Zwischen Newsfeed und Feierabendbier: 8 Strategien für Artikelideen

All diejenigen, die schon etwas länger am Bloggen sind, kennen wohl das Problem. Irgendwann sind alle großen Themen aufgebraucht, zur Genüge besprochen und man ist zwar nach wie vor motiviert, etwas zu schreiben, aber weiß einfach nicht, worüber. Dennis und ich haben mal wieder unsere Weisheit in einen Artikel zusammengeworfen und präsentieren hier unsere TOP 10-Strategien, um auf Artikelideen zu kommen.

  1. Auswertung: Mit entsprechenden Tools (bei uns ist es das Statistik-Modul von Jetpack) kann relativ genau ausgewertet werden, welche Artikel wie gut bei den Lesern ankommen. Eine solche Auswertung muss man weder regelmäßig machen noch mit solcher Hingabe wie im Job, aber man sollte die Ergebnisse an sich im Blick haben. Wir waren zum Beispiel anfangs noch viel allgemeiner in Richtung Medien ausgerichtet. Dass wir neben dem Buchbranchen- mittlerweile auch einen Nachwuchsfokus haben, liegt u.a. daran, dass wir gesehen haben, dass derartige Artikel bei uns gut laufen. Daher überlegen wir öfter, welche Artikel gerade für den Nachwuchs interessant sein könnten, und auch die Idee zu unserer neuen Artikelreihe Metamorphosen hat ihren Ursprung in einer solchen Auswertung. (Hanna)
  2. Blogpartner fragen: Klar, geht nur, wenn man einen hat. Wenn man aber einen hat, ist man in der ziemlich luxuriösen Lage, jemanden nach Themenideen zu fragen, der das gleiche Hintergrundwissen zum Blog und zur Ausrichtung hat wie man selbst und daher idealerweise halbwegs vernünftige Sachen vorschlägt. Vor allem da selbiger selbst ständig latent auf der Suche ist und sich Ideen auch merkt. (Hanna)
  3. Evernote – hit it hard! Der große Vorteil eines voll durchsuchbaren Zettelkastens, in den man seit Jahren Ideen (nicht nur Artikel-Ideen) packt, ist, dass man immer Inspiration findet. Mein Umgang mit Evernote besteht nicht nur darin, alles Mögliche und Unmögliche zu sammeln, sondern es auch regelmäßig wieder zu Gesicht zu bekommen. Ich versuche, täglich 5-10 alte Notizen zu sichten und mit wenigstens einer davon etwas anzufangen. Daraus entstanden einige Artikel, z.B. der Großteil von dem hier. (Dennis)
  4. News- und Bloglektüre: Gaaaanz wichtig, nicht nur wenn es um aktuelle Themen geht. Zum einen sieht man, welche Themen gerade „heiß“ sind und kann überlegen, ob man ggf. auf einen fahrenden Zug aufspringen möchte. Zum anderen bekommt man als regelmäßiger Blogger auch relativ schnell ein Gefühl von „Auf den Artikel will ich antworten …!“ oder „Der Artikel braucht noch eine Ergänzung!“ oder „Das ist ein Thema, das man auch mal aus dieser Sicht beleuchten sollte …“. Kurz: Wenn man (gute) Blogs und Newsseiten liest, gibt’s Inspiration quasi auf dem Silbertablett. (Hanna)
  5. Reblogs, Link-Hinweise und Lesebefehle: Ab und an fehlt die Zeit, zu bloggen, aber es kommen dennoch diverse gute Sachen rein. Die wandern dann in Übersichtsartikel – das tritt zwar Traffic ab, aber immerhin sind die Leser versorgt. Und Social Media soll ja social sein. (Dennis)
  6. Ideenlisten führen: Die tollsten Ideen bringen nichts, wenn man sie am nächsten Tag vergessen hat. Oder in einem halben Jahr. Dabei gibt es viele Ideen, deren Zeit zwar noch nicht gekommen ist, die aber nichtsdestotrotz gut sind. Und die es wert sind, dass man sie sammelt und eine kleine Ewigkeit später doch noch umsetzt. Schon allein, weil man durchs Sammeln von Ideen neue Ideen bekommt. Ob Notizbuch oder – wie in unserem Fall – Evernote, diese Listen sind Gold wert! Auch dann, wenn man gerade mal wieder auf der Suche nach einem Thema ist ;-). (Hanna)
  7. Zuhören: Junge Verlagsmenschen, Pub’n’Pub, Branchentreffen dienen immer auch der Artikelrecherche, der Ideensammlung oder dem Einwerben von Gastartikeln und Interviews. Und einen Brotjob hat man als Blogger ja vor allem deswegen, um sich von Kollegen inspirieren zu lassen … (Dennis)
  8. Offen sein: Unsere gesamte Kategorie zu „Second Life“ (sowie eine geplante SL-Diskussionsrunde im Mai) wäre nicht zu Stande gekommen,  hätte ich mich nicht von einigen Enthusiasten anstecken lassen. (Dennis)

