Mein Wunsch: Ein Jahr der buchhändlerischen Innovationen [Adventskalender]

Foto von René KohlWir Buchhändler handeln mit einem der schönsten und anspruchsvollsten Produkte, die es gibt. Die Erscheinungsformen sind vielfältig, neben den neuen Digitalisaten und den Hörbüchern, die in jüngerer Zeit dazukamen, werden auch im Printbereich von liebevollen Herstellern, innovativen Marketing-Profis und hochspezialisierten Buchdruckern und -bindern die Grenzen der Buchproduktion kontinuierlich weiter gesteckt.

Dabei üben sich die KollegInnen in den Buchverlagen traditionell an der Erweiterung ihrer Spielräume, gehen immer neue Allianzen und Kooperationen mit technischen und konzeptionellen Dienstleistern ein und kooperieren auch miteinander, tauschen ihr Wissen aus und profitieren sicherlich auch von einer höheren Fluktuation seitens der Mitarbeiter und zunehmend auch der „Quereinsteiger“ aus verwandten Medienberufen.

Bedauerlicherweise geht viel Innovationsleistung der Verlage (einschließlich der neuen Unternehmen am Markt) auf dem Weg von der Erfindung und Herstellung in den Buchhandel verloren. Es mangelt nach wie vor auf allen Ebenen an adäquaten Konzepten, Werkzeugen und an der Infrastruktur, um die neuen hochkarätigen Produkte adäquat an die Frau und den Mann zu bringen.

Es fehlt an geeigneten Beschreibungen (Metadaten), an Standards, diese schlank durch die digitalen Kommunikationskanäle zu schicken, an Möglichkeiten seitens der Buchhändler, diese Informationen käufergerecht zur Verfügung zu stellen.

Es fehlt an geeigneter multimedialer Infrastruktur in den Buchhandlungen und Webshops, um die diversen neuen Präsentations- und Empfehlungsmöglichkeiten (Volltextsuchen, Videotrailer, semantische Verschlagwortung, verwandte Titel, digitale Empfehlungen – um ein paar Stichworte zu nennen) effektiv einzusetzen.

Es fehlt an konzeptionellen, technischen und kooperativen Lösungen, um neue Produktarten (etwa Bundles oder den Verkauf digitaler Titel durch physische Repräsentanz im Laden) adäquat anbieten zu können.

Und es fehlt auch im ganz klassischen physischen Geschäft an zeitgemäßen neuen Präsentationstools, etwa Möbeln, Multimediageräten, Beleuchtung, digitalen Displays, um der fortschreitenden Entwicklung der Online-Präsentation etwas entgegenzusetzen.

Mein Wunsch für das nächste Jahr ist ein Wunsch an den Buchhandel: Lassen Sie uns das nächste Jahr zum Jahr der buchhändlerischen Innovationen erklären! Die Verlage haben vorgelegt – jetzt sind wir am Zug.

René Kohl ist gelernter Buchhändler, vertreibt in seiner Online-Buchhandlung Kohlibri gute Bücher in alle Kontinente und denkt auf www.renekohl.com über das Buchhandeln im Zeitalter der Digitalisierung nach. Er ist zu erreichen unter kohl@kohlibri.de, koh@renekohl.com[Facebook] und [Twitter].

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