Leider haben Dennis und ich unabhängig voneinander ziemlich turbulente Zeiten, weshalb wir es beide nicht schaffen, außer unserer Umfrage Artikel zu schreiben – was uns wirklich Leid tut, da wir dieses Blog gern mögen und die Kommunikation mit euch sehr schätzen. Daher bitten wir um euer Verständnis für diese „Sommerpause“ und hoffen, ihr bleibt uns trotzdem weiterhin gewogen. Wir sind zuversichtlich, dass sich in den nächsten Wochen alles einspielt und ihr bald wieder die gewohnten Kommentare, Interviews … lesen könnt.
Liebe Grüße
Hanna und Dennis
P.S.: Wenn ihr in der Zwischenzeit Artikelwünsche habt, gern Kommentar hinterlassen.
P.P.S.: Wenn ihr eine bezahlbare Wohnung in München oder Köln vermitteln könnt, bitte auch kommentieren oder uns direkt kontaktieren.
Im August widmet sich unsere Monatsumfrage der Zukunft des digitalen Lesens. Wir wollen von euch wissen, wie sich eBooks eurer Meinung nach entwickeln werden – oder ob sie bleiben, wie sie sind. Stichworte: Games, Apps, Multimedia, Non-Linearität. Wir freuen uns wie immer auf eure Antworten und Kommentare!
Das ist auf der einen Seite ein Bekenntnis zur Buchhandlung als Institution. Auf der anderen Seite wird signalisiert, dass die jetzige Form nicht zukunftsfähig ist – es wird mit gravierenden Veränderungen gerechnet.
Wie können diese Veränderungen aussehen?
Wir zählen hier mal die Aspekte auf, die heute zum Teil schon umgesetzt sind: E-Book-Beratung und -Verkauf, besondere Events, multimediale Ausstattung. Wenn wir aber einen stärkeren Fokus auf das „ganz anders“ legen, kommen wir zu folgenden Ideen:
Buchhandlung als Show- oder Eventroom, in dem hochwertige Bücher präsentiert werden, zum Beispiel werden Edel-Kochbücher in der Küche vor Ort getestet („normale“ Bücher werden sowieso übers Internet gekauft)
Buchhändler als bester Facebook-Freund von allen, der seine Kunden kennt und ihnen unaufgefordert Bücher empfiehlt – sein Ladengeschäft wird vor allem als Veranstaltungsort für die „Real Life“-Treffen seiner Kundschaft verwendet
Buchhandlungen als Medienläden, die eher Erlebniswelten als Produkte verkaufen, zum Beispiel ein Krimiladen mit Büchern, Zeitschriften, Events, Spielen, Apps und Infos
Bücherecken als Teil von Geschenkläden, die aus der Verschmelzung von Boutiquen und Buchhandlungen entstanden sind
Morgen startet dann unsere August-Umfrage.
Wie denkt ihr, dass „Ja, aber ganz anders“ aussehen wird?
Ich musste zunächst einmal diesen Artikel vom SWR zweimal lesen, bevor ich verstand, worum es eigentlich geht. Vielleicht habe ich im Urlaub die Vordiskussion verpasst.
… muss den Umgang mit Kommunikation noch lernen, nicht nur in sozialen Medien.
Worum geht es?
Um unseren lieben Lesern die Verwirrung zu ersparen: Es geht darum, dass Lehrer in Bawü keine Online-Dienste zur „dienstlichen Kommunikation“ nutzen dürfen, die Daten auf ausländischen Servern speichern. Hintergrund ist der Datenschutz bzw. das Telemediengesetz, denn Daten auf FB-Servern unterliegen anderer Rechtssprechung als auf deutschen Rechnern.
So weit, so gut – Datenschutz ist ja prinzipiell eine gute Sache. Weniger gut ist es, wenn der Datenschutz eher wie ein vorgeschobenes Argument wirkt, weil man sich der German Internet Angst hingibt und einfach nicht recht versteht, was da passiert. Richtiggehend schlecht ist es, wenn man den Anschluss zur Zielgruppe verpasst und sie nicht mehr über die Kanäle informieren und mit ihnen kommunizieren darf, die sie routiniert benutzen. Schlichtweg unsinnig wird es, wenn erst gar niemand versteht, worum es eigentlich geht.
Schiefgelaufene Kommunikation: Was bedeutet das alles?
