Filterfunktionen in meiner Wahrnehmung nur schlimmer geworden sind. (Ich bereue schon, Leute als „enge Freunde“ markiert zu haben, deren Updates ich unbedingt haben will …) Zum „Oversharing“ in mehrerlei Hinsicht eine nette Infographik:
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PS: Ja, ich bin visual.ly-süchtig. Stories, die anhand von Graphiken und Daten erzählt werden, sind ungemein spannend.
Social Media Alchemy (Infographik)
Intellectual Disobedience
„A lot of people infringe copyright and they’re apologetic … If you know as much about the law as, unfortunately, I do, I cannot claim ignorance and I cannot claim fair use … I know that I’m infringing copyright and I don’t apologize for it.“
Eigentlich genau das, was ohnehin jeden Tag passiert – nur als bewusste Entscheidung. So schildert Nina Paley (@ninapaley) ihren Umgang mit geistigen Eigentumsrechten, schön zusammengefasst im O’Reilly Radar und einem Video:
Urheberrecht abschaffen?
Insbesondere Mitgliedern der Piratenpartei wird ja immer wieder vorgeworfen, sie wollten das Urheberrecht und geistiges Eigentum allgemein abschaffen. Das ist natürlich Blödsinn, allerhöchstens wollen das einzelne (und wenige) Mitglieder.
Die Position, geistige Eigentumsrechte dienten vor allem einer Blockbuster-Kultur und verstießen gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung, kommt aber durchaus in der Diskussion vor, wenn auch eher am Rande. Leonard Nobusch nimmt sich in einer ausführlichen Besprechung bei nNetzpolitik die „Streitschrift“ No Copyright von Joost Smiers und Marieke van Schijndel vor und behandelt besagte Position. Und sein Schluß stimmt hoffnungsvoll und belässt dieser Extremposition ihre Existenzberechtigung:
Beide Bedingungen, die Konkretheit der Utopie sowie positive Folgen ihrer auch nur teilweisen Realisierung, treffen auf die Streitschrift von Smiers und Schijndel zu. So wären beispielsweise eine Zurückführung des urheberrechtlichen Schutzumfangs oder die Durchsetzung eines stärkeren Wettbewerbsrechts nicht nur Schritte in Richtung der skizzierten Utopie sondern entsprächen auch den Forderungen von moderateren Kritikern des herrschenden Urheberrechtsregimes. Paradoxerweise könnte so Urheberrechtsabolitionismus, auf derart seriöser Art und Weise vorgetragen, einen wichtigen Beitrag für den Urheberrechtsreformdiskurse leisten.
Infographik: "Kickstarter – $207 Million Invested by you & me"
Die Kategorien finde ich noch immer etwas willkürlich (Technologie und Design etwa sind schwammig abgegrenzt), aber die Graphik zeigt, wie umsatzstark Crowdfunding aktuell ist – fragt sich, wie dieser Hype an seine Grenzen stößt. Eine Analyse dazu gibt es bei netzwertig.
Das Leistungsschutzrecht: Verliert das Web den Hyperlink?
Sowohl Golem.de als auch netzpolitik.org befassen sich mit der Möglichkeit, dass die (deutschsprachige) Wikipedia demnächst ohne externe Links auskommen müssen könnte:
In Wikipedia-Artikeln gibt es Weblinks mit weiterführenden Informationen, bei denen fraglich sei, ob sie unter das Zitatrecht fallen. Bislang sei vollkommen unklar, ob diese Links, die jeweils die Überschriften von Presseartikeln enthalten, eine Verletzung des neuen Leistungsschutzrechts darstellen. Laut der Begründung des Bundesjustizministeriums sollen Links zwar nicht unter das neue Leistungsschutzrecht fallen, unsicher ist jedoch, ob dies auch für den verlinkten Text gilt. (Golem.de)
Beide Quellen beziehen sich damit auf eine Pressemitteilung der Wikimedia Foundation. Wird das Realität, verliert die (deutschsprachige) Wikipedia entsprechend einigen Wert als Quelle und vor allem Rechercheanfang. (Dann nutze jedenfalls ich vermutlich nur noch die englischsprachige.) Und gleichzeitig verliert das deutsche Web mit einer Einschränkung der Linkfreiheit viel von seiner Hauptfunktion – was ist das Web anderes als verlinkte Hypertexte?
Eine weitergehende rechtspolitische Analyse, bei der das geplante Leistungsschutzrecht naturgemäß nicht gut weg kommt, findet sich ebenfalls bei Netzpolitik.