Keine Kompromisse [Metamorphosen]

Unsere Reihe Metamorphosen behandelt Lebens(abschnitts-)wege, die nicht ganz linear verlaufen. Quer-Ein/Aus/Um-Steiger (vor allem aus der Medienbranche) zeigen, dass es spannender geht als vierzig Jahre dasselbe zu machen.

farbe.191493.jpg.244192Heute stelle ich selber PraktikantInnen und WerkstudentInnen mit ein. Das sind, da ich mittlerweile von der Buchbranche in die Marktforschung gewechselt habe, häufig auch WirtschaftswissenschaftlerInnen. Der Unterschied zu meinen eigenen Erfahrungen als Buchwissenschaftlerin sind ganz klar die Gehaltsverhandlungen. Ein sechsmonatiges Praktikum für lau? Eine schlecht bezahlte Aushilfsstelle aus idealistischen Gründen? Dann könnten wir unsere Charts ganz schnell wieder selber klopfen. Zu diesen Bedingungen, die für die Buchbranche ja so selbstverständlich sind, müssten wir lange nach einer fähigen Aushilfe suchen.

Der Punkt, der mich daran immer gestört hat, ist nicht die schlechte oder nicht existente Bezahlung an sich, obwohl es weiß Gott nicht einfach ist, als Student von 160 Euro Kindergeld im Monat zu leben. Der Punkt ist die Wertschätzung, die man als Arbeitgeber seinen Mitarbeitern durch eine zumindest angemessene Bezahlung entgegenbringt. Dieses Gefühl der Wertschätzung und des Vertrauens, Aufgaben auch selbstständig zu erledigen, trägt für mich persönlich einen wichtigen Teil zur Zufriedenheit mit meiner Arbeit bei. Dieses Gefühl hatte ich bei meinem Job in einer Fachbuchhandlung neben dem Studium und genau diesen Anspruch wollte ich auch an meinen Vollzeitjob stellen.

Ich bereue es nicht, Buchwissenschaft oder Geisteswissenschaften an sich studiert zu haben. Im Gegenteil! Man lernt fürs Leben, das war schon immer mein Ansatz, und ich glaube, dass mir viele Soft und auch einige Hard Skills, die ich mir während meines Studiums angeeignet habe, auch heute noch sehr hilfreich sind. Bei meinem jetzigen Job bin ich zum Beispiel eine gefragte Ansprechpartnerin, was die Endabnahme aller Art von Schriftstücken anbelangt. Mein Studium hat mich eben auch den Blick fürs Detail gelehrt.

In meiner Zeit als Volontärin bei einem internationalen Sachbuchverlag konnte ich mir ebenfalls einige Fähigkeiten aneignen, die ich auch heute noch täglich anwende. Allerdings beschränken sich diese Fähigkeiten auf das Stichwort Bürokommunikation. Und Excel-Tabellen zu formatieren und Serienbriefe zu schreiben − das hätte ich wohl auch in jedem anderen Bürojob lernen können.