Denn der Fall geriet nur in die Öffentlichkeit, weil sich Lehrer unsicher sind, ob sie nun, wie auch der SWR reißerisch titelt, komplettes „Facebook-Verbot“ haben, ob sie Facebook nur nicht für die Absprache von Unterricht nutzen dürfen und ob das nur für Facebook gilt (Zuckerberg-Klausel o.ä.). Schwammig ist die Frage, was „dienstliche“ Kommunikation ist: Ein Lehrer darf offenbar nicht auf die Frage antworten, ob im Schwimmbad oder in der Halle die nächste Sportstunde stattfindet; aber darf er einen Grillabend zum Jahresende per Facebook organisieren? Und wie steht es mit dem Austausch von Dateien via Dropbox oder Drive, mit unverschlüsselten eMails oder Projektbesprechungen via Skype?
Und so lange diese Punkte so schwammig definiert bleiben, kann es kein richtiges Nutzerverhalten bei Lehrern geben. (Ich vermute ja, dass die Politiker dahinter selbst keine Ahnung von sinnvollem Gebrauch sozialer Netzwerke haben.) Immerhin bleibt Facebook als Gegenstand des Unterrichts erlaubt, wie aber extra betont werden muss.
Fazit: So sollte man nicht mit seinen Bürgern reden. Andererseits: Wer erwartet von diesen ekligen Gestalten, die uns regieren, eigentlich noch etwas Besseres?
Das unabhängige stationäre Sortiment hat aktuell so seine Probleme: Online-Konkurrenz, Filialisten, sich wandelnde (vulgo verschlechternde) Konditionen. Daher widmet sich unsere Juli-Umfrage der Überlegung, ob es den Sortimentsbuchhandel in 10 Jahren noch in einer mit dem heutigen Stand vergleichbaren Form gibt.
Hält sich das Sortiment? Werden Bücher vermehrt von Wein-, Elektronik- oder Benzinhändlern vertrieben? Werden sie nur noch verschickt? Oder gibt es dann sowieso nur noch eBooks? Wir freuen uns auf rege Teilnahme – und natürlich über viele Kommentare. Die Umfrage läuft bis zum 12.8.13.
Vielen Dank an alle, die sich in den letzten vier Wochen an unserer Umfrage zum Thema „Was wünscht ihr euch von Alles fließt?“ beteiligt haben! Das Ergebnis war an einigen Stellen recht eindeutig: „Mehr Meinung!“ ist gefordert (9 Stimmen), ebenso wie „Mehr Analysen!“(7 Stimmen) und „Mehr Artikelreihen“ (5 Stimmen).
Leichte Korrektur: Eindeutiger Gewinner ist die „Sonstiges“-Kategorie (12 Stimmen), allerdings haben nur 2 der 12 Leser auch kommentiert, was sie ansonsten wollen. D.h. wenn ihr uns nicht auf anderem Weg eure Verbesserungsvorschläge mitteilt, wird es uns schwer fallen sie umzusetzen.
Wir werden uns zukünftig verstärkt nach euren Wünschen richten, v.a. wenn mehrere Formate in Frage kommen. Ihr braucht euch aber keine Gedanken machen, dass wir uns jetzt irgendwelche wackligen Gedankengänge aus den Fingern saugen, nur um einen Meinungsartikel veröffentlichen zu können.
Selbstverständlich sind wir auch nach dieser Umfrage immer offen für eure Vorschläge. Wenn ihr Ideen für weitere Formate oder Umfragen oder Artikel oder … habt, schreibt uns – wir freuen uns über eure Nachrichten!
