Version 1.0: Calibre feiert sein erstes großes Major Release

Calibre, die bekannte eBook-Bibliotheksverwaltung von Kavid Goyal, geht in Version 1.0. Sieben Jahre nach den ersten Gehversuchen verlässt Calibre damit das Beta-Stadium. Die neuen Features umfassen:

  • A grid view of book covers
  • A new, faster database backend
  • Virtual Libraries
  • Conversion of Microsoft Word documents
  • New metadata download sources
  • Full support for font embedding
  • An easy to use tool to edit the Table of Contents in ebooks
  • Rewritten PDF Output engine
  • New tool: „Polish books“ that allows you to perform various automated cleanup actions on ebooks

UnbenanntBesonders spannend ist die Umwandlung von Word-Dokumenten in eBooks, da dieser Workflow noch bei vielen Self-Publishern und auch Verlagen vorherrscht. Im Test mit einigen simplen Dokumenten stellte ich fest, dass dieses Feature genau das macht, was es verspricht: Es wandelt Word-Dokumente mit wenigen Auszeichnungen etc. zuverlässig in EPUB um. Man muss ein wenig mit den Einstellungen herumspielen, etwa, wenn die Vorlage überflüssige Absätze aufweist. Es zahlt sich in jedem Falle aus, eine möglichst bereinigte (Style Sheets!) Datei zu konvertieren – das spart einiges an Zeit. Für die Konvertierung in MOBI/AZW würde ich weiterhin KindleGen nutzen. Und vermutlich kommt man für die (halb-) kommerzielle Nutzung nicht an anderen, mächtigeren Konvertierungstools herum. Für die rasche Aufbereitung von Dokumenten für die mobile Lektüre taugt Calibre nun aber allemal.

Wie sind eure Erfahrungen mit Calibre? Nutzt ihr Alternativen für die Bibliotheksverwaltung?

Unsere August-Umfrage: Wohin geht es mit den eBooks?

Im August widmet sich unsere Monatsumfrage der Zukunft des digitalen Lesens. Wir wollen von euch wissen, wie sich eBooks eurer Meinung nach entwickeln werden – oder ob sie bleiben, wie sie sind. Stichworte: Games, Apps, Multimedia, Non-Linearität. Wir freuen uns wie immer auf eure Antworten und Kommentare!

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De-Facto-Verbot für baden-württembergische Lehrer: Kein Facebook für schulische Kommunikation

Ich musste zunächst einmal diesen Artikel vom SWR zweimal lesen, bevor ich verstand, worum es eigentlich geht. Vielleicht habe ich im Urlaub die Vordiskussion verpasst.

… muss den Umgang mit Kommunikation noch lernen, nicht nur in sozialen Medien.

Worum geht es?

Um unseren lieben Lesern die Verwirrung zu ersparen: Es geht darum, dass Lehrer in Bawü keine Online-Dienste zur „dienstlichen Kommunikation“ nutzen dürfen, die Daten auf ausländischen Servern speichern. Hintergrund ist der Datenschutz bzw. das Telemediengesetz, denn Daten auf FB-Servern unterliegen anderer Rechtssprechung als auf deutschen Rechnern.

So weit, so gut – Datenschutz ist ja prinzipiell eine gute Sache. Weniger gut ist es, wenn der Datenschutz eher wie ein vorgeschobenes Argument wirkt, weil man sich der German Internet Angst hingibt und einfach nicht recht versteht, was da passiert. Richtiggehend schlecht ist es, wenn man den Anschluss zur Zielgruppe verpasst und sie nicht mehr über die Kanäle informieren und mit ihnen kommunizieren darf, die sie routiniert benutzen. Schlichtweg unsinnig wird es, wenn erst gar niemand versteht, worum es eigentlich geht.

Schiefgelaufene Kommunikation: Was bedeutet das alles?

Denn der Fall geriet nur in die Öffentlichkeit, weil sich Lehrer unsicher sind, ob sie nun, wie auch der SWR reißerisch titelt, komplettes „Facebook-Verbot“ haben, ob sie Facebook nur nicht für die Absprache von Unterricht nutzen dürfen und ob das nur für Facebook gilt (Zuckerberg-Klausel o.ä.). Schwammig ist die Frage, was „dienstliche“ Kommunikation ist: Ein Lehrer darf offenbar nicht auf die Frage antworten, ob im Schwimmbad oder in der Halle die nächste Sportstunde stattfindet; aber darf er einen Grillabend zum Jahresende per Facebook organisieren? Und wie steht es mit dem Austausch von Dateien via Dropbox oder Drive, mit unverschlüsselten eMails oder Projektbesprechungen via Skype?