Damit wir uns nicht falsch verstehen, mein Herz hängt immer noch an der Buchbranche, aber ich genieße mittlerweile den Blickwinkel einer Außenstehenden. Persönlich bin ich sehr zufrieden mit meiner Entscheidung, die Branche gewechselt zu haben, auch wenn ich an meine zahlreichen Studienfreunde denke, die mit um die 30 immer noch Fernbeziehungen führen und ständig Kompromisse eingehen müssen. Ich bin einfach nicht der Typ für Kompromisse.

Simone Klebes hat Buchwissenschaft, Anglistik und Spanisch in Erlangen studiert. Nach einem einjährigen Volontariat bei einem internationalen Sachbuchverlag und einem kurzen Abstecher in die Spielwarenbranche hat sie eigentlich nur das Medium gewechselt − vom Buch zum Radio. Sie arbeitet heute bei einem international tätigen Marktforschungs- und Beratungsunternehmen mit Spezialisierung auf die Radiobranche.

Der Sprung ins kalte Wasser. Mein Abschied von der Buchbranche [Metamorphosen]

Unsere Reihe Metamorphosen behandelt Lebens(abschnitts-)wege, die nicht ganz linear verlaufen. Quer-Ein/Aus/Um-Steiger (vor allem aus der Medienbranche) zeigen, dass es spannender geht als vierzig Jahre dasselbe zu machen.

Anja Kujasch
Anja Kujasch

„Wenn Sie hier sind, nur weil Sie Bücher lieben, sind Sie definitiv falsch“, erklärte die Professorin in der Einführungsveranstaltung mit einem strengen Blick über ihren Brillenrand. Buchwissenschaft war das Fach meiner Wahl. Ganz pragmatisch hatte ich Wirtschaftswissenschaften als zweites Hauptfach gewählt. Schließlich kann ein Verständnis für wirtschaftliche Zusammenhänge auch nach dem Uniabschluss hilfreich sein. Natürlich saß ich vor allem in diesem Saal und in dieser neuen Stadt, weil ich Bücher liebte. Weil sie mir schon in meiner Kindheit ein Tor in die Welt eröffnet haben. Weil sie die Neugier stillen und gleichzeitig tausend neue Fragen aufwerfen. Deshalb wählte ich dieses Studienfach. Als Arbeiterkind aufgewachsen, hatte ich eine wage Idee, dass es noch mehr zu wissen geben könnte. Ich ließ mich nicht beirren.

Die ersten Semester mit Nebenjob und Ach und Krach über die Runden gebracht, war es Zeit für die ersten praktischen Erfahrungen in der Branche. „Generation Praktikum“ nannten uns die Journalisten in den Medien und das nicht ohne Grund. Die Buchverlage rechneten fest mit den oftmals kostenlosen Arbeitskräften. Beim Kopieren, Faxen und Summen ziehen in Excel wurde schnell klar, dass die Arbeitswelt in der Buchbranche nicht unbedingt den bunten Reichtum der Bücherwelt im Generellen widerspiegelt. Ist es also egal, was man verkauft? Bücher oder Betriebssysteme? Große Literatur oder schnelllebige Programme? Das nächste unbezahlte Praktikum bei einem renommierten Buchverlag wollte ich mir nicht leisten. Die BAföG-Förderung erlaubte keine großen Sprünge. Und ein halbes Jahr für lau zu arbeiten wäre definitiv einer. Zudem kein schlauer, wie sich beim bezahlten IT-Praktikum schnell herausstellte. Ins kalte Wasser geworfen, lernte ich rasch schwimmen. Eigenverantwortliches Arbeiten und stetig neue Herausforderungen sind noch immer die wesentlichen Komponenten, die ein guter Job meiner Ansicht nach für mich mitbringen muss. Der Gedanke, dass die Möglichkeit, die Buchbranche zu verlassen, überhaupt besteht, war damit gesät.