Meine eigene BA habe ich ja bei GRIN veröffentlicht. GRIN, die Buchmarketing-Agentur bilandia und die Buchwissenschaft Mainz haben nun die Plattform Initialen gestartet, eine Schriftenreihe für gut bewertete, innovative, spannende Bachelorarbeiten. Und heute geht es los:
Die Digitalisierung verändert nicht nur das Medium Buch, sondern die ganze Buchbranche. Um nicht nur wissenschaftlich-theoretisch, sondern ganz praktisch an diesem Prozess teilzuhaben, veröffentlichen Studierende der Buchwissenschaft Mainz im Juli 2013 selbst E-Books. Die Studierenden lektorieren neun aufgrund ihrer herausragenden Qualität ausgewählte Abschlussarbeiten, bereiten sie für die elektronische Publikation vor und übernehmen Marketing und Pressearbeit. Im Rahmen der Übung „Das Buch im Medienverbund“ des Instituts für Buchwissenschaft an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz erscheinen die E-Books am 8. Juli 2013 in der neuen Reihe „Initialen“. Die Bandbreite der behandelten Themen zeigt dabei die ganze Vielfalt der buchwissenschaftlichen Forschung in Mainz (eine Übersicht der E-Books finden Sie am Ende dieser Mail). Das Pilotprojekt leitet der Dozent Dominique Pleimling in Zusammenarbeit mit Peter Schmid-Meil, Programmleiter des GRIN Verlags, und Albrecht Mangler, Marketing und Creative Director bei der Agentur Bilandia.
Man darf gespannt sein, was den Leser dort erwartet. In jedem Fall ist „Initialen“ eine schöne Verankerung der ePublishing-Praxis in der universitären Lehre. Weiter so, Unis!
Es gibt seit ein paar Monaten eine Plattform für Buchaktionen – booktainment. Um mehr darüber zu erfahren, habe ich mir die Betreiberin Julia Marquart auf Facebook geschnappt und sie interviewt.
Hanna Hartberger:Booktainment gibt’s jetzt seit zwei Monaten, richtig? Was war – in aller Kürze – der Grundgedanke dahinter und wie wird deine Plattform bisher angenommen?
Julia Marquart: booktainment startete am 23. Februar 2013 und ist damit schon fast vier Monate online. Auf den Punkt gebracht soll jeder von booktainment profitieren können: Buchhandlungen, Autoren, Verlage und Kultureinrichtungen nutzen einen zusätzlichen, zentralen Kanal zur Verbreitung ihrer kreativen Aktionen und Events. Endkunden werden durch booktainment gezielt über aktuelle Unterhaltungsformate informiert und erhalten so eine Übersicht im Dschungel der Angebotsvielfalt. Wichtig ist mir dabei, nicht auf reine Gewinnspiele aufmerksam zu machen, sondern auf Buchmarketing, das einen unterhaltsamen Mehrwert für den Konsumenten bietet.
booktainment ist mein privates Herzensprojekt nach Feierabend, weshalb es zwar langsam, aber stetig vorangeht. Mittlerweile erhalte ich aber auch diverse Anfragen für Events und Aktionen, auf die ich dann hinweisen kann – diese Kooperationen machen mir besondere Freude. Die durchweg positive Resonanz ermutigt mich also, weiterhin viel Energie und Kraft in eine Plattform voller Potenzial zu stecken!
Hanna Hartberger:Viele der Aktionen, die du bewirbst, sind „Offline“-Aktionen. Hast du darauf einen Schwerpunkt gelegt oder gibt es einfach nicht so viele „Online“-Aktionen?
Julia Marquart: Eigentlich hält es sich derzeit genau die Waage. Es gibt definitiv keinen Schwerpunkt, Online-Aktionen und Offline-Events sind gleichermaßen willkommen. Allerdings stimmt es, dass es dieses Jahr noch keine „große“ Online-Kampagne gab. Doch das wird sich ändern, versprochen :-).
Hanna Hartberger: Ah, okay. Dann bin ich mal gespannt auf besagte Kampagne – darfst du schon was verraten oder Hinweise geben?
Julia Marquart: Nein, leider nicht. Aber verraten kann ich schon, dass es nicht nur eine Aktion ist.
Wie funktionieren Aktionen rund um Literatur?
Hanna Hartberger: Hmm, dann bin ich mal gespannt :-). Nimmt die Bedeutung von Events und Aktionen rund um die Literatur denn zu? Oder erweckt das nur den Anschein, weil man durch Internet und Soziale Netzwerke mehr davon mitbekommt?
Julia Marquart:Das ist schwer zu sagen, da es keine genauen Statistiken gibt. Die aktuelle GfK-Studie (2011) des bdv beispielsweise fasst Lesungen unter der Kategorie „Nicht-Musikveranstaltungen“ mit Theater und Schauspiel zusammen. Das Marktvolumen dieser Kategorie hat gegenüber 2009 immerhin um 30 % zugenommen, der Umsatz blieb relativ stabil. Aber inwieweit Lesungen hier eine ausschlaggebende Rolle spielten, bleibt mir leider verborgen.
