Das gedruckte Wort stirbt langsam und qualvoll. Oder?

Henry Jenkins bloggt ein Interview mit Ted Striphas über sein Buch „The Late Age of Print„.

What the alarmists get right is an appreciation for how books exist within a densely packed media sphere, where more and more media seem to vie for our attention each day. Unfortunately, they tend to glance over just how complex this relationality actually is.

Vor allem in den Distributionskanälen vermischen sich digitale Technologien mit dem gedruckten Wort. Und wenn man sich „experimentelle“ Marketingstrategien in Social Media oder anderen digitalen Kanälen ansieht, sind das auch Rückwirkungen, die nicht bedacht werden.

Im ersten Teil geht es außerdem um die Alltäglichkeit von Büchern – u.a. darum, dass es sich eben nicht nur um ein Transportmedium für Inhalte handelt, sondern auch um eine bestimmte Form ihrer Präsentation und Tradition, die selbst Funktionen erfüllt („ever killed a bug with a book?“). Und natürlich spielt auch die vermeintliche Ablösung des Printbuchs durch das digitale (oder digitale Inhalte im Allgemeinen) eine Rolle – Striphas argumentiert eher für eine Koexistenz.

And as I mentioned before, many publishers now seem to think that a digital strategy will be the turnkey solution to all their problems. To me this demonstrates unimaginative thinking, as the Bernays example shows. Why not encourage home builders to install bookshelves in new homes, as Bernays also did? Why not try to figure out how to connect books better with readers, as Oprah Winfrey did?

Am Ende des ersten und am Anfang des zweiten Teils geht es dann um individuelle Ansprüche und kollektive Lösungen. Striphas beklagt zurecht, dass eReader (und auch Shops) häufig „catch ‚em all“-Lösungen und damit nicht individualisiert genug sind. Sie bedienen einen generellen Konsumenten.

DRM und andere Schutzmechanismen kommen nur kurz zur Sprache:

I find it naive to think that anyone can control a digital copy of anything, even if it’s digitally rights managed. When I worked at a hardware store in high school, my boss was fond of saying, „locks are for honest people.“

Dafür bietet Striphas im Anschluss einige Überlegungen zu Piraterie und Rechteverletzung etwa durch Fan Fiction. Unbedingt lesenswert! Und ein anderes Interview, auf das Striphas in seinem Blog verweist, ist unbedingt hörenswert.

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