Und so lange diese Punkte so schwammig definiert bleiben, kann es kein richtiges Nutzerverhalten bei Lehrern geben. (Ich vermute ja, dass die Politiker dahinter selbst keine Ahnung von sinnvollem Gebrauch sozialer Netzwerke haben.) Immerhin bleibt Facebook als Gegenstand des Unterrichts erlaubt, wie aber extra betont werden muss.

Fazit: So sollte man nicht mit seinen Bürgern reden. Andererseits: Wer erwartet von diesen ekligen Gestalten, die uns regieren, eigentlich noch etwas Besseres?

Gibt es in 10 Jahren noch Sortimentsbuchhandlungen?

Das unabhängige stationäre Sortiment hat aktuell so seine Probleme: Online-Konkurrenz, Filialisten, sich wandelnde (vulgo verschlechternde) Konditionen. Daher widmet sich unsere Juli-Umfrage der Überlegung, ob es den Sortimentsbuchhandel in 10 Jahren noch in einer mit dem heutigen Stand vergleichbaren Form gibt.

Hält sich das Sortiment? Werden Bücher vermehrt von Wein-, Elektronik- oder Benzinhändlern vertrieben? Werden sie nur noch verschickt? Oder gibt es dann sowieso nur noch eBooks? Wir freuen uns auf rege Teilnahme – und natürlich über viele Kommentare. Die Umfrage läuft bis zum 12.8.13.

 

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Mainzer Buwi startet experimentelle eBook-Reihe für Bachelorarbeiten

Meine eigene BA habe ich ja bei GRIN veröffentlicht. GRIN, die Buchmarketing-Agentur bilandia und die Buchwissenschaft Mainz haben nun die Plattform Initialen gestartet, eine Schriftenreihe für gut bewertete, innovative, spannende Bachelorarbeiten. Und heute geht es los:

Die Digitalisierung verändert nicht nur das Medium Buch, sondern die ganze Buchbranche. Um nicht nur wissenschaftlich-theoretisch, sondern ganz praktisch an diesem Prozess teilzuhaben, veröffentlichen Studierende der Buchwissenschaft Mainz im Juli 2013 selbst E-Books. Die Studierenden lektorieren neun aufgrund ihrer herausragenden Qualität ausgewählte Abschlussarbeiten, bereiten sie für die elektronische Publikation vor und übernehmen Marketing und Pressearbeit.
Im Rahmen der Übung „Das Buch im Medienverbund“ des Instituts für Buchwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz erscheinen die E-Books am 8. Juli 2013 in der neuen Reihe „Initialen“. Die Bandbreite der behandelten Themen zeigt dabei die ganze Vielfalt der buchwissenschaftlichen Forschung in Mainz (eine Übersicht der E-Books finden Sie am Ende dieser Mail).
Das Pilotprojekt leitet der Dozent Dominique Pleimling in Zusammenarbeit mit Peter Schmid-Meil, Programmleiter des GRIN Verlags, und Albrecht Mangler, Marketing und Creative Director bei der Agentur Bilandia.

Initialen-Flyer

Man darf gespannt sein, was den Leser dort erwartet. In jedem Fall ist „Initialen“ eine schöne Verankerung der ePublishing-Praxis in der universitären Lehre. Weiter so, Unis!

Das Nachwuchsparlament auf den Buchtagen 2013

Vor zwei Jahren war ich zuletzt auf dem Nachwuchsparlament (NWP) gewesen und hatte geurteilt: eine Azubi-Veranstaltung. Ich bin sehr froh, dass ich dieses Jahr einen ganz anderen Eindruck hatte. Ein kurzes Fazit.

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Noch-Nachwuchssprecher Tony Stubenrauch beim Parlament



Das Nachwuchsparlament 2013 und insbesondere dessen Rahmen – freie Anfahrt, freier Eintritt zu den Buchtagen, freie Unterkunft in Berlin – sehe ich tatsächlich als eine der besten Förderungsmöglichkeiten für den Nachwuchs. Zum AKEP gab es ebenfalls einige Freikarten (auch wenn mir keine davon zuteil wurde) sowie vergünstigte Nachwuchs-Karten. Dieser Umstand veranlasste Steffen Meier, Hilkes Beitrag zu unserer Blogparade, der AKEP und andere  Einrichtungen der Branche seien schwer zu erreichen, mit den Worten zu kommentieren: „Einmischen und Mitmachen erfordert eben auch etwas Eigeninitiative!“

Design Thinking in der Anwendung: Meine Idee zu einem gamifizierten Nachrichenportal.
Design Thinking in der Anwendung: Meine Idee zu einem gamifizierten Nachrichenportal.