Mit dem Magisterabschluss in der Tasche, gab ich dem originären Vorhaben „irgendwas mit Büchern zu machen“ noch eine Chance. Anders als in anderen Branchen gibt es in der Buchbranche ein ungeschriebenes Gesetz: Ein Universitätsabschluss befähigt nicht dazu, in einem Buchverlag zu arbeiten. Auch nicht einer in Buchwissenschaft. Anders als sogenannte Volunteers im freiwilligen Auslandsdienst starten Absolventen, die es in die Buchbranche zieht, obligatorisch als Volontäre. Das geringe Startgehalt wird erfahrungsgemäß auch später kaum steigen. Schließlich ist oft statt dem ersten erhofften Karrieresprung lediglich eine kurze Elternzeitvertretung drin.

Doch es geht nicht nur ums Geld, solange es für Miete und Strom reicht. Es geht vor allem um Entwicklungsmöglichkeiten und die Verwirklichung von Ideen. Selbst Geduldige werden nervös, wenn die Branche, wie es vor wenigen Jahren noch der Fall war, ihr Mantra vom guten alten gedruckten Buch predigt und Konzepte für Erlebnisbuchhandlungen vorlegt, während  der Kampf mit Amazon & Co. um Marktanteile am deutschen Buchmarkt längst entbrannt ist. Die rasante digitale Entwicklung der letzten Jahre liest sich wie ein guter Krimi. Immer neue technologische Möglichkeiten bieten immer neue Betrachtungsweisen und verlangen entsprechende Handlungsempfehlungen. Nicht zuletzt bieten sie vielfältige, anspruchsvolle Jobmöglichkeiten. Ich liebe Bücher nach wie vor. Gerne auch in digitaler Form. Die digitale Mediaplanung, mit der ich mich mittlerweile befasse, ist ein sich rasch wandelnder Bereich des Online-Marketings. Das Ziel ist es, die potenziellen Kunden mit einer effizienten Kombination der verschiedenen Werbekanäle für eine Marke oder ein Produkt zu begeistern statt mit schlechten Werbeanzeigen zu nerven. War es rückblickend richtig, die Branche zu wechseln? Für mich auf jeden Fall, schließlich spring ich lieber ins kalte Wasser als weiter Trockenübungen an Land zu machen.

Anja Kujasch ist Digitalplanerin bei einer weltweit agierenden Mediaagentur. Nach ihrem Studim der Wirtschaftswisschenschaften und Buchwissenschaft absolvierte sie ein Marketing-Volontariat bei einem rennomieren Ratgeberbuchverlag. Danach wechselte sie in eine Online-Marketing-Agentur. Sie ist verheiratet und wenn sie in ihrer Freizeit nicht gerade liest, gerne mit dem Mountain Bike unterwegs. [Xing]

Ein Blogstöckchen: Mein Stapel ungelesener Bücher

Ich weiß nicht, wo das Stöckchen ursprünglich herkommt – ich wurde jedenfalls netterweise von Fabian damit beworfen. Und nun stehe ich vor einer nahezu unlösbaren Aufgabe:

Zähle 5 Bücher auf, die ganz oben auf deiner Wunschliste stehen, die aber KEINE Fortsetzungen von Büchern sind, die du schon gelesen hast – sie sollen also völlig neu für dich sein. Danach tagge 8 weitere Blogger und informiere diese darüber.

Dabei fällt mir auf: Für Artikel, die sich mit Buchinhalten beschäftigen, haben wir nicht einmal Kategorien. Daher ordne ich dieses Stöckchen auch unter „Social Media“ ein – eine reine Notlösung, versteht sich.

Mein SuB enthält v.a. viel Belletristik – Fach- und Sachbücher bleiben meist nicht lange ungelesen, aber Belletristik häuft sich an. Folglich findet sich auch lediglich ein Sach-Titel auf der Liste, und dieser auch nur, weil ich erst vor sehr kurzer Zeit darüber gestolpert bin.