Die Bedeutung von Online-Aktivitäten wächst, da die Buchbranche sich zunehmend auf den Endkunden konzentriert. Soziale Netzwerke helfen dabei, die jeweiligen Zielgruppen direkt anzusprechen und so Aufmerksamkeit ohne großen Streuverlust zu schaffen – egal, ob es sich dabei um eine reine Online-Kampagne oder die Ankündigung einer Veranstaltung vor Ort handelt.
Hanna Hartberger: Die Buchbranche, v.a. die Sparte der Verlage, war es ja lange überhaupt nicht gewohnt, mit den Endkunden zu kommunizieren, weil immer der Sortimentsbuchandel zwischengeschaltet war. Haben die Verlage mittlerweile aufgeholt und kennen ihre Kunden oder merkt man – auch bei den Aktionen, die du bewirbst -, dass doch noch etwas „gefremdelt“ wird? Hast du z.B. auch mal negatives Feedback erhalten, wo jemand einfach die Aktion an sich blöd fand?
Julia Marquart: Für mich zählen vor allem guter Wille, Engagement und Dialogbereitschaft. Einige Unternehmen haben sich bereits erfolgreich positioniert und treten souverän auf, andere haben erst vor Kurzem angefangen und tapsen noch etwas unsicher durch das Netz.
Am wichtigsten ist doch, sich mit seiner Zielgruppe ernsthaft auseinanderzusetzen. Wenn also Anmerkungen, Nachfragen, Lob und auch Kritik kommen, sollte man in den Dialog treten, um Aktionen künftig verbessern zu können. Denn das bindet dann wiederum die Endkunden an das Unternehmen, weil sie sich ernst genommen fühlen. Konstruktives Feedback ist immer wertvoll, wenn es auf offene Ohren trifft.
Literatur im Netz
Hanna Hartberger: Stimmt, das habe ich auch schon festgestellt. Ich habe mal bei einer Leserunde auf Lovelybooks teilgenommen und gesagt, dass ich das Cover nicht so gelungen finde. Die Autoren/Verleger haben aber total positiv darauf reagiert, was wiederum ich positiv fand.
Welchen Eindruck hast du denn, was das Image von Literatur im Internet angeht? Wibke hat ja mal die Lesen-ist-sexy-Kampagne vorgeschlagen (die sie leider vorerst eingestellt hat, vgl. hier https://www.sinnundverstand.net/2013/05/23/loslassen-von-ideen/#more-2327), weil sie meinte, dass es Nachholbedarf fürs Lesen im Netz gibt.
Ich glaube nicht, dass Lesen schon zu einem Nischenhobby „verkommen“ ist. Dennoch scheint es an Attraktivität abzunehmen, ein Buch zu lesen. Woran auch immer das liegen mag: keine Zeit in einer Leistungsgesellschaft auf der Überholspur, wenig Geld in Zeiten der Wirtschaftskrise, Erinnerungen an qualvolle Schullektüre oder einfach fehlendes Interesse … Das möchte ich gar nicht beurteilen. Mir liegt mehr daran, Leser darauf aufmerksam zu machen, dass das Kulturgut Buch mit seiner Geschichte auch über seine materielle Form hinaus unterhalten kann. Online im Netz oder offline wo-auch-immer, je nach Veranstaltungs- und Aktionsformat.
Die Menschen gehen gern ins Theater, Musical, Kino und auf Konzerte. Sie spielen Konsolen- und Computerspiele, schauen fern – bei all diesen Unterhaltungsformaten werden Geschichten erzählt. Nur, dass sie diese Aktivitäten meist nicht allein gestalten. Deshalb kommt „Social Reading“ auch so gut an, weil sich die Leute über das, was sie tun, unterhalten wollen: Gemeinsam erlebt’s sich eben besser. Und wenn ich etwas Großartiges erlebe, an dem ich Gefallen finde oder gar Spaß habe, dann will ich mehr davon. Immer wieder. Auch, wenn es ein Buch ist. Vielleicht werden dadurch dann letzten Endes auch ein paar Lesemuffel wieder ans Buch herangeführt.
Ein bisschen träumen darf man ja, nicht wahr? *schmunzelt*
Wie kommen die Aktionen auf booktainment?