Das Rahmenprogramm stimmte ebenfalls: Eine Exkursion diente der Vernetzung im Branchennachwuchs. Ein Workshop bei der AG Generationenmanagement (ja, der Name ist eher wenig sexy) stellte die Methode des Design Thinking im Anwendungsfall vor. Und natürlich konnte man gute Gespräche führen, auch auf dem Mitgliederfest am Donnerstagabend in der Malzfabrik, wo sich auch zu älteren Leuten der Branche ungezwungen Kontakt aufnehmen ließ.

Jana Zawadzki und Lisa Maria Keil (von links)
© Monique Wüstenhagen
Quelle: Börsenblatt.net

Insgesamt hinterließ alles das Gefühl: Man interessiert sich für den Nachwuchs, und es tut sich was. Zum Beispiel auch in Form von Mentoring-Programmen (5 NWP-Teilnehmer bekamen einen etablierten Player zur Seite gestellt), Kräfteaustausch und dem Aufbau einer Nachwuchs-Blogroll. Und auch das Börsenblatt macht mit und stellt die Sonntagsfrage an die neue NWP-Doppelspitze Lisa Maria Keil (22, kein auffindbares Online-Profil) von Osiander und Jana Zawadzki (24) von der Mayerschen.

Positiv fand ich auch, dass ich viel mehr Studenten als noch vor zwei Jahren kennengelernt und erlebt habe. Damals war mein Eindruck, wie schon eingangs erwähnt, dass es vor allen Dingen um Azubis und ihre Probleme ging. Dieses Jahr waren die (ehemaligen) Studenten präsenter.

Und jetzt?

Die Frage bleibt, wie wir die Nachwuchsthemen aktuell halten und Themen integrieren, die man auf einer Nachwuchs-Veranstaltung des Arbeitgeberverbandes einer Branche eher nicht erwarten darf – also z.B. Bezahlung und Beschäftigungsbedingungen.

"Der Buchbranche fehlt der Coolness-Faktor"

Wir haben zu unserer Blogparade Die “Neuen” – Aus- und Weiterbildung in der Buchbranche eine Reihe (zahlenmäßig und vor allem inhaltlich) erfreulicher Beiträge erhalten. Um das entsprechend zu würdigen, fassen wir hier zusammen, lesen nach und bedanken uns bei allen Teilnehmern und Beiträgern!

Ein schönes Mosaik: Diese Beiträge erntete unsere Blogparade.
Ein schönes Mosaik.

Azubis als Umdenker und Kommunikationsverbesserer

Postwendend nach unserem Aufruf beteiligte sich die künftige Medienkauffrau Anna-Lena Wingerter. Dafür vielen Dank! Anna-Lena hebt als Alleinstellungsmerkmal der Azubis die intime Kenntnis mit dem ausbildenden Haus hervor und plädiert für eine bessere Nutzung dieser Ressource.

Tigerenten 2.0

Frank Krings hat sich entschieden, nicht nur seinen früheren Tigerenten-Artikel für die Blogparade zu recyceln, sondern einen frischen Tipp zu geben: Nachwuchs, biete dem Unternehmen etwas, was es noch nicht hat! Er selbst zeigt sich in den Kommentaren etwas enttäuscht von der geringen Online- und Social-Media-Affinität vieler Nachwuchskräfte.

„Ich lese gerne“ reicht nicht!

Luise Schitteck hat ihr neues (lesenswertes!) Blog gleich genutzt, unserer Blogparade einen Beitrag beizusteuern. Sie moniert, dass Auszubildende, mit denen sie Workshop-Erfahrung gesammelt hat, sehr häufig in den Bereichen eReading und eCommerce unzureichend ausgebildet werden. Die Liebe zum Papier reicht eben einfach nicht.

„Berufsleben ist das, was ihr daraus macht!“

Dagmar Eckhardt alias GeschichtenAgentin hat viele Jahre Erfahrung als Ausbilderin. In ihrem Artikel beleuchtet sie, welche Eigenschaften gute Berufsanfänger haben oder entwickeln sollten: Neugierde, Weitblick, Eigeninitiative. Außerdem berichtet sie, welche Fortbildungen und Erfahrungen ihr besonders geholfen haben.

„Und was wird morgen aus uns?“

Hilke-Gesa Bußmann beklagt, dass der digitale Wandel zu häufig gar nicht oder ohne den Nachwuchs passiert. Sie moniert außerdem, dass Nachwüchsler vor dem Mitmischen in etablierten Organisationen wie dem AKEP viele Hürden überwinden müssen. Hilke wünscht sich ein stimmiges Bild der Buchbranche, zusammengesetzt aus Nachwuchs und alten Hasen.