Aber nun zu meinem Stapel ungelesener Bücher, in dramatisch absteigender Reihenfolge:

5. Robert W. Chambers – The King in Yellow

Nachdem ich dieses Interview mit dem Chambers-Experten Pulver gesehen habe, muss ich meine Bildungslücke in Bezug auf den King in Yellow dringend schließen und mir die Short-Story-Sammlung The King in Yellow zu Gemüte führen. Besonders jetzt, da uns das Staffelfinale von True Detective ins Haus steht …

4. Stephen King – Nightshift

Wiederum eine Hommage an HPL – entdeckt durch das Lovecraft eZine:

Night Shift – Short stories by Stephen King. WHAT is this book doing here, you may ask? Well, I’ll tell you. King has written several very good Lovecraftian short stories, and this book contains one of them: I Am the Doorway.

Mehr weiß ich nicht darüber, aber diese Empfehlung reicht mir.

3. Arno Schmidt – Zettels Traum

Es geht um Poe. Es geht um Zettel. Es ist irgendwie nonlinear. Ich will es lesen, seitdem ich die Erwähnung in Jörg Böckems Lass mich die Nacht überleben gelesen habe. (Das ist lange her.) Arno Schmidt war Zettelkasten-Autor, ähnlich wie Luhmann. Und: Es gibt eine von Friedrich Forssman typographierte Ausgabe. (Leider benutzte er Schmidt als Aufhänger und Lesermagnet für einen, mit Verlaub, ziemlich dummen Artikel im Suhrkamp-Logbuch, der nicht das eBook, sondern Forssman diskreditiert. Und leider äußere ich mich dazu jetzt auch noch, was ich eigentlich nicht tun wollte, weil es z.B. Zoe Beck besser getan hat.)

2. Virginia Berridge – Demons. Our changing attitudes to alcohol, tobacco, and drugs

Cover von Beat-Generation und Hippies werden regelmäßig historisch auf ihren Umgang mit Psychoaktiva untersucht – aber wie steht es mit dem prüden viktorianischen 19. Jahrhundert? Hier herrschten Opium, Haschisch und Absinth in allen Gesellschaftsschichten. Via Burks auf diesen Artikel im Daily Beast aufmerksam geworden, wanderte das Sachbuch direkt auf meinen SuB. Drogenpolitik und der gesellschaftliche Umgang mit Rauschmitteln ist immer interessant, gerade in weiträumig prohibitiven Zeiten wie unseren seit Anfang des 20. Jahrhunderts.

1. Francis Nenik – XO

CAM02873 CAM02872Lustigerweise wurde ich auf dieses Buch hier im Blog aufmerksam gemacht, vom Verleger persönlich. Eyk Henze kommentierte meinen schon recht alten Artikel über nonlineare Belletristik und machte mich auf ein nonlineares Verlagsprodukt aufmerksam: XO. Eine Loseblattsammlung (bzw. ein Zettelkasten) und damit nahe an Arno Schmidt (#3) – das musste ich haben. Ich habe noch keine Ahnung, worum es geht, und bin sowieso eher auf die Form gespannt. Mit losen Blättern durfte ich aber vor Kurzem schon Erfahrung sammeln, als ich ein Taschenbuch las, das für die Digitalisierung „zerlegt“ worden war. (Danke, Sabine!)

Weiter geht’s

Und nun wird es Zeit, das Stöckchen weiterzureichen. Also los, Steffen! Du musst dich vermutlich gerade in deinen neuen Job bei readbox eingewöhnen, da ist ein wenig literarische Abwechslung gerade richtig. PS: eBooks gehen nach meinem Verständnis auch 😉

Die diversen eBook-Menschen. Ein Bericht vom #eBookCamp München #ebcmuc

Sabine Hafner, Marketingassistenz bei hey! publishing, war auf dem eBookCamp in München und schildert in diesem Gastbeitrag ihre Erfahrungen.