Hanna Hartberger: Natürlich darf man träumen :-). Abgesehen davon glaube ich, dass es gar nur Träumerei ist – irgendeine E-Book-Studie hat letztens ergeben, dass durch E-Books wieder ein paar Leute mehr lesen, die das vorher nicht mehr getan haben. Ich denke, dass das bei Events ähnlich sein kann.
Wie kommen denn die Aktionen zu dir bzw. auf booktainment? Kommen Veranstalter schon proaktiv auf dich zu oder recherchierst du alles selbst? Und hast du irgendwelche Kriterien, die erfüllt sein müssen, dass du über eine Aktion berichtest?
Julia Marquart: Ich recherchiere nahezu noch alles selbst. Ich habe etliche Newsletter abonniert und behalte Facebook ständig im Auge. Das ist recht mühselig, was aber das Alleinstellungsmerkmal von booktainment noch einmal verdeutlicht. Dennoch rutscht mir natürlich vieles durch: Die Verlage habe ich ganz gut im Blick, aber all die kreativen Buchhandlungen und Autoren, dazu noch die unterschiedlichsten Kultureinrichtungen – das ist als tägliche Recherche allein keinesfalls zu stemmen.
Deshalb freue ich mich umso mehr, wenn sich „Veranstalter“ proaktiv bei mir melden, mich auf eine Aktion oder ein Event hinweisen und mir sogar Material zur Verfügung stellen. Durch meine Aktion zum Welttag des Buches, bei der ich die diesjährigen BuchMarkt-Award-Gewinner vorgestellt und die ausgezeichneten Bücher verlost habe, konnte ich mit einigen Verlagen, Buchhandlungen und Kultureinrichtungen schon einen guten Erstkontakt herstellen und freue mich darauf, wenn diese sich auch zukünftig an booktainment erinnern und mit ins Boot holen.
booktainment steht für kreative Aktionen und Events rund ums Buch. Damit meine ich keine reinen Gewinnspiele, bei denen Bücher oder sonstige Gewinne verlost werden, und auch keine „einfachen“ Lesungen, wie sie jeder von uns kennt. Es muss einen deutlichen Mehrwert für den Endkunden bieten oder es handelt sich um ein noch (relativ) unbekanntes Unterhaltungsformat, das Aufmerksamkeit verdient.
Hanna Hartberger: Das ist doch ein recht schönes Schlusswort. Gibt’s noch irgendeine Frage, von der du dir wünscht, dass ich sie dir stellen würde? Oder einen Aspekt, den wir vergessen haben?
Julia Marquart:Wir können das als Schlusswort nehmen. Mich persönlich würde natürlich noch interessieren, wie du booktainment persönlich als Endkunde und als Branchenkenner einschätzt :-).
Hanna Hartberger: Ich finde den Grundgedanken gut; um richtig groß/berühmt zu werden, musst du meiner Meinung nach aber noch mehr Traffic generieren (vielleicht würde da auch ein Redaktionsteam helfen). Dein Alleinstellungsmerkmal ist gut und hilft erstmal, aber je nachdem, wie viel du machst, wirst du in Zukunft mehr oder weniger Aufmerksamkeit kriegen. Würde mich natürlich freuen, wenn es mehr ist, weil ich dann von mehr tollen Buchaktionen höre :-).
Ich stehe unter Schock. Etwa seit ich diese Infografik des Börsenvereins gesehen habe, wonach 68 % der Buchhandlungen E-Books anbieten, aber nur 53 % der Verlage überhaupt E-Books produzieren. Da wird seit einiger Zeit Buchhandlungs-Bashing ohne Ende betrieben – die eine Hälfte sagt, dass die Buchhandlungen endlich auf den E-Book-Zug aufspringen müssen, und die andere Hälfte sagt, dass die Buchhandlungen sowieso keine Überlebenschance mehr haben – und dann stellt sich heraus, dass sich relativ gesehen viel weniger Verlage als Buchhandlungen um E-Books bemühen.
Verzerrte Wahrnehmung
Es ist mir unklar, wie genau das passieren konnte – dass branchenfremde Beobachter zu diesem verzerrten Bild kommen, okay. Aber auch innerhalb der Branche und in den einschlägigen Medien ist in letzter Zeit fast nur noch von den Buchhandlungen und deren Aufholbedarf die Rede. Haben es die vielen kleinen Verlage geschafft, einfach „durchzurutschen“, nachdem die großen Verlage der Reihe nach öffentlichkeitsgewaltig auf den E-Book-Zug aufgesprungen sind? Oder ist auf Verlagsseite das Geschäftsmodell weniger bedroht, so dass man hier weniger Raum für grundlegende Diskussionen hat?
