Ganz martialisch: Content marketing – What's your plan of attack? (Inforgraphik)

Marketing ist Krieg – und ganz in diesem Sinne zeigt folgende Infographik den Unterschied zwischen Massen- und gezieltem Marketing anhand von regulären Streitkräften und Special Forces:

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Dein eBook liest dich!

For centuries, reading has largely been a solitary and private act, an intimate exchange between the reader and the words on the page. But the rise of digital books has prompted a profound shift in the way we read, transforming the activity into something measurable and quasi-public.

Reading wird digital und social – und bietet damit auch deutlich bessere Tracking- und Analysemöglichkeiten. Damit gibt es eine weitere Feedbackschleife von der Mediennutzung zur Produktpolitik.

Mit diesem Hinweis auf den sehr lesenswerten Artikel „Your eBook is reading you“ beim Wall Street Journal verabschiede ich mich ins Wochenende!

Facebook: Was alles nervt

Lifehacker, eine Produktivitätsseite, fragt seine Leser: „What Are Your Biggest Facebook Problems and Annoyances?“ Zu den wichtigsten, drängendsten oder skurrilsten Problemen soll es Antworten und Abhilfe geben. Schon die Problemschilderungen sind sehr interessant zu lesen, etwa:

Facebook’s feed algorithm is horrid, and the „Most Recent“ sorting strategy isn’t really what it claims to be. I wish there was a firm way to opt out of their algorithm and go back to the way it used to be. I’m currently using a third party social messenger (Trillian) to circumvent their algorithm.

Und ganz allgemein nervt natürlich die Überflutung mit Inhalten, die durch die angebotenen Filterfunktionen in meiner Wahrnehmung nur schlimmer geworden sind. (Ich bereue schon, Leute als „enge Freunde“ markiert zu haben, deren Updates ich unbedingt haben will …) Zum „Oversharing“ in mehrerlei Hinsicht eine nette Infographik:

PS: Ja, ich bin visual.ly-süchtig. Stories, die anhand von Graphiken und Daten erzählt werden, sind ungemein spannend.

Intellectual Disobedience

„A lot of people infringe copyright and they’re apologetic … If you know as much about the law as, unfortunately, I do, I cannot claim ignorance and I cannot claim fair use … I know that I’m infringing copyright and I don’t apologize for it.“

Eigentlich genau das, was ohnehin jeden Tag passiert – nur als bewusste Entscheidung. So schildert  Nina Paley (@ninapaley) ihren Umgang mit geistigen Eigentumsrechten, schön zusammengefasst im O’Reilly Radar und einem Video:

Urheberrecht abschaffen?

Insbesondere Mitgliedern der Piratenpartei wird ja immer wieder vorgeworfen, sie wollten das Urheberrecht und geistiges Eigentum allgemein abschaffen. Das ist natürlich Blödsinn, allerhöchstens wollen das einzelne (und wenige) Mitglieder.

Die Position, geistige Eigentumsrechte dienten vor allem einer Blockbuster-Kultur und verstießen gegen das Recht auf freie Meinungsäußerung, kommt aber durchaus in der Diskussion vor, wenn auch eher am Rande. Leonard Nobusch nimmt sich in einer ausführlichen Besprechung bei nNetzpolitik die „Streitschrift“ No Copyright von Joost Smiers und Marieke van Schijndel vor und behandelt besagte Position. Und sein Schluß stimmt hoffnungsvoll und belässt dieser Extremposition ihre Existenzberechtigung:

Beide Bedingungen, die Konkretheit der Utopie sowie positive Folgen ihrer auch nur teilweisen Realisierung, treffen auf die Streitschrift von Smiers und Schijndel zu. So wären beispielsweise eine Zurückführung des urheberrechtlichen Schutzumfangs oder die Durchsetzung eines stärkeren Wettbewerbsrechts nicht nur Schritte in Richtung der skizzierten Utopie sondern entsprächen auch den Forderungen von moderateren Kritikern des herrschenden Urheberrechtsregimes. Paradoxerweise könnte so Urheberrechtsabolitionismus, auf derart seriöser Art und Weise vorgetragen, einen wichtigen Beitrag für den Urheberrechtsreformdiskurse leisten.

Infographik: "Kickstarter – $207 Million Invested by you & me"

Die Kategorien finde ich noch immer etwas willkürlich (Technologie und Design etwa sind schwammig abgegrenzt), aber die Graphik zeigt, wie umsatzstark Crowdfunding aktuell ist – fragt sich, wie dieser Hype an seine Grenzen stößt. Eine Analyse dazu gibt es bei netzwertig.

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Das Leistungsschutzrecht: Verliert das Web den Hyperlink?