Peter Schmidt-Meil (@derlektor) erklärt das #ebcmuc
Peter Schmid-Meil (AKEP) erklärt das #ebcmuc. Quelle: agyo.de

Vergangenen Samstag fand im Impact Hub München das erste süddeutsche eBookCamp, veranstaltet vom AKEP und vom Börsenverein Bayern, statt. Das Format stammt aus Hamburg: Dort feierte die Veranstaltung 2011 Premiere. Gestern fragte mich dann ein guter Freund, ob er etwas verpasst habe.

Ja, hat er. Und zwar:

  1. Einen wahnsinnig sonnigen Nachmittag, der die Teilnehmer in jeder freien Minute nach draußen zog, wo sie sich erzählten, dass sie sich zu warm angezogen hatten und jetzt nicht so recht wüssten, wohin mit ihren Schals und Mützen und Strickpullis.
  2. Eine unkomplizierte, wenn auch etwas kühle Location im Baustellenlook (die Schals und Mützen und Strickpullis wieder zur ihrer Berechtigung verhalf) mit drei Sessionräumen: „Halle“, „Stüberl“ und „Herberge“ (am wärmsten!), „weil es unkreativ gewesen wäre, sie einfach nur Raum 1, 2 und 3 zu nennen“, so Peter Schmid-Meil.
  3. Ein vielfältiges Publikum trotz der Spezialisierung aufs eBook: vom Epub-Versteher bis hin zum eBook-Belächler (angesichts von App- und Weblösungen), vom überzeugten Selfpublisher bis zum reinen eBook-Verleger, vom klassischen Buchhändler mit eReadern im Sortiment bis zum eBook-Onlinehändler. Alles in allem: Ein Publikum mit „erstaunlich wenig Hemmungen vor Spitzklammern“, wie eine Sessionleiterin begeistert feststellte.
  4. Das Verbindende: das Wissen darum, dass gerade etwas entsteht und wir mitten drin sind. Steffen Meier meint, dass der Baustellencharakter des Veranstaltungsortes ganz „gut zur Situation des eBooks in der Branche passte“. In der Tat. eBooks sind zwar endgültig in unserer Arbeitsrealität angekommen, fordern dort aber neue Strukturen und Rahmenbedingungen. Die befinden sich momentan alle noch im Aufbau. Das heißt, es gibt viel Spielraum für alle Beteiligten, gleichzeitig aber auch viele Umwege, Workarounds und Übergangslösungen: Die Heizung läuft nur hin und wieder. Der Teppichboden ist noch nicht verlegt – aber er liegt da schon in der Ecke, man kann sich vorstellen, wie das mal aussieht und wie …. naja, ein bisschen Fantasie braucht‘s eben. Die Gespräche waren entsprechend teils visionär, wenn es darum ging, was bald Realität sein könnte oder sollte, teils ganz konkret, wenn bestehende Alltagsfragen wie z.B. eBook-Marketing oder -pricing, die Präsentation im Buchhandel, die beruflichen Situation diskutiert wurden.
  5. Und wohl das Wichtigste, den regen Austausch, das Netzwerken untereinander (erwähnt sei hier eine der eBookCamp Regeln: konsequentes Duzen). Mit Sicherheit ist die ein oder andere Projektidee, der ein oder andere Kooperationsgedanke entstanden.

Fazit: Die ganz unterschiedlichen Erfahrungen, Ansätze und Meinungen der Teilnehmer zeigen vor allem eines: Wir sollten dringend im Gespräch bleiben. Dafür bietet das eBookCamp mit seinem speziellen Fokus neben anderen Veranstaltungen einen wichtigen Rahmen. Vielleicht ist bei einer Wiederholung im nächsten Jahr die Zeit da, in das ein oder andere Thema noch intensiver einzusteigen, evtl. kleinere Diskussionsgruppen zu bilden. Die Fragestellungen sind zu spannend, als dass wir sie bei diesem Fachpublikum nur an der Oberfläche berühren sollten.

Wem das Thema eBooks unter den Nägeln brennt, hat so gesehen also etwas verpasst. Die schnell vergebenen Karten zeigen, wie viel Interesse da ist – ein weiterer guter Grund dafür, künftig zwei Camps pro Jahr durchzuführen.