… bitte macht E-Books! Der Gerechtigkeit halber. Ja, das ist ein zusätzlicher Aufwand in der Herstellung und in den Prozessen, aber das E-Book-Geschäft wächst seit ein paar Jahren wirklich. Und wahrscheinlich habt ihr noch ein paar Jahre Übergangsfrist, aber wenn ihr danach keine E-Books anbietet, werdet ihr als ultra-out wahrgenommen und vergrault eure Leser – ist ähnlich wie mit der Rechtschreibreform, die auch alle doof fanden, nach der aber mittlerweile kein Hahn mehr danach kräht. Jetzt habt ihr noch Zeit, euch in Ruhe umzustellen – nutzt sie bitte! Ich möchte in Gesprächen mit branchenfremden Freunden nicht immer die nette, aber doch etwas wirklichkeitsfremde Branche verteidigen müssen, die haptische Bücher so toll findet, dass sie darüber jegliches Geschäftsmodell vergisst …
Vor zwei Jahren war ich zuletzt auf dem Nachwuchsparlament (NWP) gewesen und hatte geurteilt: eine Azubi-Veranstaltung. Ich bin sehr froh, dass ich dieses Jahr einen ganz anderen Eindruck hatte. Ein kurzes Fazit.
Noch-Nachwuchssprecher Tony Stubenrauch beim Parlament
Das Nachwuchsparlament 2013 und insbesondere dessen Rahmen – freie Anfahrt, freier Eintritt zu den Buchtagen, freie Unterkunft in Berlin – sehe ich tatsächlich als eine der besten Förderungsmöglichkeiten für den Nachwuchs. Zum AKEP gab es ebenfalls einige Freikarten (auch wenn mir keine davon zuteil wurde) sowie vergünstigte Nachwuchs-Karten. Dieser Umstand veranlasste Steffen Meier, Hilkes Beitrag zu unserer Blogparade, der AKEP und andere Einrichtungen der Branche seien schwer zu erreichen, mit den Worten zu kommentieren: „Einmischen und Mitmachen erfordert eben auch etwas Eigeninitiative!“
Design Thinking in der Anwendung: Meine Idee zu einem gamifizierten Nachrichenportal.
Das Rahmenprogramm stimmte ebenfalls: Eine Exkursion diente der Vernetzung im Branchennachwuchs. Ein Workshop bei der AG Generationenmanagement (ja, der Name ist eher wenig sexy) stellte die Methode des Design Thinking im Anwendungsfall vor. Und natürlich konnte man gute Gespräche führen, auch auf dem Mitgliederfest am Donnerstagabend in der Malzfabrik, wo sich auch zu älteren Leuten der Branche ungezwungen Kontakt aufnehmen ließ.
Insgesamt hinterließ alles das Gefühl: Man interessiert sich für den Nachwuchs, und es tut sich was. Zum Beispiel auch in Form von Mentoring-Programmen (5 NWP-Teilnehmer bekamen einen etablierten Player zur Seite gestellt), Kräfteaustausch und dem Aufbau einer Nachwuchs-Blogroll. Und auch das Börsenblatt macht mit und stellt die Sonntagsfrage an die neue NWP-Doppelspitze Lisa Maria Keil (22, kein auffindbares Online-Profil) von Osiander und Jana Zawadzki (24) von der Mayerschen.
Positiv fand ich auch, dass ich viel mehr Studenten als noch vor zwei Jahren kennengelernt und erlebt habe. Damals war mein Eindruck, wie schon eingangs erwähnt, dass es vor allen Dingen um Azubis und ihre Probleme ging. Dieses Jahr waren die (ehemaligen) Studenten präsenter.
Und jetzt?
Die Frage bleibt, wie wir die Nachwuchsthemen aktuell halten und Themen integrieren, die man auf einer Nachwuchs-Veranstaltung des Arbeitgeberverbandes einer Branche eher nicht erwarten darf – also z.B. Bezahlung und Beschäftigungsbedingungen.