Sowohl Golem.de als auch netzpolitik.org befassen sich mit der Möglichkeit, dass die (deutschsprachige) Wikipedia demnächst ohne externe Links auskommen müssen könnte:

In Wikipedia-Artikeln gibt es Weblinks mit weiterführenden Informationen, bei denen fraglich sei, ob sie unter das Zitatrecht fallen. Bislang sei vollkommen unklar, ob diese Links, die jeweils die Überschriften von Presseartikeln enthalten, eine Verletzung des neuen Leistungsschutzrechts darstellen. Laut der Begründung des Bundesjustizministeriums sollen Links zwar nicht unter das neue Leistungsschutzrecht fallen, unsicher ist jedoch, ob dies auch für den verlinkten Text gilt. (Golem.de)

Beide Quellen beziehen sich damit auf eine Pressemitteilung der Wikimedia Foundation. Wird das Realität, verliert die (deutschsprachige) Wikipedia entsprechend einigen Wert als Quelle und vor allem Rechercheanfang. (Dann nutze jedenfalls ich vermutlich nur noch die englischsprachige.) Und gleichzeitig verliert das deutsche Web mit einer Einschränkung der Linkfreiheit viel von seiner Hauptfunktion – was ist das Web anderes als verlinkte Hypertexte?

Eine weitergehende rechtspolitische Analyse, bei der das geplante Leistungsschutzrecht naturgemäß nicht gut weg kommt, findet sich ebenfalls bei Netzpolitik.

Kann denn nicht einmal jemand an die Kinder denken?

Das bedeutet, dass die Deutsche Nationalbibliothek ihrem gesetzlichen Auftrag, das deutsche Web für nachfolgende Generationen zu archivieren, nicht nachkommen kann.

Letzten Endes liegt das Problem hier wieder wie so oft darin, dass immaterielle Güter in digitaler Form an keinen physischen Träger mehr gekoppelt sind. (neunetz.com)

Wie stellen sich die Gesetzgeber eigentlich vor, dass unseren Kindern einst die Geschichte des Internets vermittelt wird? Vermutlich gar nicht. Also fordern wir doch mit Helen Lovejoy:

Quelle: the future buzz

Matthias Ulmer im Börsenblatt zur Urheberrechtsdebatte

Ich habe erst überlegt, ob man den Artikel wirklich mit einer ausführlichen Kritik würdigen sollte. Und mich dann dafür entschieden, zumindest auf zei Punkte einzugehen.

Ulmer meint, dass die Diskussion beendet und die „Revolution abgeblasen“ werden sollte. Beides habe keine Relevanz mehr.

Steht hier wirklich die Netzgemeinde den Kulturschaffenden, der Kultur- und Medienindustrie und klassischen Bildungsbürgern gegenüber? Nein, denn es gibt keine Netzgemeinde. Nahezu alle sind heute auch Internet-User. Und unter diesen gibt es ein paar Prozent, die sich über gemeinsame Ideen als Community verstehen. Diese sind weder in der Realität noch im virtuellen Raum eine Mehrheit. Sie sind nicht mehr als eine „Lautheit“ in den Blogs.

Ganz gleich, ob man hier nun die richtigen oder die falschen Fronten sieht: Betroffen sind alle. Denn auch die Mehrheit der stillen Nutzer wird täglich mit Fragen konfrontiert, so sie sich denn Fragen stellt – die meisten machen sich vermutlich einfach nur bei ihrem alltäglichen Gebrauch von Netzwerken strafbar. Wie leicht das geht, kann man in diesem willkürlich gegoogleten Stern-Artikel lesen.

Und die andere Perle:

Es geht gar nicht um den Gegenstand. Es geht viel mehr darum, dass Gruppen plötzlich zusammenfinden, sich unter einem Slogan integrieren, sich erst als Gemeinschaft wahrnehmen, um dann plötzlich sich selbst als Teil dieser Gemeinschaft sehen.

Das ist natürlich auch Unsinn, es geht sehr wohl um den Gegenstand, der sich einer neuen Mediennutzung anpassen muss – genau so passieren „Revolutionen“, nämlich von unten. Sie werden dann als Reformen von oben durchgesetzt, aber das eigentlich Revolutionäre ist da schon passiert. (Und die Kinder potenziell gefressen.)

Schön ist, dass in den Kommentaren vor allem Widerspruch kam, obwohl der Artikel im Branchenorgan erschienen ist. Mein Favorit von „branchenkenner“:

Aber man kann Herrn Ulmers substanzlose Wortmeldung und auch seine überzogenen Lobpreisungen für die Lobbyarbeit des Verbandes zu diesem Zeitpunkt nachvollziehen: Im Wahlkampf (Vorsitz des Verlegerausschusses) geht es halt nicht immer um die fundierteste Meinung, sondern oft auch einfach nur um die lauteste Stimme.