Rhetorik-Workshop der @J_Vm auf der #LBM14

Heute bat mich Lena Augustin, auf eine Veranstaltung hinzuweisen, die im Rahmen des Karrieretages auf der Leipziger Buchmesse stattfinden wird. Das tue ich aus zwei Gründen gerne: Erstens sind Nachwuchsevents immer einen Hinweis wert, und zweitens habe ich den Referenten Stefan Rieger noch aus Unitagen in guter Erinnerung. Seine Rhetorikkurse waren lehrreich und haben viel Spaß gemacht. Trotz (eher symbolischer) Teilnahmegebühr kann ich nur empfehlen, sich anzumelden! 

Jetzt rede ich

Der Schauspieler, Sprecher und Musiker Stefan Rieger vermittelt, wie Ihr Euch mit Hilfe Eurer Stimme gekonnt in Szene setzt. Dabei stehen praktische Übungen im Vordergrund. Ihr trainiert, wie Ihr professionell mit Eurer Stimme umgeht und authentisch, überzeugend und sicher klingt. Ihr erfahrt, wie Ihr von anderen wahrgenommen werdet und wo Unterschiede zu Eurer Selbstwahrnehmung liegen. Thematisiert werden beispielsweise Stimmsitz, Artikulation, Atmung und Körpersprache. So vermittelt der Workshop in kleiner Runde (10 Teilnehmer) und lockerer, ungezwungener Atmosphäre Selbstbewusstsein, das man nicht nur im Bewerbungsgespräch braucht.

Es wird zwei Workshops geben. Einmal von 10:30 Uhr bis 13:00 Uhr und einmal von 14:00 Uhr bis 16:30 Uhr, jeweils im Seminarraum 6/7 (CCL) . Der Teilnahmebeitrag beträgt 5 Euro für Junge Verlagsmenschen und 10 Euro für Nichtmitglieder.

Weitere Infos und Anmeldung bis zum 02.03.2014 unter leipzig@jungeverlagsmenschen.de

Gruppenfoto eines Kurses bei Stefan Rieger. (c) Lena Augustin

 

Zwei Rezeptionsbefehle: Weltbild, Wattpad und die Zukunft

Da mir gerade für einen langen Artikel Zeit und Gesundheit fehlen, nehme ich meine Aggregatorenrolle als Blogger wahr und verweise auf einen spannenden Podcast und einen lesenswerten Essay:

  • Jochen Krisch und Marcel Weiß diskutieren in „Exchanges #37“ das Ende von Weltbild und – gesondert – das Thema Goodreads, Wattpad, Social Reading. Eine sehr inspirierende Stunde!
  • Die Branche im Wandel – Die Zukunft der Buchindustrie“ ist ein medientheoretischer Essay von drei profunden Autoren, die u.a. diskutieren, was der „Kern“ der „Buchbranche“ ist und wo es hin gehen kann. Klingt nach der 31. Neuauflage des Themas „Werdet innovativ!“, ist aber schön aufbereitet und liefert einige Anregungen.

Wie viel Zeit ist eine Infografik wert?

Umfrage title=
easel.ly

Hannas Erfahrungen mit easel.ly

Dauer: ca. 2 Stunden

Kritikpunkte:

  • ziemliches „Gefrickel“ (ich konnte mich des Gedankens nicht erwehren, dass das Ganze mit Photoshop schneller gegangen wäre)
  • wenig Möglichkeiten, mit Hilfslinien oder anderen Größenmesstools zu arbeiten, so dass viel über Augenmaß lief
  • wenige Buttons etc. zur Auswahl, was aber einfach an der Beta-Version liegt

Fazit: Hartes Stück Arbeit, aber Ergebnis zufriedenstellend

 

Dennis Erfahrung mit infogr.am

 

Dauer: ca. 20 Minuten

Kritikpunkte:

  • wenige Konfigurationsmöglichkeiten
  • die Tabellenarbeit ist unübersichtlich
  • wenn etwas nicht geht, geht es nicht