Eine Kritik und Vision für junge Verleger

Charlotte Reimann berichtet als JVM-Städtegruppensprecherin ähnliches wie Frank Krings: Der Nachwuchs hat noch zu viele Vorbehalte gegenüber sozialen Medien und verkennt insbesondere deren Chancen, an etablierten Branchenstrukturen zu rütteln. Zur besseren Vernetzung und Auffindbarkeit von Buch(nachwuchs)-Blogs schlägt sie weiterhin vor, „1) eine Buchbranchen-Bloggergruppe zu gründen, die sich gegenseitig mit Rat und Tat zur Seite steht, und 2) auf der JVM-Website ein Blogroll mit allen Nachwuchsbloggern einzurichten, um die Wahrnehmung bestehender Blogs zu verbessern“.

„Lehrjahre sind keine Herrenjahre“

Last but not least: Mit spannenden und zitierwürdigen Ansichten beehrte uns auch Steffen Meier, der gefühlt drei Minuten vor der Deadline seinen Beitrag einreichte. Warum fehlt es der Branche an Coolness? Warum beweist sie keine Kreativität in den Arbeitsmodellen und -bedingungen, gerade für die viel vertretenen Frauen? Kurz: Was hat die und was hätte die Branche ihrem Nachwuchs zu bieten, wenn es nicht Geld ist?

Praktikum – Praktikum – Volo – Assistenz?

Keinen eigentlichen Beitrag, sondern eine kommentierende Zusammenfassung liefert uns Alena Dausacker von type:area. Sie greift Steffen Meiers These von der Un-Coolness der Branche auf und führt sie u.a. auf verkrustete universitäre Strukturen zurück. Und sie spricht einen wichtigen Punkt an: „Es kann nicht sein, dass man für ein Praktikum in der Branche bereits ein Praktikum in der Branche braucht – das widerspricht dem genuinen Sinn eines Praktikums.“

Die Zuspätgekommenen

Aufgrund vereinzelter Nachfragen entschlossen wir uns zum Ablauf der eigentlichen Deadline, noch eine „Nachzüglerphase“ einzuräumen.

Im Curriculum des Nachwuchses muss „Gender“ enthalten sein

Darüber sind wir froh, denn so erreichte uns noch Frauke Ehlers Beitrag „Ein Curriculum mit Gender-Perspektive“. Frauke knüpft an Steffens Überlegungen zur „weiblichen Branche“ an und stellt vor, was die BücherFrauen auf diesem Gebiet leisten.

Es ist schwierig, wahrgenommen zu werden

Jakob Jochmann ist neu in der Buchbranche – allerdings kein Nachwuchs, sondern ein Quereinsteiger: „Mir selbst geht es als Unternehmer mit eigenem Kapital (ich finanziere mich mit angespartem Geld aus meiner Zeit bei einer Unternehmensberatung) natürlich etwas anders als dem Nachwuchs, der sich erst noch um bezahlte Stellen oder gar unbezahlte Praktika balgen muss. Meine Probleme sind eher, als potentieller Geschäftspartner überhaupt von den Alteingesessenen wahrgenommen zu werden und Verständnis für meine neue Perspektive zu gewinnen.“

Fazit

Wir haben bekommen, was wir wollten: Einen guten Überblick und viele Einblicke in die Situation von Leuten, die in der Branche Fuß fassen wollen. Zwischenzeitlich tagte ein Nachwuchsparlament und wählte eine neue Doppelspitze. Das heißt: Es bleibt spannend. Wir danken allen Teilnehmern und Lesern und freuen uns schon auf die nächste Blogparade!

Umfrage: Was wünscht ihr euch von Alles fließt?

Wir wollen unseren Content natürlich auf Eure Bedürfnisse abstimmen. Deswegen haben wir uns entschlossen, euch einmal direkt zu fragen: Was wollt ihr lesen (oder auch hören)? Heute, Donnerstag, den 13.6. starten wir daher eine Umfrage, die bis zum 12.7. läuft. Wir freuen uns auf eure Antworten – und natürlich auf weitere Anregungen in den Kommentaren!
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Crowdfunded Wettbewerb zur Zukunft des Urheberrechts

Netzpolitik berichtet über ein indiegogo-Projekt, das den Preis für den Gewinner eines Artikelwettbewerbs crowdfunded:

This is a contest for the best work about the future of copyright. The idea is simple:

  • You set the prize by supporting this project.

  • People submit their works for the contest. The deadline is 1st July 2013.

  • Independent jury consisting of Mike Linksvayer (part-time Senior Fellow at Creative Commons),  Joe McNamee (Executive Director od EDRi) and  Jérémie Zimmermann (spokesperson and co-founder of the La Quadrature du Net) and Jarosław Lipszyc (Modern Poland Foundation, contest organizer) chooses the winner. The decision will be announced on 24th July 2013.

  • The winner gets the prize. Society gets a number of fresh proposals that will help shaping up the copyright system of tomorrow.

Die entstehenden (oder zumindest die siegreichen) Publikationen werden danach online und frei zugänglich veröffentlicht.