Ein Loblied auf die Metadaten … und andere Anachronismen

Das hier ist ein klassischer Blog-Eintrag, also eher ein Tagebucheintrag denn ein journalistischer Artikel. Muss man heute ja dazu sagen. Es geht um die Leipziger Buchmesse und Metadaten

Die #lbm17

Man hat es vielleicht mitbekommen (vielleicht auch nicht): Letzte Woche war Leipziger Buchmesse. Eigentlich wollte ich dazu einen kurzen Rückblick schreiben – ich war ja schließlich als Presse akkreditiert –, aber ein anderes Thema stiehlt die Show. Daher nur kurz ein paar Notizen:

  • Als Presse kommt man erst um 10 rein. Darüber sollte die Messe mal nachdenken, man kann ja durchaus Termine mit Ausstellern haben …
  • Ach, liebe Messe, liebe Telefonica, so schön es mit euch manchmal ist, mit der Netzanbindung klappt es nicht. (Ich bin bei O2.) Kaum Empfang und erst recht keine mobile Datenverbindung auf dem Gelände
  • Das wäre ja an sich gar nicht so schlimm, aber es gibt kein stabiles WLAN auf der Messe. Verstehe ich auch, sind halt dann irgendwann doch zu viele Clients, trotz des gängelnden „Du brauchst einen Voucher und musst deine Personalien hinterlassen“-Modus. Wie war das noch mit Digitalisierung der Buchbranche und Hofieren von Bloggern und Twitterern …?
  • Ganz und gar nicht lustig ist aber die Abdeckung mit Steckdosen. Es muss ja gar nicht wie auf der re:publica sein, wo auf jeden Besucher vier Steckdosen kommen, aber man sollte zumindest auf dem Messegelände immer in endlicher Zeit eine freie finden. Andererseits: Vielleicht will man uns ja zum Totholz zurückdrängen …?

Rant 2: Verlags-Metadaten

Viel schlimmer ist aber, was mir heute morgen auffiel, als ich ein paar Bücher recherchierte, von denen ich kürzlich Notiz-Fotos in einem Schaufenster machte.

Das erste Buch ist „Reise um die Welt“ von Georg Forster. Der erste Google-Treffer führt zu Amazon. Dort erschrickt man dann ob des Preises: 99 Euro! Wie rechtfertigen die das denn? Gut, 608 Seiten. Aber sonst? Ist das eine Faksimile-Ausgabe?

Leider schweigen sich die Metadaten des Buches dazu aus. Der Verlag könnte vielleicht ein paar Fakten ergänzen und mir erklären, wieso das Buch so viel Wert ist, auch wenn ich es in einem Online-Shop kaufe.

Ach, wie schön wären Metadaten ...Das zweite Buch: „Alphamals A~Z“. Auf der Amazon-Detailseite finde ich leider nur heraus, dass das Buch am 3.10.2017 erscheinen wird. Und frage mich erneut: Wie geht denn das? Es steht doch schon im Laden. Nach dem Googlen bin ich ein bisschen schlauer. Der erste Treffer geht zu Weltbild und enthüllt, dass es sich wohl um die Originalausgabe handeln muss. Na gut, das scheint bei Amazon.de nicht eingepflegt. Oder nicht auffindbar. Da könnte man nachbessern, Amazon …

Und schließlich: Das „Lexikon der Phantominseln“ von Dirk Liesemer. Das ist auffindbar, lieferbar, hat aber auch wieder ein Metadatenproblem – jedenfalls in der mobilen Darstellung.

Denn dort fehlt der Beschreibungstext. Im Bereich „Infos zu diesem Artikel“ findet sich lediglich die hübsche und umfangreiche Pressestimmen-Sammlung, die der Verlag eingepflegt hat, aber leider nicht der Klappentext. Das macht es erstmal reichlich schwer, zu verstehen, was für ein Buch das eigentlich sein soll.

Letztlich fragt man sich schon, wer eigentlich in den Verlagen für die Metadatenpflege verantwortlich ist. Da ist noch eine Menge Luft nach oben – von den „unsichtbaren“ Wirkungen ordentlicher Metadaten mal ganz zu schweigen.

Fazit: Das mit Digitalisierung üben wir noch einmal.

 

 

Schreibe einen Kommentar