Fazit: Nicht die Krone der Schöpfung, aber eine schnelle Schöpfung

Vergleich und Bewertung

Hannas Grafik ist klar die schönere, übersichtlichere und sie hat mehr Potenzial, auch komplexe Sachverhalte darzustellen. Dennis‘ Grafik transportiert zwar die wesentlichen Inhalte, ist aber kein Hingucker. Nun bleibt die Frage: Lohnt sich der Mehraufwand? Mit Hannas Arbeitszeit ließe sich ggf. auch in einem Grafikprogramm wie Photoshop ein ordentliches Ergebnis erzielen; allerdings würde ein höherer Zeitaufwand (etwa bei der Suche nach geeigneten Templates und Diagrammen) auch bei infogr.am zu einer besseren Darstellung führen. Unser Fazit nach diesem nicht repräsentativen Experiment: Wenn man schnell eine Grafik braucht oder wenig komplexe Daten hat, greift man zu infogr.am. Hat man mehr Zeit und Lust, sich in die Sache zu knien, sollte man sich zumindest mit den Möglichkeiten von easel.ly befassen.

Linktipp: Wer noch mehr Infos und einen Vergleich von Tools sucht, wird bei t3n fündig.

Partygedanken

Umfrage title=
easel.ly

Wir schulden euch noch etwas: Nämlich die Auflösung unserer Umfragen aus dem letzten Jahr, was ihr denken würdet, wenn ihr auf einer Party einen Autor, einen Buchhändler oder einen Verleger trefft. Die Ergebnisse haben wir in einer Infografik zusammengefasst. Was wir euch dort vorenthalten, aber natürlich gern verraten: Insgesamt haben 156 Leser ihre Stimme abgegeben – euch allen danken wir herzlich!

protoTYPE geht 2014 in die dritte Runde

Ich war damals 2012 bei der ersten Runde dabei und fand protoTYPE spannend und lehrreich. Inzwischen hat sich das Projekt von AKEP und Forum Zukunft deutlich weiterentwickelt. Wer dabei sein möchte findet hier alle Infos:

Kreative Köpfe gesucht: Anmeldung für protoTYPE 2014 startet am 8. Januar

Ab heute, den 8. Januar 2014, sucht protoTYPE wieder Ideengeber für innovative Projekte und neuartige Lösungsansätze. Unter dem Motto „Schluss mit reden, Zeit zu handeln!“ richtet sich protoTYPE an alle Vor-, Quer- oder Nachdenker der Buch- und Medienbranche, die Lust haben Neues auszuprobieren. Die Teilnehmerzahl ist auf 30 beschränkt, Anmeldeschluss ist der 4. Februar 2014.

Im Zentrum des Projekts steht die Suche nach neuen Produkten, Dienstleistungen oder Verfahren. Zum Auftakt treffen sich die Teilnehmer während der Leipziger Buchmesse (15./16. März). Am Ende des Wochenendes stehen die Projekte fest, die über die nächsten sechs Monate weiter entwickelt werden. Jedes Team wird von einem erfahrenen Branchenexperten begleitet: 2014 sind dies Miriam Hofheinz (Bookwire), Volker Oppmann (LOG.OS), Prof. Dr. Okke Schlüter (HDM Stuttgart) und Dr. Harald Henzler (smart digits).

Den Abschluss findet protoTYPE im Oktober 2014 zur Frankfurter Buchmesse. Ziel ist die Entwicklung „echter“ Projekte, die später innerhalb der Branche zur Anwendung kommen und so real die Zukunft beeinflussen können.

protoTYPE ist eine Initiative des Forum Zukunft und des Arbeitskreises Elektronisches Publizieren (AKEP) im Börsenvereins des Deutschen Buchhandels. Dabei stellt der Börsenverein die nötige Infrastruktur für den kontinuierlichen Austausch der Teams, das Projektmanagement und die Moderation für die Innovationsprozesse zur Verfügung.

Zur Anmeldung: https://www.innovation-prototype.de/?page_id=3067